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Der Fotograf Peter Kneffel hat in einem Hauseingang in einer Wohnanlage in Schwabing einen zwei Monate alten Säugling entdeckt.

Drama am Neujahrstag

„Das Baby hat erbärmlich geschrien“ - Findelkind in Hinterhof entdeckt

Mitten in München ist am Neujahrstag ein Findelkind aufgetaucht. Das wenige Monate alte Mädchen ist wohlauf, der Vater wurde ausfindig gemacht.

  • Rettungskräfte fanden in München ein Findelkind.
  • In einem Hinterhof wurde das Baby abgelegt.
  • Das kleine Mädchen ist wohlauf.

Update vom 3. Januar, 14 Uhr: Auch zwei Tage nach dem Fund eines Säuglings in München sind die Hintergründe weiter unklar. „Der Vater des Kindes ist noch nicht vernommen worden“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. „Die Ermittlungen laufen noch.“ Der 28-Jährige sei wegen des Verdachts angezeigt worden, sein Kind ausgesetzt zu haben. Es soll sich am Neujahrstag in seiner Obhut befunden haben. Wo die 31 Jahre alte Mutter war, ist nicht bekannt.

Bis zum Donnerstag habe sich das kleine Mädchen noch im Krankenhaus befunden. Wo es nun ist und ob es sich in der Obhut des Jugendamtes befindet, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. Er verwies auf das städtische Jugendamt, das sich aber nicht zu dem Fall äußern will.

„Das Baby hat erbärmlich geschrien“ - Retter findet ausgesetztes Findelkind in Münchner Hinterhof

Update vom 2. Januar, 18.46 Uhr: Als Peter Kneffel (50) am Neujahrstag ein kleines Baby in einem Hausdurchgang in Schwabing entdeckte, wirkte es auf ihn gleich so, als sei es ausgesetzt worden. „Es hatte eisig kalte Händchen und hat erbärmlich geschrien“, erzählt er. Der Fotograf der Deutschen Presse-Agentur war kurz vor 14 Uhr privat in der Petra-Kelly-Straße, als er den Säugling fand. 

„Das Baby saß in einer Autoschale, auf eine Jacke gebettet, nur ein Tuch um den Kopf, weder Mütze, noch Handschuhe, eingewickelt in eine Fleecedecke.“ Neben ihm eine fast leere Trinkflasche. Als nach etwa 20 Minuten immer noch keine Eltern auftauchten und das Baby nicht aufhörte zu schreien, wählte Peter Kneffel den Notruf. „Dann nahm ich das Kind mit in meinen VW-Bus, drehte die Standheizung auf, nahm es aus der kalten Decke und wärmte es“, erzählt er. Als ein Paar mit einem Kleinkind vorbeikam, gaben diese dem Säugling ein Fläschchen.

Ein Kindernotarzt brachte das Baby in eine Klinik. Wie die Polizei später mitteilt, ergab eine Untersuchung, dass das Mädchen etwa zwei Monate alt und in einem guten körperlichen Zustand ist. Verletzt war das Baby nicht.

Als die Polizei noch am Einsatzort war, kam der Vater des Kindes (28) dazu. Der Angestellte und seine 31-jährige Ehefrau, eine Verkäuferin, wohnen in der Nähe. Warum die zweimonatige Tochter in dem Hausgang stand, ist noch unklar. Wurde das Mädchen ausgesetzt oder vergessen?

Findelkind in München: Baby im Hinterhof ausgesetzt - Anzeige gegen Vater 

Der 28-Jährige bekam laut Polizei eine Anzeige, da er im Verdacht steht, das Baby in dem Hausdurchgang abgestellt zu haben. Wo die Mutter sich am Neujahrstag aufgehalten hat, ist derzeit nicht bekannt. Der Vater wurde noch nicht vernommen. Ihm wurde Blut entnommen, um zu klären, ob er betrunken war oder Drogen genommen hatte. Die Polizei ermittelt nun, ob das Kind absichtlich ausgesetzt worden ist.

Das kleine Mädchen blieb eine Nacht in der Klinik. Die Polizei informierte das Jugendamt, das nun entscheiden muss, was mit dem Baby passiert.

Peter Kneffel war auch am Donnerstag noch mitgenommen. „Das hat mich ganz schön aufgewühlt.“

Baby im Hinterhof in München gefunden: Wurde das Mädchen ausgesetzt oder vergessen? 

„Wir wollten eigentlich nur ein paar Sachen holen“: Passanten finden ausgesetztes Baby in Münchner Hinterhof

Update vom 2. Januar, 12 Uhr: Inzwischen ist die Identität des kleinen Mädchens geklärt. Im Rahmen einer umgehend veranlassten Anwohnerbefragung konnten die Personalien des Mädchens sowie der Wohnort der Eltern (ein Ehepaar aus München – sie 31 Jahre und er 28 Jahre alt) geklärt werden, wie die Polizei München berichtet.

Bezüglich der näheren Umstände des Vorfalls laufen derzeit die polizeilichen Ermittlungen, die vom Kommissariat 14 geführt werden. Der Vater wurde wegen des Verdachts einer Aussetzung angezeigt. Er wurde offenbar noch während des Einsatzes am Tatort angetroffen. Das zuständige Jugendamt wurde informiert und prüft weitere mögliche Maßnahmen in eigener Zuständigkeit.

Das zwei Monate alte Mädchen war am Neujahrstag kurz nach 14.00 Uhr von einem Paar - dem dpa-Fotografen Peter Kneffel und dessen Freundin -  in einem Hausdurchgang gefunden worden. „Wir wollten eigentlich nur ein paar Sachen aus der Wohnung der Tante meiner Freundin holen“, berichtet Kneffel.

Neujahrs-Drama in München: Baby liegt allein hinter Glastür - Hintergründe um Findelkind rätselhaft

München - In München wurde am Neujahrstag ein Findelkind gefunden. Der Säugling sei in einem Hinterhof in der Schwabinger Petra-Kelly-Straße entdeckt worden. Die Rettungskräfte schätzten das Alter des Babys auf zwei bis drei Monate, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle sagte. 

Das Mädchen sei demnach wohlauf gewesen, wurde jedoch vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Es habe sich in einer Baby-Transportschale befunden. Das Findelkind lag hinter einer Glastüre, die nur von innen geöffnet werden kann. 

München: Findelkind mitten in der Stadt entdeckt - Hintergründe unklar

Warum das Baby alleine aufgefunden wurde, ist unklar. Auch die Hintergründe zu den Umständen sowie zu den Eltern sind nicht bekannt, so eine Sprecherin der Polizei.

Bereits vor einigen Jahren wurde in München ein Findelkind gefunden, wie tz.de* berichtet. In Neuperlach wurde ebenfalls ein Baby ausgesetzt (tz.de*).

In München kam es am Montagabend (6.Januar) zu einem Angriff auf Bundespolizisten. Zwei Männer verhielten sich sehr aggressiv - beide sind international Polizei-bekannt.

Weitere Informationen folgen.

dpa/mm/tz

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