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Auch bei den Herren: Mainz stimmt für kostenlose Menstruationsprodukte auf allen öffentlichen Toiletten

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Von: Christoph Sahler

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Der Stadtrat in Mainz hat für die kostenlose Bereitstellung von Perioden- und Hygieneprodukten auf allen Toiletten in städtischen Gebäuden gestimmt.

Mainz - An der Uni in Jena etwa, oder an vier Standorten in Heidelberg ist es beispielsweise bereits Realität: Auf öffentlichen Toiletten gibt es kostenlose Menstruationsprodukte. Der Stadtrat in Mainz hatte das Thema am Mittwoch (30. November) auf der Agenda - und stimmte mehrheitlich dafür.

Dem ursprünglichen Antrag der Piratenpartei und VOLT schlossen sich die Regierungsfraktionen von Grünen, SPD und FDP mit einem Änderungsantrag an. CDU, Linkspartei, ÖDP, die PARTEI sowie die Freien Wähler stimmten schließlich für den Beschlussvorschlag. Lediglich die Abgeordneten der AfD stimmten dagegen.

Tampons und Binden umsonst: Mainz stimmt für Menstruationsprodukte auf Frauen- und Herrentoiletten

„Die Verwaltung wird gebeten, in allen Einrichtungen der Stadt kostenlose Hygiene- und Menstruationsprodukte bereitzustellen“, hieß es im Antrag einleitend. Künftig soll es also auf sämtlichen Toiletten von Mainzer Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe oder im Rathaus der Stadt Mainz, Tampons und Binden umsonst geben.

An der Jenaer Universität sind kostenlose Periodenprodukte bereits Realität. In Mainz soll es in allen städtischen Einrichtungen bald so weit sein.
An der Jenaer Universität sind kostenlose Periodenprodukte bereits Realität. In Mainz soll es in allen städtischen Einrichtungen bald so weit sein. © Martin Schutt/dpa

Das Besondere: Der Antrag spricht sich explizit dafür aus, die Periodenprodukte auch auf den Herrentoiletten bereitzustellen. „Bei der Wahl des Abgabeortes ist zudem die diskriminierungsfreie Zugänglichkeit der Produkte mitzudenken. Menschen, die menstruieren, unabhängig davon, welcher geschlechtlichen Identität sie sich zuordnen, müssen leicht auf das Angebot zugreifen können“, heißt es.

Kostenlose Periodenartikel in Mainz: Stadt will auf Gastronomie zugehen

Das Mainzer Stadtparlament hat aber nicht nur die eigenen Gebäude und Einrichtungen im Blick. Die Verwaltung soll nun gemeinsam mit dem Nachtkulturbeauftragten „das Anliegen der kostenlosen Bereitstellung von Hygiene- und Menstruationsprodukten auch in der Gastronomie, den Clubs und ähnlichen Stätten kommunizieren.“

Mit dem Start der kostenlosen Bereitstellung von Tampons und Binden soll es eine Informationskampagne der Stadt Mainz geben. Ob und wie das Angebot angenommen wird, sollen regelmäßige Evaluierungen der Verwaltung zeigen. (csa)

In Hessen geht die Stadt Nidda bereits voran und will städtische Gebäude mit kostenlosen Tampons und Binden ausstatten.

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