Wäsche an einer Leine: In dieser funktionalen WG wird wirklich alles geteilt. Auch die Klamotten inklusive Unterwäsche.
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In dieser funktionalen WG wird wirklich alles geteilt. Auch die Klamotten inklusive Unterwäsche. (Symbolbild)

Funktionale WG

Verrückte WG: Sechs Menschen teilen sich alles – auch die Unterwäsche

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Diese jungen Menschen leben in einer etwas anderen WG: Die Mitbewohner teilen nicht nur das Bad und die Küche, sondern auch Klamotten, Lebensmittel und das Bett. 

Dresden ‒ In dieser WG gibt es kein „mein“ und „dein“: Bei Lillian und ihren fünf Mitbewohnern wird alles geteilt. Die sechs Studenten leben in Dresden in einem Haus auf insgesamt 135 Quadratmetern zusammen. Trotzdem gibt es nur ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, einen Kleiderschrank. Wenn man seine Privatsphäre braucht, bekommt man die im „Privatzimmer“, das man aber auch nur nutzen kann, wenn es nicht schon belegt ist - denn auch das wird geteilt.

Das Zusammenleben an sich ist in Deutschland neben dem Familien- und Alleinleben gar keine unbeliebte Wohnsituation. Insgesamt leben sogar fast sieben Prozent der Deutschen ab 14 Jahren 2021 in einer Wohngemeinschaft (WG). Das hat die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse ergeben. Neben einer finanziellen Entlastung bringt so eine WG schließlich auch andere Vorteile mit sich, wie nette Gesellschaft oder geteilte Hausarbeit.

Doch viele Menschen schrecken vor dem Zusammenleben mit anderen Menschen auch zurück. Häufige Gründe: die fehlende Privatsphäre, mangelnde Sauberkeit, häufiger Streit um Lebensmittel. Die funktionale WG in Dresden hat das Konzept so weit auf die Spitze getrieben, dass dort wirklich alles geteilt wird. Von den Räumen über die Einkäufe oder die Klamotten bis zum Bett. Für das Format „follow me.reports“ hat Funk-Reporter Pablo diese WG in Dresden besucht und was die Bewohner dem Reporter dort zeigten, ist eine ganz andere Art des Zusammenlebens.

Eine WG, die alles teilt: Kein eigenes Zimmer und Privatsphäre-Ampel in Dresden

Sechs junge Menschen leben aktuell in der besonderen WG zusammen. In Hochzeiten waren es schon bis zu 11, berichtet Lillian in der Funk-Reportage. Sie selbst lebt seit eineinhalb Jahren in der „funktionalen WG“. Funktional bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eben nicht jeder sein eigenes Zimmer hat, wie man es vielleicht aus einer Wohngemeinschaft kennt, sondern dass die Räume nach Funktion genutzt werden. Das ermöglicht der WG neben Bad und Küche auch ein Musik- und Party-Zimmer, ein Arbeitszimmer, ein Kleiderzimmer und sogar ein „Privatzimmer“.

Die „follow me“-Reportage von Funk fühlt dabei ganz genau auf den Zahn - denn Zuschauer dürfen vorab schon ihre Fragen einreichen - so unangenehm sie auch sind. Unter anderem auch: „Wie macht ihr das mit dem geteilten Schlafzimmer in Bezug auf Liebespartner und Sex?“ Und da kommt das Privatzimmer ins Spiel. Der Raum ist mit einer selbst gebastelten Ampel ausgestattet. Steht sie auf Grün, darf jeder gerne hereinkommen oder der Raum ist leer, bei Gelb gilt „Bitte anklopfen“ und bei Rot möchte der oder diejenige seine absolute Ruhe haben.

Funktionale WG: Mitbewohner teilen sich sogar die Unterwäsche

In diesem Zimmer hängen beispielsweise auch die Zugangsdaten für einen Porno-Account. Es scheint also tatsächlich kaum Grenzen zu geben in der funktionalen WG in Dresden. Auf ihre Klamotten angesprochen zeigt Lillian auch noch einmal, wie locker der Umgang mit eigenem und fremdem Eigentum in der WG ist. Sie schaut an sich herunter und sagt: „Das ist auf jeden Fall nicht von mir. Das schon. Die Socken, keine Ahnung und ich glaube die Unterhose auch nicht.“

Gerade in Frankfurt ist der Wohnungsmarkt nach wie vor angespannt, sodass auch hier viele Menschen - gerade Studenten und Auszubildende - in Wohngemeinschaften leben. Um die Situation zu entspannen, startet die Stadt Frankfurt jetzt ein außergewöhnliches Wohn-Projekt. (iwe) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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