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Droht Niedersachsen ein neuer Schlachthof-Skandal? Ein Betrieb im Landkreis Stade ist in Verdacht geraten.

Strafanzeige gestellt

Weiterer Schlachthof-Skandal droht: Aktivisten filmen verdeckt Tierquälerei

Droht ein neuer Schlachthof-Skandal? Tierschützer haben aussagekräftige Beweise für Tierquälerei angekündigt. Das zuständige Ministerium hat Strafanzeige erstattet.

Update vom 5. April 2019, 11.45 Uhr: Wie kreiszeitung.de erfahren hat, ist der Skandal-Schlachthof im Landkreis Stade erst im Januar 2019 von der zuständigen Behörde kontrolliert worden. Bei dem unangemeldeten Besuch "konnten keine schwerwiegenden Verstöße festgestellt werden", teilt das Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. Zwar erkannten die Kontrolleure "aus tierschutzrechtlicher Sicht Mängel bei der Technik der Betäubung", doch scheinen die Mängel nicht gravierend genug gewesen zu sein, um den Betrieb stillzulegen.

Weiterer Schlachthof-Skandal droht: Aktivisten filmen verdeckt Tierquälerei

Stade/Hannover - Wegen des Verdachts auf Tierquälerei darf in einem Schlachthof im Kreis Stade bis auf weiteres nicht mehr geschlachtet werden. Das ordnete der Landkreis am Mittwoch in Abstimmung mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover an, berichtet kreiszeitung.de*.

Das Ministerium war nach eigenen Angaben von Aktivisten der Soko Tierschutz alarmiert worden. Sie haben angeblich mit Videos dokumentiert, wie kranke Tiere mit Seilwinden erst zum Transport in Fahrzeuge und dann zur Schlachtung gehievt wurden.

Strafanzeige gegen Betreiber des Schlachthofs erstattet

In mehreren Fällen sollen die Tiere Schmerzen ausgesetzt worden sein, teilt das Ministerium weiter mit. Aussagekräftige Beweismittel sind angekündigt worden. Das Ministerium teilte mit, es habe Strafanzeige  bei der Staatsanwaltschaft Stade erstattet. Nun ruht der Schlachtbetrieb.

Weitere Maßnahmen wie der Entzug der Zulassung werden aktuell geprüft.

Bereits mehrere Skandale an Schlachthöfen in Niedersachsen

Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) informierte den Agrarausschuss des Landtags über den mutmaßlichen Verstoß gegen das Tierschutzrecht. 

In den vergangenen Monaten hatte es bereits ähnliche Vorwürfe gegen Schlachtbetriebe in Bad Iburg, Oldenburg und in der Region Hannover gegeben. Otte-Kinast will über den Bundesrat erreichen, dass Schlachthöfe mit einer Kameraüberwachung ausgestattet werden.

Im Oktober 2018 kündigte ihr Ministerium an, unangemeldete Kontrollen auf Schlachthöfen durchzuführen. Jetzt droht der nächste Skandal.

Die skandalösen Zustände in einem Schlachthof in Oldenburg führten zu einer großen Demonstration von Tierschützern des Deutschen Tierschutzbüro.

dpa/jdw

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