Kommentar: Finanzmärkte - Neue Krisenherde

Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite haben die Finanzmärkte einen fast beispiellosen Anstieg hinter sich. Dennoch zeigen sie sich labil und angreifbar.

Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite haben die Finanzmärkte einen fast beispiellosen Anstieg hinter sich. Dennoch zeigen sie sich labil und angreifbar. Die Erfahrung zeigt, dass die nächste Krise bestimmt kommt. Nur weiß niemand wann und woher sie kommt.

In den vergangenen Jahren barg die Lösung einer Krise stets die Saat für das Neue. Die niedrigen Zinsen nach der geplatzten Internetblase legte den Grundstein für die Immobilienkrise. Aus dieser wurde eine Bankenkrise. Darauf mussten Staaten Banken retten, später Steuerzahler die Staaten.

Die Fortsetzung könnte nun lauten, dass steigende Zinsen die Schwellenländer in den Abgrund reißen oder die Immobilienmärkte abwürgen. Als größte Gefahr gilt jedoch derzeit ein unkontrollierter Brexit. Vergangene Woche hat der britische Zentralbankchef Carney vor den Folgen eines solchen Schritts gewarnt. Er befürchtet unter anderem einen Einbruch der Häuserpreise auf der Insel um 35 Prozent. Dennoch bewegt sich die britische Regierung schlafwandlerisch auf einen „No-Deal“-Brexit zu. Die Forderungen nach Freihandelsabkommen ohne Gegenleistung der Briten verhallen jedenfalls in der restlichen EU ungehört. Dabei dürften die Folgen des Austritts auf beiden Seiten des Ärmelkanals spürbar sein. Schließlich waren die Geschäftsbeziehungen bislang exzellent. Die Anziehungskraft der Londoner City als Finanzdorado war riesig. Der Umbruch wird schwer.

Bislang halten sich auch die Profite des deutschen Finanzplatzes in Grenzen. Weder die europäische Bankenaufsicht noch die EU-Arzneimittelbehörde gehen an Main und Rhein sondern an die Seine.

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