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Test Dragon Quest XI - Streiter des Schicksals (Nintendo Switch)

Dragon Quest XI für Nintendo Switch

Test der Switch-Version von „Dragon Quest XI“: Pure Liebe

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Das wundervolle Rollenspiel „Dragon Quest XI - Streiter des Schicksals“ ist nun auch für die Nintendo Switch erschienen. Kann das gigantische Game auch auf dem kleinen Bildschirm überzeugen?

Es gibt immer diese eine Spielereihe, die bislang immer an einem vorbeigegangen ist. Bei mir war diese eine Spielereihe immer „Dragon Quest“. Jetzt endlich bin ich dazu gekommen, sie mit der Switch-Version von „Dragon Quest XI“ zu entdecken. Und schnell war klar: Das wird eine dauerhafte Liebesbeziehung.

Doch von Anfang an. In einem Wettbewerb der längsten Spieletitel hätte „Dragon Quest XI - Streiter des Schicksals - Definitive Edition“ gar nicht mal so schlechte Karten. Schon der Name ist ehrfurchteinflößend. Man ahnt: Lässt man sich auf das Spiel ein, wird das eine längerfristige Entscheidung. Und tatsächlich: Dragon Quest XI ist ein langes, ein sehr langes Spiel. Und dabei nicht eine Sekunde lang langweilig.

Test von „Dragon Quest XI“ (Switch): Die Party macht die Party

Auch das verwundert, wenn man sich die Hauptstory anschaut. Wir spielen den wortkargen „Lichtbringer“, den Retter der Welt und retten die Welt - natürlich. Was Dragon Quest XI dabei aber so einzigartig macht, sind die Begleiter, die wir im Laufe des Spiels kennenlernen, an uns binden, verlieren und wiederfinden. Jeder einzelne dieser höchst unterschiedlichen Charaktere bringt seine ganz eigene, oft überraschende und rührende, immer fesselnde Geschichte mit und wächst einem im Laufe von Dutzenden Spielstunden so immer weiter ans Herz. 

Unsere Begleiter wachsen uns immer weiter ans Herz.

Böswillig könnte man jetzt sagen, dass auch das eher RPG-Standardkost ist. Aber das stimmt nicht. Denn so liebevoll, wie die Figuren in Dragon Quest XI entwickelt werden, schaffen das nur ganz wenige Entwickler. Weil man beim Schreiben irrtümlich sowieso oft Dragon Age statt Dragon Quest schreibt - man denke nur einmal an das in der Rückschau furchtbare „Dragon Age Inquisition“, das ganz ähnliches versucht hat, aber dabei krachend gescheitert ist.

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Kann man sich heute an keinen einzigen Charakter aus Dragon Age Inquisition mehr erinnern, weil diese einem irgendwie vollkommen egal waren und blieben, wachsen einem in Dragon Quest XI der ungestüme Dieb Erik, die atemberaubend charmante Kriegerprinzessin Jade, durchgeknallte Zirkus-Ritter Rionaldo oder die winzige Magierin Veronika mit dem massiven Aggressionsproblem in Windeseile ans Herz.

Test von „Dragon Quest XI“ (Switch): Schwere Themen, sensibel erzählt

Man merkt schon: Auch wenn die Hauptstory im weiteren Verlauf immer düsterer und anspruchsvoller wird, bleibt Dragon Quest XI in weiten Teilen ein lustiges und herzerwärmendes Spiel. Auch weil es sich nicht davor scheut, schwierige Themen anzusprechen. So begleiten wir einen Charakter zu seinem Outing im Gespräch mit seinem grotesk übermännlichen Vater. 

Was sehr leicht sehr peinlich werden könnte (ein Eindruck, der sich durchaus dadurch verstärkt, dass in der Vorbereitung kein Schwulen-Stereotyp ausgelassen wird), gipfelt in einem wundervollen, überraschenden Dialog. Denn dem übermännlichen Vater ist vollkommen egal, was sein Sohn treibt. Ihm ist aber nicht egal, was für ein Mensch er ist, ob er verlässlich und hilfsbereit ist.

Test von „Dragon Quest XI“ (Switch): Durchgeknallte Übersetzung scheut vor keinem Wortspiel zurück

Solche kleinen, überraschenden Geschichten gibt es in Dragon Quest XI zuhauf. Sie geben dem Spiel, das vor keiner Albernheit zurückscheut (insbesondere die hervorragende deutsche Übersetzung gibt Vollgas an der Wortspielmaschine und ist deutlich origineller als die englische Sprachausgabe), eine Tiefe und emotionale Schwere, die man auf den ersten Blick nicht erwartet.

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Und so erkundet man die riesige Welt, führt unzählige fordernde rundenbasierte Kämpfe (die sich allerdings auch weitgehend automatisieren lassen), verbessert seine Ausrüstung, hilft NPCs und versinkt immer mehr in die Welt von Dragon Quest XI. Wie so oft zeigt sich, dass die Switch eine herausragend geeignete Plattform für JRPGs ist. Man hat die Spielwelt immer dabei, die technische Umsetzung ist sehr gut gelungen.

Test von „Dragon Quest XI“ (Switch): Die Switch-Version ist die beste und umfangreichste von allen

Sicher sieht Dragon Quest XI auf der Switch nicht ganz so umwerfend aus wie auf PC oder PS4, es ist aber auch auf der Switch ein wunderschönes Spiel, das allzeit butterweich läuft. Und die Käufer der Switch-Variante bekommen mit der „Definitive Edition“ fraglos das beste Gesamtpaket. Denn hierfür wurde das Spiel noch einmal deutlich aufgebohrt.

Wer mag, darf auf der Switch das ganze Game in einer blitzhübschen 16bit-Variante durchspielen.

Zahlreiche Nebenquests kamen hinzu, man hat die Wahl zwischen dem Synthie- und einem epischen Orchestersoundtrack und - kein Scherz - man kann das gesamte Spiel (wenn man mag und Nostalgiker ist) auch in einer blitzhübschen 16bit-Variante durchspielen.

Fazit

In der jetzigen Zeit, in der viele viel mehr Zeit zum Spielen haben, ist „Dragon Quest Xi - Streiter des Schicksals - Definitive Edition“ kaum zu schlagen. Dutzende Stunden voller warmherziger, spannender und lustiger Geschichten, taktisch anspruchsvolle Kämpfe und dazu eine hervorragende Technik - Rollenspielerherz, was willst Du mehr?

Wer immer noch zaudert, dem sei verraten, dass es im eShop von Nintendo eine absurd umfangreiche Demoversion von Dragon Quest XI zum Download mit rund zehn Stunden Spielzeit gibt. Nun gibt es gar keinen Grund mehr, nicht eine Runde mit dem Lichtbringer und seinen Freunden zu drehen.

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