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Adi Hütter. Archivfoto: dpa

Eintracht Frankfurt

Kommentar: Die Eintracht braucht eine glückliche Hand

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Ob Adi Hütter eines Tages wohl auch per Pressemitteilung verabschiedet wird, abends um 20 Uhr? Man weiß es nicht, man kann es aber auch nicht gänzlich ausschließen, angesichts der Eiseskälte,

Ob Adi Hütter eines Tages wohl auch per Pressemitteilung verabschiedet wird, abends um 20 Uhr? Man weiß es nicht, man kann es aber auch nicht gänzlich ausschließen, angesichts der Eiseskälte, die die sportliche Führung der Frankfurter Eintracht nicht erst seit den Vorgängen um Alexander Meier umweht.

Der neue Eintracht-Trainer hat bei seinem ersten Auftritt jedenfalls einen ruhigen, souveränen und überlegten Eindruck hinterlassen. Er hat klargemacht, dass ihn die Vergangenheit nur bedingt interessiert, dafür umso mehr, was die Zukunft bringen wird. Er will einen kompletten, unbelasteten Neustart. Dazu gehört, dass er abwartet, wie sich die Kaderplanung entwickelt. Erst dann will er eine Spielphilosophie entwickeln, Ziele für die kommende Saison formulieren. Adi Hütter ist ein vorsichtiger Mann. „Der Kader ist und war für mich noch kein Thema“, sagte der Österreicher gleich zweimal kurz und knapp. Sollte bedeuten: Für alles, was zuletzt bei der Eintracht auf dem Personalsektor passiert ist, also auch die Ausbootung des ehemaligen Kapitäns, trägt Fredi Bobic die alleinige Verantwortung.

Und so war es auch der Sportvorstand, der sich beim Auftritt mit dem neuen Trainer vor der Presse weit aus dem Fenster lehnte. Die Europa-League-Teilnahme werde sehr ernst genommen, auch im Interesse der deutschen Liga. Der Club solle durch die Gruppe „marschieren“. Doch dazu muss erst einmal eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt werden.

Lukas Hradecky und Marius Wolf, zwei Leistungsträger und Stammspieler, sind bereits weg, dazu mit Alexander Meier eine absolute Identifikationsfigur und Club-Ikone. Diesen Abgängen steht bislang nur der neue Torhüter Frederik Rönnow gegenüber. Nationalspieler wie Marco Fabián, Carlos Salcedo und Ante Rebic stehen bei der WM im Schaufenster und könnten den Club ebenfalls noch verlassen. Bobic spricht dennoch von einem vorhandenen Gerüst, dass nur punktuell verstärkt werden soll.

Er, Sportdirektor Bruno Hübner und der neue Trainer Adi Hütter werden dabei eine noch glücklichere Hand brauchen als vor den vergangenen beiden Spielzeiten.

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