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Die Anzeigetafel gibt am 02.12.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) im Handelssaal der Börse das Auf und Ab der Kurse am Vormittag wieder. Der Dax hatte zuvor erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 10 000 Punkten überwunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kommentar zur Börse: Kleinere Brötchen

An den Finanzmärkten wird es herbstlich. Allein in der ersten Septemberwoche ist der Deutsche Aktienindex (Dax) um gut vier Prozent gesunken.

An den Finanzmärkten wird es herbstlich. Allein in der ersten Septemberwoche ist der Deutsche Aktienindex (Dax) um gut vier Prozent gesunken. Erstmals seit April dieses Jahres fiel der Dax dabei unter die Marke von 12 000 Punkten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich dabei zum Teil deutlich eingetrübt.

So sind die deutschen Exporte im Juli gesunken. Die Industrie hat ihre Produktion kräftig zurück gefahren. Das bedeutet, sie erwartet in Zukunft weniger Aufträge. Generell backen die Unternehmen kleinere Brötchen, zumindest, wenn man den Dax als Spiegel der Wirtschaft annimmt. Zwar sind die Umsätze der 30 Dax-Unternehmen im zweiten Quartal noch um 0,5 Prozent gestiegen. Die Gewinne sanken jedoch um elf Prozent. Schuld daran ist zum Teil der vergleichsweise noch starke Euro. Die Unsicherheiten rund um drohende Zölle tragen ebenfalls dazu bei.

Alles in allem sieht es nicht so aus, als würde sich an diesen Rahmenbedingungen etwas ändern. Vergangene Woche hat US-Präsident Trump damit gedroht, seine Zölle auch auf japanische Waren und Güter auszudehnen. Weitere Zölle gegen China bleiben wahrscheinlich; Zölle gegen deutsche Autohersteller stehen im Raum. Hinzu kommt die unsichere Lage in der Brexit-Frage. Großbritannien scheint es auf einen unkontrollierten Austritt aus der EU ankommen lassen zu wollen.

Angesichts all dieser Probleme erscheint die wirtschaftliche Konstitution Deutschlands und Europas immer noch robust. Und auch wenn sich der Optimismus gelegt hat, bleibt ein Stück Zuversicht. Das haben die Unternehmen im Dax ebenso deutlich gemacht. Die Zahl der Mitarbeiter ist im zweiten Quartal ebenso gestiegen, wie die Forschungsausgaben zugelegt haben.

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