Tragikomödie „Zwei im falschen Film“

Die Liebe trägt Schlabberklamotten

  • schließen

Unter der Regie von Laura Lackmann spielen Laura Tonke und Marc Hosemann die Endphase einer Leidenschaft, die in Langeweile erstarrt ist.

Liebesfilme sind für Menschen gemacht, die sich lieben. Aber nachdem sich Hans (Marc Hosemann) und seine Freundin Laura (Laura Tonke) im Kino eine Romanze angeschaut haben, nörgeln beide an dem Film herum. Immerhin ist Laura, die sich von Hans stets Heinz nennen lässt, ihrerseits Schauspielerin. Sie selbst tritt zwar nicht in Filmen oder im Theater auf, aber sie hat Spaß an ihrer Arbeit als Synchronsprecherin. Hans hingegen betreibt mit seinem guten Freund Florian (David Bredin) einen Kopierladen. Und mit Heinz lebt er in der günstigen Wohnung direkt darüber. Auch sonst sind die beiden sparsam. Ihre Abende verbringen sie in Schlabberklamotten, auf dem Sofa, mit Videospielen. Zumindest ihren achten Jahrestag könnten sie anders gestalten. Und tatsächlich verschlägt es das Paar in ein asiatisches Restaurant.

Dumm nur, dass dort Max (Hans Longo), die einstige große Liebe von Heinz, auftaucht. Noch dümmer: Hans gibt dem Schauspieler die Telefonnummer seiner Lebensgefährtin. Stocksauer reagiert Heinz. Nicht einmal eifersüchtig ist ihr Hans. Ob er „noch verliebt“ in sie sei, will sie wissen. Nach so langer Zeit „natürlich nicht“ mehr, heißt es. Kommt nun die Trennung? Nein. Vielmehr will das Paar eine Liste abarbeiten, auf der steht, was Heinz in der Beziehung fehlt. Romantik belegt den ersten Platz.

Es hat der Regisseurin und Drehbuchautorin Laura Lackmann nicht an Ideen und Originalität gemangelt. Schließlich widmet sie sich in ihrer Tragikomödie nicht der spannenden Kennenlernphase eines Paares, sondern der Phase, in der sich längst gähnende Langeweile breitgemacht hat. Keineswegs fällt Laura Lackmann zu wenig ein, welche Wege ihre Hauptfiguren beschreiten könnten, um wieder Liebe und Leidenschaft füreinander zu empfinden. Aber besonders aufregend wird es nie, wenn Hans und Heinz teils unter Mithilfe ihrer Freunde und Freundinnen versuchen, ihre Beziehung trotz aller Widrigkeiten zu retten. Bald wird alles nur noch schlimmer. Und das eben auch für den Zuschauer im Kino. Selten hat man eine Geschichte derart zäh inszeniert gesehen. Dies mag auch an der viel zu alltagsnahen, banalen Sprache in den unverdichteten Dialogen liegen. Allzu präzise wirken sie nicht. Dafür hin und wieder ziemlich derb.

Zweifellos zielt Laura Lackmann mit „Zwei im falschen Film“ darauf ab, einen radikalen Gegenentwurf zum Genre der konventionellen romantischen Komödie zu zeigen. Nur dass in ihrem Film die Selbstbespiegelung der Schauspielkunst und des Filmemachens oft allzu aufdringlich wirkt, vieles zu gewollt und gekünstelt erscheint und damit ermüdet. Schwach

In diesen Kinos

Von Donnerstag an. Frankfurt: Harmonie

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare