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Nordkorea hat nach Medienberichten sein umstrittenes Atomtestgelände Punggye-ri unbrauchbar gemacht.

Gipfeltreffen abgesagt

Trumps Nachricht an Kim Jong Un

Der historische Gipfel Nordkorea-USA kommt nicht zustande. Trump zieht den Stecker, und er gibt seinem Gegenüber in Pjöngjang die ganze Schuld.

Eine weltweite Hoffnung auf Frieden ist geplatzt: US-Präsident Donald Trump hat das für den 12. Juni mit Hochspannung erwartete Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un abgesagt. Das schrieb Trump in einem Brief an Kim, den das Weiße Haus veröffentlichte. Der Streit über die Atomwaffen und Raketen Nordkoreas gilt als einer der gefährlichsten Konflikte. Der seit Wochen geplante Gipfel mit dem Ziel einer atomaren Abrüstung war mit großen Hoffnungen auf eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel verbunden worden.

Unverhohlen drohte Trump Nordkorea in seinem Brief mit den Atomwaffen der USA. „Sie reden über Ihre nukleare Bewaffnung“, schrieb Trump. „Aber unsere sind so massiv und so mächtig, dass ich zu Gott bete, dass sie nie angewendet werden müssen.“

Trump äußerte sich in seiner Absage enttäuscht. „Die Welt, und Nordkorea im Besonderen, haben eine große Gelegenheit für andauernden Frieden und großen Fortschritt und Wohlstand verpasst. Diese entgangene Chance ist ein wirklich trauriger Moment in der Geschichte“, schrieb er.

Die Absage kam wenige Stunden, nachdem Nordkorea Berichten zufolge sein umstrittenes Atomtestgelände Punggye-ri gesprengt hatte. Die Schließung des in einer Bergregion liegenden Testkomplexes war als ein symbolischer Schritt gewertet worden, mit dem das abgeschottete Land seine Bereitschaft zur Denuklearisierung demonstrieren will. Eingeladene Reporter und Kamerateams aus den USA und anderen Ländern berichteten, sie hätten auf dem Testgelände im Nordosten über einen Zeitraum von mehreren Stunden große Explosionen bezeugen können.

Die Nordkoreaner hätten auf dem Gelände in Punggye-ri „die drei noch verbleibenden Testtunnel“ gesprengt, berichtete CBS News aus Nordkorea. Das Problem sei jedoch gewesen, dass kein auswärtiger Experte vor Ort gewesen sei, um zu bestätigen, „was Nordkorea behauptet, getan zu haben: die Schließung des Atomtestanlage ist wirklich vollzogen“.

Die Hauptforderung der US-Seite für den Gipfel war der komplette Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen. In Diplomatenkreisen wird der bewusst unscharfe Begriff Denuklearisierung verwendet. Dies lässt Spielraum für Verhandlungen.

Das kommunistisch regierte Land sieht sich nach Medienberichten weiterhin als Atommacht und will sich nur zum Verzicht auf die Anwendung verpflichten.

(dpa)

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