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Lidl setzt weiterhin auf Silvester-Feuerwerk.

Streit um Sortiment

Lidl: Kunden attackieren Discounter - doch der bleibt eisern

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Lidl muss sich aktuell in der Debatte um das Silvester-Feuerwerk verteidigen. Kritiker verlangen, Böller und Raketen aus dem Sortiment zu verbannen.

  • Lidl muss sich gegen Kritik zum Silvester-Feuerwerk verteidigen.
  • In den Sozialen Netzwerken wird der Discounter attackiert.
  • An seiner Devise hält das Unternehmen trotzdem fest.

Dortmund - Sollte man an Silvester privat Feuerwerke zünden - oder nicht? Um diese Frage ist in Deutschland seit Monaten eine Debatte entbrannt, die in den drastischsten Fällen zur Forderung eines absoluten Feuerwerks-Verbots mündet.

Feuerwerk: Lidl will weiter am Verkauf festhalten

Auch im Handel gibt es gegensätzliche Meinung zum Silvester-Feuerwerk und die Frage, ob man Raketen und Böller überhaupt noch verkaufen sollte. Ein Rewe-Händler in Dortmund entschied sich jüngst etwa zum Verzicht auf den Verkauf des Feuerwerks, wie RUHR24.de* berichtete - und löste damit eine Debatte unter Kunden aus.

Auch Lidl muss aktuell mit heftiger Kritik - vor allem über die Sozialen Netzwerke - klarkommen. Über Facebook kritisierten User jüngst, dass der Discounter nicht mit dem Zeitgeist gehe und weiterhin Silvester-Feuerwerk verkaufe.

Lidl-Kunde kritisiert Verkauf von Feuerwerk

"Mir wird angst und bange, wenn ich das Prospekt für die nächste Woche anschaue. Seitenweise Angebote für das private Feuerwerk", schreibt ein Kunde, der gehofft hatte, dass sich Lidl als große Discounter-Kette für den Umwelt- und Lärmschutz einsetzen würde.

Doch bei Lidl hält man an der Strategie fest - kurz vor dem Jahreswechsel fährt der Discounter die ganz große Silvesterfeuerwerks-Parade in seinen Filialen auf. Raketen, Böller und Tischfeuerwerke in den verschiedensten Ausführungen sind Teil des Sortiments. Eine Begründung dafür hat Lidl auch - und sie ist die denkbar einfachste: "Lidl Deutschland orientiert sich bei der Sortimentsgestaltung an Kundenwünschen", heißt es als Antwort auf die Kritik einiger User. Daher werde man auch in diesem Jahr in 3200 Lidl-Filialen Batterie- und Tischfeuerwerke, Raketensortimente und Wunderkerzen anbieten.

Kunden von Lidl enttäuscht von Reaktion des Discounters

Enttäuschende Reaktionen von Klimaschützern und solchen, die den Lärm nicht mögen, lassen nicht lange auf sich warten. "Orientiert euch doch lieber an den Zeichen der Zeit, es ist doch nun wahrlich keine Tugend, ewig gestrig zu sein, oder?", schreibt eine Userin. Mit ihrer Strategie würde die Discounter-Kette laut der Kommentatorin Kunden von heute bedienen, "die alles dafür tun, dass die Zukunft der Kunden von Morgen in Gefahr gerät."

Lidl wird wegen Feuerwerk nicht nur kritisiert

Doch es gibt längst nicht nur Kritik für das Vorgehen von Lidl. Andere User sehen das Thema ganz entspannt, wollen an einer liebgewonnenen Tradition festhalten - Feinstaub und Lärm hin oder her. Gemein: Ein User kündigt an, Feuerwerk sogar aus Trotz kaufen zu wollen: "Zu wissen, dass viele es nicht mehr wollen, wird mir noch mehr Spaß machen, Feuerwerk zu zünden." Ein anderer User auf Facebook meint: "Feuerwerk zu Silvester gibt es seit Jahren und Mensch und Tier haben es überlebt!"

Während manch Bürger sorglos mit der Thematik umgeht, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in 98 Städten in Deutschland beantragt, Feuerwerk an Silvester zu verbieten (*RUHR24.de). Auch elf Städte im Ruhrgebiet gehören dazu. Als Grund nennt die DUH, dass Feuerwerk für Müll, Lärm und zahlreiche Verletzungen sorge. Außerdem würde die Luft in den Städten stärker mit Feinstaub belastet. Der Verein spricht gar von "archaischer Böllerei" und einem "Ausnahmezustand in den Städten".

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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