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Muslime im Fastenmonat Ramadan

Ramadan 2020

Ramadan in der Corona-Krise: Was während der Fastenzeit wichtig ist

2020 fällt der Ramadan in die Corona-Krise. Alle wichtigen Informationen zum Fastenfest trotz Pandemie.

  • Ramadan ist eines der wichtigsten Feste des Islam
  • Während des Fastens sollen Musliminnen und Muslime tagsüber auf Essen und Trinken verzichten
  • Das Fest startet dieses Jahr Ende April, aber es ist wegen des Coronavirus unklar, ob die Feiern stattfinden können

Was ist der Ramadan?

Ramadan ist der neunte Monat des Islamischen Kalenders. In dieser Zeit wird Musliminnen und Muslimen laut Koran das Fasten vorgeschrieben. Damit soll zum einen Gott gedient, aber auch der eigene Körper und Geist gereinigt werden. 

Die Zeit des Ramadans ist auch eine Zeit der Gemeinschaft. Musliminnen und Muslime kommen in dieser Zeit zum Beten und auch zum abendlichen Essen zusammen. Das Ende der Fastenzeit wird mit dem Fest Eid, dem Fest des Fastenbrechens gefeiert. Im türkischen Sprachgebrauch wird Eid auch Ramazan-Fest oder Zuckerfest genannt, im kurdischen Remezan. 

Wie fastet man an Ramadan?

Während des Ramadan sollen Gläubige des Islam von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf jegliches Essen und Trinken verzichten. Beides ist jedoch nach Sonnenuntergang wieder erlaubt. Auch Geschlechtsverkehr mit dem Ehepartner oder der Ehepartnerin ist dann erlaubt. Wie streng sie diese Regeln befolgen, entscheiden viele Musliminnen und Muslime für sich, doch in manchen Ländern werden Verstöße gegen das Fasten mit Geldbußen oder sogar Haft bestraft. 

Doch nicht alle Musliminnen und Muslime müssen die Regeln befolgen: Kinder, Schwangere, kranke und ältere Personen sind zu ihrem gesundheitlichen Schutz von der Fastenzeit ausgenommen.  

Wann beginnt Ramadan in 2020?

Dieses Jahr wird der Ramadan am Abend des 24.04.2020 beginnen und bis zum Abend des 24.05.2020 dauern. Tatsächlich ändert sich der Monat, in dem Ramadan stattfindet, jedes Jahr. Zumindest wenn man nach dem gängigen gregorianischen Kalender geht, fällt die Festzeit alle paar Jahre auf eine andere Jahreszeit. 

Dieses Jahr beginnt der Ramadan am 23. April 2020. 

Denn das Fest richtet sich nach dem Islamischen Kalender, der auf den Mondmonaten basiert, also den zwölf Phasen von einem Neumond zum nächsten. Dadurch hat jedes Jahr 354 Tage. Auf den gregorianischen Kalender gerechnet, rutscht der Ramadan so jedes Jahr elf Tage nach vorn. Sobald die Sichel des Mondes im Ramadan-Monat zum ersten Mal zu sehen ist, beginnt die Fastenzeit. 

Der Ramadan 2020 endet mit dem Fest des Fastenbrechens

Feierlich endet der Ramadan mit dem Fest des Fastenbrechens. Abhängig von Land und Region unterscheidet sich die Art des Festes voneinander. Der erste Tag des Festes und somit auch der Höhepunkt findet nach der Sichtung des Neulichtes nach dem Neumond statt. Musliminnen und Muslime danken am Tag des Festes Allah (Gott) dafür, dass sie das Fasten überstanden haben. Zudem bitten Sie Allah darum, Ihre Gebete während des Ramadan anzunehmen und ihnen Fehler zu vergeben.

Fasten in der Corona-Krise: Gelten in 2020 besondere Regeln für den Ramadan?

Gläubige, die an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkranken, sind ohnehin von der Fastenzeit ausgenommen. Inzwischen sind allerdings auch sämtliche Gemeinschaftsgebete in Moscheen  wegen Corona während des Ramadan in Deutschland bereits verboten, um die Verbreitung einzudämmen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland unterstützt die Einschränkung durch das vom Bund beschlossene Kontaktverbot.

"Die Unversehrtheit der Menschen ist dabei nicht nur Bürgerpflicht, sondern steht im vollkommenen Einklang mit unseren Glaubensbestimmungen" hatte Vorsitzender Aiman Mazyek den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Mazyek gehe davon aus, dass die Moscheen auch während Ramadan noch geschlossen bleiben. Aufgrund der aktuellen Lage ist also damit zu rechnen, dass das Ramadan-Fest in Deutschland nicht wie geplant ab dem 23. April stattfinden wird. 

Ist Fasten gefährlich für die Gesundheit?

Nicht nur an Ramadan, Ostern oder den jüdischen Feiertagen Purim, Jom Kippur und Pessach fasten viele Menschen. Für den Verzicht auf Speisen gibt es auch gesundheitliche Gründe. Bei gewissen Krankheiten kann das Fasten, in Absprache mit den behandelnden Ärzten, Beschwerden lindern. Die Forschung ist allgemein sehr interessiert an den gesundheitlichen Vorzügen des sogenannten Heilfastens. Studien beschäftigen sich dabei mit Effekten wie Entzündungshemmung, Entgiftung und schnellerer Regeneration der Zellen. Dabei beziehen sich diese Studien nicht nur auf lange Fastenkuren, sondern auch auf kurze Phasen ohne Essen. 

Experten waren jedoch davor, das Fasten zur Gewichtsabnahme nutzen zu wollen. Denn im Unterschied zum Fasten, bei dem das Essen in bestimmten Abständen uneingeschränkt erlaubt ist, birgen extreme Diäten die Gefahr der Mangelernährung. 

Von Valérie Eiseler

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