Bahnbrechende Neuerung geplant: Die MVG plant Bahnsteigtüren für Münchner U-Bahn
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Bahnbrechende Neuerung geplant: Die MVG plant Bahnsteigtüren für Münchner U-Bahn.

Pilotprojekt startet im Olympiazentrum

Mehr Schutz für Fahrgäste in München - Jetzt kommen die Bahnsteigtüren!

  • Sascha Karowski
    VonSascha Karowski
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Im Schnitt beinahe jeden Tag musste im vergangenen Jahr der Betrieb der MVG unterbrochen werden, oft wegen Personen im Gleis. Dank einer bahnbrechenden Neuerung soll damit in Zukunft Schluss sein.

München - Im Jahr 2018 hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) 340 Vorfälle gezählt, nach denen der Betrieb unterbrochen werden musste. 215 Mal waren Personen im Gleis, zudem wurden 21 Menschen verletzt oder getötet. In 115 Fällen sorgten Gegenstände für Behinderungen im U-Bahn-Verkehr, in zehn Fällen waren es Tiere. Damit soll jetzt Schluss sein!

Die MVG hat sich entschieden, Bahnsteigtüren zu testen. Eine Machbarkeitsstudie verlief positiv. Ein Pilotprojekt soll 2023 am U-Bahnhof Olympiazentrum gestartet werden. Das hatte zuletzt die CSU beantragt. Der Bahnhof im Norden bietet sich an, weil er über vier Gleise verfügt. Die Bahnsteigtüren sollen eingebaut werden, ohne dass es zu Einschränkungen für die Fahrgäste kommt. Das neue System besteht aus einer Wand mit Einlässen – diese Zugänge öffnen sich erst, wenn der Zug steht. U-Bahnhöfe in London und Paris sind damit bereits ausgestattet. Spätestens nachdem diese Woche in Frankfurt ein Bub vor einen ICE gestoßen wurde, wird auch hierzulande über die Schutzwände diskutiert.

So sollen die Bahnsteigtüren an Münchner Bahnhöfen aussehen

Die Verkehrsbetriebe werden eine zughohe Variante testen, die aus Sicherheitsglas sein soll. „Wir werden jetzt den Markt sondieren und uns für Anbieter entscheiden“, so U-Bahn-Leiter, Michael Frieß. In dem Test müssen einige Fragen geklärt werden. Problematisch ist, dass die MVG unterschiedliche Zugtypen hat. Die Bahnen vom Typ A, B und C haben unterschiedliche Abstände zwischen den Türen. Der Pilot soll auf die neuen C-Züge abgestimmt sein, die ab 2030 auf allen Linien fahren sollen.

Zudem ist offen, wie sich die Barrierefreiheit gewährleisten lässt. Die 100 U-Bahnhöfe der MVG sind nicht baugleich, einige Bahnsteige sind niedriger als andere. Der Test soll ein bis zwei Jahre dauern. Die Kosten: rund eine Million Euro. Klappt alles, soll geprüft werden, ob das System an allen 220 Bahnsteigkanten zum Einsatz kommt oder nur in der Innenstadt. Schon im Sommer 2017 waren die Pläne für die Bahnsteigtüren in München entstanden, wie Merkur.de* berichtet.

ska

*Merkur.de ist ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

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