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Datenschutz

Kommentar: Bitte mit Fingerspitzengefühl

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In den ARD-„Tagesthemen“ gab es kürzlich einen Bericht über drei Rentner, die eine Internetplattform über ihr Städtchen betreiben. Sie stellen mit dem heutigen Tag diese ehrenamtliche Tätigkeit ein.

In den ARD-„Tagesthemen“ gab es kürzlich einen Bericht über drei Rentner, die eine Internetplattform über ihr Städtchen betreiben. Sie stellen mit dem heutigen Tag diese ehrenamtliche Tätigkeit ein. Verantwortlich dafür ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Eigentlich ist das Gesetz eine gute Sache. Denn damit soll die Daten-Anarchie eingedämmt werden. Hohe Bußgelder sollen verhindern, dass wir von unerwünschten Newslettern und Gewinnspielen überschwemmt werden. Schlimmstenfalls sind unsere Daten durch unerlaubte Weitergabe bei den betreffenden Unternehmen gelandet. Diesem Gebaren musste ein Riegel vorgeschoben werden. Doch wie so oft bei Kontrollgesetzen muss man aufpassen, dass das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird.

Im Moment ist vor allem zu registrieren, dass kleinere Betriebe und Vereine verunsichert sind. Sie fragen ängstlich, ob sie weiter informieren dürfen. Die Großen sind eher gelassen, weil sie sich entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Rechtsberatung leisten können. Fast schon beängstigend sicher fühlen sich die ganz Großen. Facebook-Chef Zuckerberg zeigte den EU-Politikern diese Woche bei seinem Auftritt in Brüssel, dass er vor ihnen und ihren Gesetzen wenig Respekt hat.

Dennoch kann das neue Gesetz sinnvoll sein. Man muss es aber mit Fingerspitzengefühl anwenden. Es kann nicht sein, dass es den Kleinen schadet, aber gegenüber den großen Datenkraken wenig Nutzen bringt.

dieter.sattler@fnp.de

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