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Raucherpausen gehören zum Alltag in vielen Betrieben.

Ausgleich für Nichtraucher

Rauchen auf der Arbeit: Chef aus Neustadt schenkt Nichtrauchern Urlaub

Der Chef eines Landgasthofs in Rheinland-Pfalz hat den Ärger um Raucherpausen in seinem Betrieb mit zusätzlichen Urlaubstagen beendet.

  • Ein Gasthofleiter schenkt Nichtrauchern in seinem Betrieb fünf Urlaubstage pro Jahr.
  • Die Raucherpausen in dem Betrieb ließen sich auf 8 bis 15 freie Tage im Jahr hochrechnen.
  • Raucher dürfen auch weiterhin Zigarettenpausen machen.

Neustadt – Raucherpausen gehören in den meisten Betrieben zum Alltag. Stündlich verlassen die Kollegen das Büro, um eine Zigarette zu rauchen. Nichtrauchern bleibt diese Pause verwehrt. Eine Benachteiligung, die der Chef des Landgasthofs Jägerstübchen nicht mehr tolerieren will.

Nichtraucher bekommen in einem Gasthof in Neustadt fünf Urlaubstage geschenkt

In dem Gasthof in Neustadt-Hambach (Rheinland-Pfalz) sollen künftig die Nichtraucher einen Ausgleich bekommen. Zuvor hatten die regelmäßigen Raucherpausen zu Streit unter den Kollegen geführt. Aus diesem Grund entschied sich der Besitzer des Gasthofs, den Nichtrauchern in seinem Betrieb fünf Urlaubstage pro Jahr zu schenken. „Bei uns im Betrieb sind wir tolerant. Die Raucher müssen nicht ausstechen“, sagte der Gasthofleiter Helmut Glas zu RTL.

Nachdem sich die Streitigkeiten unter den Nichtraucher und Rauchern häuften, rechnete Gasthofleiter Helmut Glas aus, wie viel Zeit seine Mitarbeiter pro Arbeitstag mit Rauchen verbringen. Das Ergebnis: Ein rauchender Mitarbeiter verbringe 8 bis 15 Arbeitstage im Jahr in der Raucherpause und nicht am Arbeitsplatz. So kam Glas auf die Idee, den Nichtrauchern zusätzlichen Urlaub zu schenken.

Wer raucht wie viel?

Alter Männer (%)Frauen (%)
21-24 Jahre36,223,4
25-29 Jahre31,934,1
30-39 Jahre 35,027,4
40-49 Jahre 32,128,2
50-59 Jahre30,024,8

Positive Resonanz in Neustadt: Bei den Mitarbeitern kommt der Nichtraucher-Urlaub gut an

Seitdem die neue Urlaubsregelung in Kraft getreten ist, herrscht wieder eine positive Arbeitsatmosphäre im Gasthof Jägerstübchen in Neustadt. Streitigkeiten wegen Raucherpausen am Arbeitsplatz sind passé. So sollen sich manche Raucher in dem Betrieb dazu entschlossen haben, zu Nichtrauchern zu werden.

Auch der Chef des Landgasthofs ist mit seinem Entschluss, den Nichtrauchern in seinem Betrieb fünf zusätzliche Tage im Jahr Urlaub zu geben, weitgehend zufrieden. „Das ist eine Lösung, die für unseren Betrieb gut ist, ich weiß nicht, ob das für andere Betriebe funktioniert“, so Helmut Glas.

Kann der Arbeitsgeber das Rauchen am Arbeitsplatz verbieten?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Recht, das Rauchen am Arbeitsplatz zu verbieten. Der Arbeitgeber kann hierfür von seinem Direktionsrecht Gebrauch machen: Nach §106 Gewerbeordnung ist es ihm möglich, die Angestellten nach seinem Ermessen anzuweisen. Er entscheidet demnach, wie sich die Angestellten in seinem Betrieb verhalten, sofern das nicht anderen vertraglichen Vereinbarungen widerspricht. Wichtig: Der Arbeitgeber muss zunächst den Betriebsrat hinzuziehen und eine Betriebsvereinbarung zum Rauchverbot aushandeln.

Um ein Rauchverbot geltend zu machen, kann sich der Arbeitgeber auf den Nichtraucherschutz beziehen. Nach der Arbeitsstättenverordnung muss der Arbeitgeber die Sicherheit und den gesundheitlichen Schutz seiner Mitarbeiter garantieren. So dürfen Nichtraucher nicht den Gefahren des Passivrauchens ausgesetzt sein.

Zählt die Raucherpause zur Arbeitszeit?

Raucher haben keinen Anspruch auf eine bezahlte Raucherpause. So zählt die Zigarette für zwischendurch nicht zur Arbeitszeit. In Betrieben mit sogenannter „Vertrauensarbeitszeit“ ist die Raucherpause nur schwierig von der Arbeitszeit abzuziehen. Schließlich gibt es keine offiziellen Arbeitszeiterfassungen und die Mitarbeiter können ihre Arbeitszeit frei einteilen. (Von Jennifer Richter)

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