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Abstiegskampf: Auch 1999 war die Hoffnung schon verloren

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Screenshot Bundesligatabelle Saison 1998/99 nach dem 30. Spieltag.
Screenshot Bundesligatabelle Saison 1998/99 nach dem 30. Spieltag. © Kicker.de

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4. Mai 1999: Mit gesenkten Köpfen schleichen die Eintracht-Spieler nach dem 2:2-Remis gegen den Hamburger SV vom Feld. Sie müssen eine Menge Frust verdauen: Trotz einer 2:0-Pausenführung haben die Frankfurter den Sieg in der Nachspielzeit noch aus der Hand gegeben. Es schien das Ende der Träume vom Klassenerhalt. „Das war es dann wohl“, sagte Bernd Hölzenbein nach dem Schlusspfiff. Auch Eintracht-Präsident Rolf Heller hatte nur noch wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt, sprach bereits von der 2. Bundesliga: „Wir planen wie Kaiserslautern den direkten Wiederaufstieg. Aber warum sollen wir nicht das Wunder in Bremen schaffen und gewinnen?“ Die Betonung lag hier auf dem Wort Wunder – realistisch gesehen sprach nämlich einiges gegen die Eintracht. Nach fünf sieglosen Spielen in Folge schien ein erfolgreicher Schlussspurt im Abstiegskampf höchst unwahrscheinlich.

Die Parallelen zur heutigen Ausgangslage vor den letzten vier Saisonspielen sind erstaunlich: Auch damals hieß der Konkurrent um den Klassenerhalt Werder Bremen. Der Rückstand auf den rettenden 15. Platz, den die Norddeutschen belegten – die Relegation wurde zwischen 1991 und 2009 nicht ausgespielt –, betrug wie heute vier Punkte.

Und drei Tage später kam tatsächlich die Wende. Die Frankfurter gewannen das erste „Endspiel“ in Bremen nach Toren von Alexander Schur und Thomas Sobotzik mit 2:1. Die Lage der Frankfurter blieb weiterhin prekär, doch für das Selbstvertrauen war der Sieg Gold wert. „Wir haben bewiesen, dass wir noch leben. Wir sind längst noch nicht tot“, sagte Eintracht-Coach Jörg Berger.

Dieser Erfolg hatte die erhoffte Signalwirkung. Die Eintracht gewann auch die restlichen drei Saisonspiele. Auch der Tabellensechste Borussia Dortmund musste im Waldstadion am 32. Spieltag eine Niederlage quittieren (0:2). Nach dem 3:2-Erfolg auf Schalke am 33. Spieltag kam es schließlich zum legendären Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach dem 5:1-Treffer von Jan Aage Fjörtoft war das Frankfurter Fußball-Wunder vollbracht.

(lg)

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