Tim Mälzer trägt ein schwarzes Hemd und spricht in ein Mikrofon. (Symbolbild)
+
Tim Mälzer spricht über seine finanzielle Lage, die sich durch die Corona-Politik verschlechtert hat.

Corona-Politik schadet Gastronomen

Starkoch Tim Mälzer steht vor dem Ende: „Konten sind geräumt“

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
    schließen

Der Starkoch Tim Mälzer steht kurz vor der Insolvenz. In einem Interview appellierte er an die Politik - mit deutlichen Worten.

Hamburg - 2020 war ein bitteres Jahr für die Gastronomie. Weil die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus nicht abebben wollte, beschloss die Politik harte Maßnahmen (*FNP berichtete) wie etwa die Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants. Das trieb viele Gastronomen in den finanziellen Ruin, denn sie erholten sich nur schwer bis gar nicht von den ausgebliebenen Einnahmen.

Doch auch 2021 geht für viele Unternehmer und Arbeitnehmer im Gastgewerbe die Misere* weiter. Der Lockdown soll verlängert werden*. Nun hat sich Starkoch Tim Mälzer* erneut zu Wort gemeldet. Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt sagte er nun, dass seine Existenz am Ende ist.

Starkoch Mälzer: Konten „inzwischen geräumt“

Gegenüber dem Blatt zeigte sich Tim Mälzer beim Online-Neujahrsempfang am Dienstag enttäuscht, die versprochenen Corona-Hilfspakete für die Gastronomie und Unterhaltungsbranche seien nicht angekommen. Tim Mälzer habe zwar eine Vorauszahlung von 10.000 Euro bekommen, diese hätte jedoch nur einen Bruchteil der anlaufenden Kosten seiner Betriebe decken können. „So langsam wird die Luft wirklich, wirklich eng“, sagte der Koch. Seine Konten seien „inzwischen geräumt.“

Viele Restaurants sind seit dem Lockdown im November* geschlossen und bieten vereinzelt Liefer- oder Abholservice* an. Laut Erfassungen des Statistischen Bundesamtes sind die Umsätze in der Gastronomie beispielsweise im Oktober 2020 gegenüber dem Vormonat um mehr als 11 Prozent zurückgegangen. Die finanziellen Rücklagen vieler Gastronomen sind seit dem ersten Lockdown im Frühjahr inzwischen aufgebraucht, sodass keine Sicherheiten mehr da sind. Auch die von Tim Mälzer, wie er im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt erzählt.

Tim Mälzer: „Nicht nur unternehmerisch, sondern auch privat bankrott!“

Schon im März zeigte sich Tim Mälzer in der ZDF-Talkshow Markus Lanz besorgt: „Das kann ich mir noch ungefähr drei Monate leisten, danach bin ich nicht nur unternehmerisch, sondern auch privat bankrott!“. Zudem fand der 49-Jährige klare Worte für den Zustand seiner Branche: „Wir stehen unter enormen Stress. Ich rede hier nicht über meine Existenz, sondern über eine ganze Branche und über Mitarbeiter, für die ich eine Verantwortung habe“.

Mälzer beschäftigt in zwei Hamburger Restaurants und einer Catering-Firma mehr als 160 Angestellte. Ende Dezember hatte der Starkoch in der Sendung „RTL Aktuell - Spezial“ auf die sich zuspitzende Lage in der Gastronomie hingewiesen. Die „Alarmlampen“ stünden „mehr als auf rot“, so Mälzer. *FNP ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare