Maddie McCann gilt seit dem 3. Mai 2007 als vermisst
+
Maddie McCann gilt seit dem 3. Mai 2007 als vermisst.

Vermisst

Fall Maddie McCann: Staatsanwalt Wolters will Beweise für ihren Tod haben

Alle Autoren
    schließen
  • Teresa Toth
    Teresa Toth
  • Sarah Winter
  • Tobias Möllers
    Tobias Möllers

Christian B. soll Maddie McCann 2007 entführt haben. Der im Fall Maddie ermittelnde Staatsanwalt sagt nun, er habe „materielle Beweise“ für den Tod des Mädchens.

  • Seit 2007 wird die damals dreijährige Maddie McCann vermisst.
  • Der Deutsche Christian B. wird verdächtigt, sie entführt und getötet zu haben.
  • Der ermittelnde Staatsanwalt will Beweise für Maddies Tod haben

Update vom Dienstag, 22.09.2020, 10.15 Uhr: Der im Fall Maddie McCann ermittelnde Staatsanwalt Hans Christian Wolters sagt, er habe „materielle Beweise“ für den Tod des Mädchens. Das bestätigte er in einem TV-Interview mit dem portugiesischen Nachrichtensender Rádio e Televisão de Portugal (RTP).

In dem TV-Interview fragt die Interviewerin Sandra Felgueiras, was die Ermittler in einer Kleingartensparte bei Hannover gefunden haben. Wolters antwortet, zu den Ergebnissen dieser Ermittlungen könne er nichts Konkretes sagen. Daraufhin wird der Staatsanwalt direkt gefragt, ob er „materielle Beweise“ für Maddies Tod hat. Wolters antwortet: „Ja".

Fall Maddie: Staatsanwalt Hans Christian Wolters

Vermisste Maddie McCann: „Wir wären nicht an die Öffentlichkeit gegangen, wenn wir uns nicht so sicher gewesen wären.“

Sandra Felgueiras fragt noch genauer nach: „Welche Beweise haben Sie, dass Madeline tot ist?“ Wolters antwortet: „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen. Ich kann das weder dementieren noch bestätigen.“ Er erklärt aber, es sei wie eine Art Puzzle: Es gebe mehrere Teile, die für den Verdächtigen Christian B. als Täter sprechen. „Wir wären nicht an die Öffentlichkeit gegangen, wenn wir uns nicht so sicher gewesen wären. Weil wir kein Interesse daran haben, den Eltern die Hoffnung zu nehmen, dass das Kind noch lebt", erklärt Wolters.

Das genaue Gespräch zwischen Sandra Felgueiras und Staatsanwalt Wolters finden Sie in dem Video ab Minute 12.30. Hans Christian Wolters erklärt auf Deutsch den aktuellen Ermittlungsstand im Fall Maddie McCann.

Bereits vor Maddies Verschwinden soll Christian B. Mädchen und Frauen missbraucht haben

Update vom Mittwoch, 16.09.2020, 13.44 Uhr: Christian B. gilt als Hauptverdächtiger im Fall Maddie McCann, die 2007 im Alter von drei Jahren im Portugal-Urlaub verschwand. Seit die Ermittlungen gegen den Verdächtigen eingeleitet wurden, meldeten sich mehrere Personen bei der Polizei, die von einem bislang Unbekanntem missbraucht wurden. Aufgrund der Täterbeschreibung. vermuten die Ermittler, dass es sich dabei um Christian B. handeln könnte. Daher wurde nun erneut ein Verfahren gegen den Verdächtigen eröffnet. In einem anderen Vergewaltigungsfall war dieser bereits verurteilt worden.

Laut einem Bericht von „focus.de“ wurde die Irin Hazel Benan 2004 von einem Unbekannten in ihrer Wohnung in der Nähe von Praia da Luz in Portugal – wo Christian B. längere Zeit lebte – überfallen und vergewaltigt. Nachdem die Braunschweiger Staatsanwaltschaft den Fall wochenlang überprüfte und sich die Hinweise erhärteten, dass es sich bei dem Täter um B. handelt könnte, leiteten sie nun die Ermittlungen zu dem Fall ein.

Ermittlungen im Fall Maddie McCann: Weiterer Missbrauchsfall belastet Tatverdächtigen

Update vom Freitag, 04.09.2020, 17.12 Uhr : Im Jahr 2007 verschwand die damals dreijährige Maddie McCann aus ihrem Hotelzimmer in Praia da Luz an der Algarve in Portugal. Der Hauptverdächtige, Christian B., soll das Mädchen entführt und anschließend getötet haben. Ein ehemaliger Freund des Verdächtigen, Manfred S., fand belastendes Videomaterial, welches Beweise zu möglichen Vergewaltigungsdelikten zeigt.

Christian B. hielt sich früher oft in Praia da Luz in Portugal auf. Dort brach er mehrmals in Häuser und Hotelanlagen ein. Aus einer derartigen Anlage verschwand auch Maddie. Doch schon vor ihrem Verschwinden soll sich Christian B. an einem weiteren Mädchen vergangen haben, so berichtet es nun der Spiegel. Nur einige Wochen zuvor soll B. an einem Strand der portugiesischen Algarve eine Zehnjährige gepackt und vor ihren Augen masturbiert haben. Der Täter flüchtete, nachdem einige Erwachsene zur Hilfe eilten. Erst im vergangenen Jahr wurden die Behörden auf diesen Fall aufmerksam. Allerdings stellten sie ihre Ermittlungen gegen Christian B. zeitweise wieder ein, da das Opfer den mutmaßlichen Täter nicht sicher identifizieren konnte.

Nachdem Christian B. als Hauptverdächtiger im Fall Maddie festgenommen wurde, meldete sich die Frau wieder bei der Polizei. Sie sei sich, nach Angaben des Spiegels, zu 99 Prozent sicher, dass es sich um B. handeln würde. Somit wurden der Fall wieder aufgenommen.

Christian B. in Einzelhaft - Soziale Kontakte im Knast möchte er keine

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt nun ein Ermittlungsverfahren gegen den in Kiel inhaftierten mutmaßlichen Sexualstraftäter, berichtet der „Spiegel“. Doch schon seit vielen Wochen schweigt Christian B. zu seinen Taten. Die „Bild“ berichtet, dass er 23 Stunden am Tag alleine in seiner kleinen Zelle verbringen würde. Soziale Kontakte würde er vermeiden und auch seine Stunde Freigang lieber alleine verbringen. Grund dafür sei die „Knasthierarchie“, bei der Kinderschänder und mutmaßliche Kindermörder ganz unten stehen. So sei B. von anderen Insassen bereits bedroht worden, so die „Bild“. Die einzigen Kontakte, die er nicht vermeiden würde, seien sein Anwalt, die Aufseher und der Gefangene, der ihm seine Mahlzeiten bringt.

Der Verdächtige Christian B. im Fall des vor gut 13 Jahren verschwundenen britischen Mädchens «Maddie» verbüßt in Kiel derzeit eine Haftstrafe.

Erstmeldung vom 25.08.2020, 14:44 Uhr: Braunschweig - Der Hauptverdächtige Deutsche im Fall der vermissten Maddie McCann, Christian B., schweigt weiter zu den Vorwürfen gegen ihn. Aus seinem Umfeld aber wird immer mehr zu dem Mann bekannt. Ein ehemaliger Freund des Verdächtigen, Manfred S., erzählt nun, dass er Beweise fand, die zu Christian B.‘s Verurteilung im Vergewaltigungsfall einer 72-jährigen Amerikanerin führten.

Die Rentnerin war in Praia da Luz an der Algarve in Portugal im Jahr 2006 Opfer einer Vergewaltigung geworden. Die damals dreijährige Maddie McCann verschwand im Jahr 2007 in Praia da Luz. Wegen der Vergewaltigung der Rentnerin wurde Christian B. vom Landgericht Braunschweig im Jahr 2019 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Dazu will auch Manfred S. beigetragen haben.

Vermisste Maddie McCann: Brisantes Video aufgetaucht

Der Mann behauptet, dass er per Zufall eine Aufnahme der Tat entdeckt habe. Manfred S. und Christian B. waren damals als Kleinkriminelle in Portugal unterwegs - öfter gemeinsam, aber wohl auch gegeneinander. Als Christian B. wegen eines Diebstahls im Gefängnis saß, witterte sein „Kumpel“ eine Chance und brach bei B. ein. Dabei will er auf die Aufnahme gestoßen sein. Er klaute eine Videokamera und fand auf einer Kassette darin angeblich die Szene, in der die 72-Jährige vergewaltigt wird. In einer anderen Szene soll auch ein Mädchen zu sehen gewesen sein, das im Haus angebunden war, erzählt S.

Ein weiteres Detail aus der Aussage von Manfred S. belastet Christian B.: B. habe ihm damals erzählt, dass er auch in Hotels einbreche, behauptet S. Maddie Mc Cann verschwand aus einem Hotel, das nur 15 Minuten von Christian B.s damaligem Haus entfernt ist.

Vermisste Maddie McCann: BKA vermutet, dass das Mädchen tot ist

Anfang Juni hatte der Fall Madeleine „Maddie“ McCann nach langem Stillstand in den Ermittlungen rasant an Fahrt aufgenommen. Seit 13 Jahren gilt das damals dreijährige britische Mädchen als vermisst. Maddie war im Mai 2007 aus einer Ferienanlage in Praia da Luz verschwunden. Die verzweifelte Suche der Eltern erfuhr eine beispiellose mediale Aufmerksamkeit. Weltweit nahmen Menschen Anteil am Schicksal der Familie. Aber obwohl das Arzt-Ehepaar Gary und Kate McCann die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner Tochter nie aufgab, wurde es mit der Zeit still um den Fall Maddie – bis zum 3. Juni 2020.

An einem Mittwochabend ließ das BKA in Wiesbaden die Bombe platzen und verkündete, dass man gegen einen 43-jährigen  Deutschen aus Braunschweig ermittle. Die Staatsanwaltschaft ist sich mittlerweile sicher, dass Christian B. Maddie McCann entführt und getötet hat. Schon am Tag nach dieser spektakulären Enthüllung rief der BKA-Beamte Christian Hoppe in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ die Zuschauer auf, sich mit Hinweisen zu melden. Etliche folgten diesem Aufruf. (Tobias Möllers)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare