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15.09.2018, Bayern, München: Fußball: Bundesliga, Bayern München - Bayer Leverkusen, 3. Spieltag in der Allianz-Arena. Trainer Niko Kovac vom FC Bayern München vor dem Spiel. Foto: Lino Mirgeler/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Kommentar zu FC Bayern: Kovac und das Kunststück

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Selbst Pep Guardiola ist in seinen drei Münchner Jahren an diesem Kunststück verzweifelt. Wenn im April und Mai die Thronfolge in der Königsklasse geregelt wurde, fehlte seinen Bayern stets etwas

Selbst Pep Guardiola ist in seinen drei Münchner Jahren an diesem Kunststück verzweifelt. Wenn im April und Mai die Thronfolge in der Königsklasse geregelt wurde, fehlte seinen Bayern stets etwas – die eine oder andere Fachkraft und überhaupt die Form. Ob das Niko Kovac, erklärter Guardiola-Fan, nun besser macht als sein Vorbild? Dass der Triumph in der Champions League inzwischen das einzig wahre Ziel für das Superstarensemble von der Säbener Straße ist, durfte er bei seinem letzten Spiel in Frankfurter Verantwortung von der anderen Seite erleben: Das unglückliche Aus auf höchster europäischer Ebene, wieder einmal gegen Real Madrid, hatte die Münchner Abonnementsmeister derart vom Weg abgebracht, dass sie auch bei den Pflichtterminen daheim in Deutschland nicht mehr in die Spur fanden. Und Kovacs Eintracht seltsam orientierungslose Bayern im Pokalfinale überraschen konnte.

Man darf gespannt sein, wie er nach seinem sommerlichen Seitenwechsel den Münchner Marathon angeht. In Frankfurt waren die letzten Saisonwochen nicht gerade seine Spezialität, zumindest was den Bundesliga-Betrieb angeht – da ging den von ihrem Chef stets schwer geforderten Adlerträgern in beiden Jahren die Luft aus. Für besondere Abende indes konnte sich seine Eintracht auch dann immer noch aufraffen, wovon wiederum die Bayern seit dem Berliner Mai ein Lied singen können. Dieser Rhythmus würde eigentlich gut zu den entscheidenden Königsklassen-Wochen passen: An diesen internationalen Festtagen muss man voll auf der Höhe sein – während die Meisterfrage dann vermutlich auch in dieser Saison ohnehin schon wieder längst geklärt ist.

Die großen Favoriten in der Champions League sind gewiss andere. Real Madrid natürlich, der FC Barcelona, Juventus Turin mit seinem neuen Königsklassen-Experten Ronaldo, Guardiolas Manchester City. Dass sie mithalten können, selbst ohne teure Einkäufe, haben die Bayern indes bewiesen. Eines freilich dürfte der Alles-Durchdenker Kovac aus den Beispielen seiner berühmten Vorgänger Guardiola, Ancelotti und Heynckes gelernt haben: Ohne Glück geht es nicht. Ein Hauch mehr davon, und die zuletzt erfolglosen Münchner Triplejäger hätten Reals Seriensieger nicht nur einmal stoppen können. Den Zufall ganz aus dem Fußball zu verbannen, das hat nicht einmal der Perfektionist Pep Guardiola geschafft. Auch das weiß Niko Kovac.

markus.katzenbach@fnp.de Berichte auf dieser Seite

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