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Corona: Fraglich ist, ob das traditionelle Fastenbrechen des Ramadans 2020 stattfinden kann.

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Ramadan 2020 und Corona: Findet die Fastenzeit statt? Alles, was wichtig ist

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Corona hat auch Auswirkungen auf den Ramadan 2020. Deshalb stellt sich für viele die Frage, ob der Fastenmonat in diesem Jahr überhaupt stattfindet.

  • Auch im Jahr 2020 findet der Ramadan in Deutschland statt.
  • Die Verbreitung von Corona könnte jedoch Auswirkungen auf den Fastenmonat haben.
  • Alles, was zur Fastenzeit wichtig ist, verraten wir Ihnen hier. 

Im April findet der Ramadan, der Fastenmonat des Islams, statt. Die Fastenzeit beginnt 2020 grundsätzlich am Donnerstag, dem 23. April und dauert einen Monat lang. Sie endet mit dem Fest des Fastenbrechens, auch Zuckerfest genannt. Musliminnen und Muslime dürfen dann nur nach Sonnenuntergang essen und trinken. Doch das Coronavirus hat Auswirkungen auf den Brauch. Fraglich ist nämlich, ob der Ramadan wegen der Verbreitung von Corona wie üblich stattfinden kann. Alles, was dazu wichtig ist. 

Während des Ramadan könnte das gemeinschaftliche Fastenbrechen in Zeiten von Corona problematisch sein. Dabei treffen sich Familie und Freunde, um gemeinsam zu essen, zu trinken und zu beten. Zu Beginn des Abends werden traditionell Datteln und Süßigkeiten sowie ein Glas Wasser oder Milch gereicht. Anschließend wird gebetet und zusammen gegessen. Wegen des Corona-Kontaktverbots ist schon das ein Problem. 

Ramadan 2020 und Corona: Kann das öffentliche Fastenbrechen zelebriert werden?

Beim „Iftar“, dem öffentlichen Fastenbrechen während des Ramadan, kommen sogar tausende Musliminnen und Muslime zusammen. Dabei wird auch Geld für Bedürftige gesammelt. Das öffentliche Fastenbrechen wurde wegen der Corona-Pandemie bereits in Ägypten abgesagt. Dort sind größere Versammlungen verboten. Auch der Iran hat dazu Stellung bezogen. „Diesen Ramadan werden wir auf öffentliche Versammlungen verzichten müssen. Das betrifft sowohl Gebete als auch Versammlungen zum Fastenbrechen“, verkündete Ali Chamenei, geistliches Oberhaupt des Iran. 

Und wie sieht die Corona-Lage während des Ramadans in Deutschland aus? Auch hier müssen Musliminnen und Muslime mit Einschränkungen rechnen. „Die Unversehrtheit der Menschen steht im vollkommenen Einklang mit unseren Glaubensbestimmungen", sagte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. Man befinde sich außerdem im Austausch mit der Bundesregierung, um abzustimmen, welche Maßnahmen wegen des Coronavirus gesundheitlich erforderlich sind. 

Ramadan 2020 und Coronavirus: Gläubige haben Corona-Maßnahmen akzeptiert

Auch Belmin Mehic, Imam des gemeinnützig anerkannten Vereins Münchener Forum für Islam (MFI), sieht das genauso, wie der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. „Wir setzen die behördlichen Vorgaben pflichtbewusst um und haben unsere Angebote auf online und in die Sozialen Netzwerke umgestellt. Die Muslime haben als verantwortliche Bürger dieses Landes die Maßnahmen akzeptiert und wir haben auch keine Rückfragen oder Beschwerden, dass wir nicht geöffnet haben“. 

Das Coronavirus kann allerdings für muslimische Gemeinden in Deutschland schwerwiegende Folgen haben. Während des Ramadans sind Spenden eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinden. Diese fallen jedoch weg, weil Gemeinden wegen Corona-Kontaktverboten geschlossen bleiben müssen. 

Ramadan 2020 und Corona: Offen, ob Fastenmonat wegen Coronavirus stattfindet

Und findet der Ramadan überhaupt statt? Die iranische Staatsführung möchte jedenfalls den Rat von Ärzten befolgen. Die Sunniten, die größte Glaubensrichtung im Islam, orientieren sich bei ihrer Entscheidung am Rat der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Übrigens: Politiker der AfD haben auf Facebook behauptet, dass die Bundesregierung die Kontaktbeschränkungen wegen des Ramadans aufheben würde. Während des Ramadans seien Versammlungen in Moscheen erlaubt, christliche Gottesdienste hingegen verboten. Das sind Fake News. Jede Art von Gottesdienst findet nicht statt.

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