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Luftverschmutzung

Kommentar zum Ultrafeinstaub: Wer ist schuld?

Alle reden vom Feinstaub – und denken dabei an den Autoverkehr. Aber nicht nur Diesel und Benziner produzieren superkleine und ultrafeine Partikel.

Alle reden vom Feinstaub – und denken dabei an den Autoverkehr. Aber nicht nur Diesel und Benziner produzieren superkleine und ultrafeine Partikel. Die Triebwerke von Flugzeugen übertreffen alles. Und weil Ultrafeinstaub – Partikel kleiner als 0,1 Mikrometer – besonders gefährlich ist, rücken Flughäfen immer häufiger in den Blick von Umweltschützern und Behörden. Auch der Rhein-Main-Flughafen.

Ultrafeine Partikel sind so klein, dass sie von der Lunge nicht mehr gefiltert werden können; sie dringen direkt in die Blutbahn, wo sie Thrombosen auslösen können, die zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen. Belastbare Untersuchungen gibt es in Deutschland aber keine.

Eine Studie des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat rund um den Rhein-Main-Airport sehr hohe Konzentrationen von Ultrafeinstaub festgestellt. Es liegt auf der Hand, dass der Flughafen eine Quelle dieser Emissionen ist – ob er aber die einzige ist, darf bezweifelt werden. Schließlich liegen die untersuchten Orte Raunheim und Frankfurt-Schwanheim jeweils umgeben von dicht befahrenen Schnellstraßen.

So erscheint die Diskussion um den Flughafen ein wenig als Ablenkungsmanöver von der Debatte um Dieselabgase. Dennoch hilft es nicht, die eine Schmutzquelle gegen die andere auszuspielen. Feinstaub muss grundsätzlich reduziert werden – auch am Flughafen. Ob der aber wirklich in hohem Maße dazu beiträgt, sollten weitere Messungen ergeben.

peter.schmitt@fnp.de

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