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Und da fällt es runter. Einem richtigen Outdoor-Smartphone wie dem Cat S61 macht das - abgesehen von vielleicht einigen Kratzern - wenig aus.

Das können Outdoor-Smartphones

Irgendwas liegt in der Luft. Luftqualität orange, hier sind viele flüchtige organische Verbindungen unterwegs. „Erhebliche Bedenken. Suche nach Quellen, verstärkte Lüftung notwendig”, verrät das massive Telefon mit dem Schriftzug eines Baumaschinenherstellers.

Irgendwas liegt in der Luft. Luftqualität orange, hier sind viele flüchtige organische Verbindungen unterwegs. „Erhebliche Bedenken. Suche nach Quellen, verstärkte Lüftung notwendig”, verrät das massive Telefon mit dem Schriftzug eines Baumaschinenherstellers.

Möglich macht das ein eingebauter Luftqualitätssensor im Cat S61, das mit Caterpillar-Logo vom britischen Hersteller Bullitt gebaut wird. Ein Android-Smartphone mit der Anmutung eines Flugzeugträgers. Ein robuster Metallrahmen, harte Vorder- und Rückseite, wassergeschützte Anschlüsse - dieses Telefon ist auf den ersten Blick für schlammige Baustellen gemacht.

Robust-Telefone sind ein Nischenprodukt, aber die Nische wächst. Diese Smartphones zeichnen sich durch besonders bruchsicheres Material und Schutz gegen die Elemente aus. Zudem liefern sie teils noch Zusatzfunktionen, erklärt Michael Stupp vom Portal „Inside-Handy.de”. Das ebenfalls von Bullitt für Land Rover gebaute Land Rover Explore hat etwa Navigations- und Kartenfunktionen speziell für Outdoorsportler an Bord.

Beim Cat S61 gibt es einen Laser-Entfernungsmesser und eine Wärmebildkamera - und besagten Sensor für dicke Luft. Der will aber nur ein Indikator für schädliche Stoffe aus Lacken, Lösemitteln, Kosmetika oder Klebern sein. Bei der ersten Nutzung weist das Telefon darauf hin, dass man sich nicht darauf verlassen sollte. Einen Effekt hat der Sensor aber sofort. Gasherd-Besitzer wird die tiefrote Warnstufe, die das Smartphone anzeigt, vielleicht dazu bringen, künftig nur noch bei offenem Fenster zu kochen und zu backen.

Aber wer braucht sowas? Offenbar immer mehr Menschen. Denn der Markt für diese Spezialtelefone wächst. Neben Bullitt bringen auch Hersteller wie Ruggear, Sonim oder Crosscall neue Geräte, hinzu kommen etliche hier noch unbekanntere chinesische Marken. Nach Zahlen der Analysten von CCS Insights dürften dieses Jahr in Westeuropa rund 10 Millionen solcher Telefone inklusive gehärteter Featurephones über den Ladentisch gehen, weltweit rechnet man mit rund 36 Millionen. „Die Massenmarkt-Smartphones sind wunderschöne Geräte, die viele Menschen schätzen”, sagt CCS-Analystin Marina Koytcheva. „Ihre großen Bildschirme machen sie aber anfällig für Beschädigungen.”

Manchmal muss halt robuster sein. Das Cat S61 richtet sich etwa an Hand- und Heimwerker, Sicherheits- oder Feuerwehrleute. Seine robuste Hülle schützt es vor Wasser, Stürzen und Hitze. Die Wärmebildkamera findet Wärmebrücken in Gebäuden, erkennt Leitungen, findet Menschen im Dunkeln oder hilft beim Aufspüren von Glutnestern. 900 Euro kostet das Gerät - deutlich weniger als Spezialgeräte für diesen Zweck. „Die Thermal-Kamera ist vielleicht nicht vergleichbar mit teuren Spezialgeräten aus dem Fachhandel”, sagt Michael Stupp. Installateuren könne sie aber gute Dienste für schnelle Diagnosen leisten.

Andere Hersteller wie Crosscall setzen etwa auf lange Laufzeit und leichte Datenübertragung, bei Ruggear gibt es das aktuell angesagte 18:9-Display in harter Hülle oder magnetische Ladestecker, datengestützten Sprechfunk per PTT können die meisten der Geräte.

Ein wenig Lifestyle wollen die robusten Telefone natürlich auch vermitteln. Nicht jeder wird sie mit zum Betongießen oder Kältebrückensuchen nehmen. Gut, dass die meisten Geräte auch im Alltag brauchbare Smartphones sind. „Dem Nutzer muss aber bewusst sein, dass der Fokus des Herstellers auf den Outdoor-Fähigkeiten liegt”, sagt Stupp. Den neuesten Prozessor, das beste Display und das schönste Design gibt es also eher nicht, sondern meist genügsame Mittelklasse-Hardware in Kombination mit Akkus großer Kapazität.

900 Euro markieren aber nicht den Einstieg ins Robustsegment. Ab 400 Euro aufwärts gibt es gute Hardware, sagt Stupp. Wer sparen möchte, findet auch gute Vorgängermodelle für weniger Geld. Billigere Angebote sollte man besser liegen lassen. Besonders die China-Importe der 100- bis 200-Euro-Klasse sähen eigentlich nur robust aus, sagt er, hielten aber meist nicht mehr als ein paar Stürze aus und hätten auch keine hochwertige Versiegelung für hohe IP-Schutzklassen gegen Wasser und Staub. Ob sie also wirklich dicht bleiben, weiß man nicht.

Das weiß man allerdings auch nicht bei den richtig teuren Geräten. „Trotz robuster Außenhaut hält man bei einem Outdoor-Smartphone immer noch feine Technik in den Händen”, sagt Michael Stupp. Deswegen rät er zu Modellen von Herstellern, die einen Vertrieb und technischen Support in Deutschland anbieten.

(Von Till Simon Nagel, dpa)

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