Eintracht Frankfurt

Adler in Nadelstreifen

  • VonChristian Heimrich
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Die Eintracht hat mit dem neuen Hauptsponsor für die nächsten drei Jahre Planungssicherheit geschaffen. Insgesamt fließen knapp 20 Millionen Euro.

Irgendwann während seiner Erklärungen wechselte Marketing-Vorstand Axel Hellmann – an die nach Übersee sendenden Kameras der sozialen Netzwerke gewandt – ins Englische. Ein Stockwerk tiefer, in der Küche der Vereinsgaststätte „Diva“ am Riederwald brutzelten da schon die Hamburger und Spare Ribs für ein Barbecue mit Medienvertretern und anderen Gästen. Beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt herrschen seit neuestem amerikanische Verhältnisse – eine kleine Verbeugung vor dem neuen Hauptsponsor Indeed, 2004 in den USA gegründet und – eigener Aussage nach – weltweit größtes Jobsuch-Portal im Internet.

Über Zahlen wird offiziell nicht gesprochen. Doch ist durchgesickert, dass die Eintracht bis zum 30. Juni 2020 rund 6,5 Millionen Euro jährlich von den Amerikanern, die den Bierbrauer Krombacher als Trikotsponsor ablösen, erhält. „Das gibt uns Planungssicherheit“, sagte Sport-Vorstand Fredi Bobic. Durch die künftig höheren Erlöse aus dem TV-Vertrag und die Millionen-Einnahmen aus dem DFB-Pokal haben die Frankfurter einen größeren finanziellen Spielraum bei der Zusammensetzung der neuen Mannschaft. Von 15 Millionen Euro ist die Rede, eine Zahl, die Bobic nicht kommentiert. „Es ist klar, dass wir investieren müssen“, erklärte der Eintracht-Boss nur.

In Deutschland ist Indeed – Jahresumsatz: 13 Milliarden Euro – seit 2012 vertreten. Firmensitz ist Düsseldorf. Das Unternehmen operiert mit Webseiten in über 60 Ländern und in 28 Sprachen. „We help people to get jobs“, zitierte Deutschland-Geschäftsführer Frank Hensgens gestern mit feierlichem Unterton das Firmenmotto – und hatte dabei einen Hauch von Donald Trump an sich.

„Make Eintracht Frankfurt great again“? Tatsache ist, dass der Pokalfinalist nicht nur einen potenten Geldgeber für die kommenden drei Jahre gewonnen, sondern auch die Internationalisierung der Vereinsmarke weiter vorangetrieben hat. „Für uns ist das ein Feiertag und ein weiterer Meilenstein bei der Entwicklung neuer Partnerschaften“, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

„Wir wollen uns damit noch stärker den vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters öffnen. Und Indeed ist ein sehr modernes digitales Unternehmen“, begründete Hellmann die Wahl des neuen Partners.

Darüber hinaus wolle der Verein sein Profil auf internationaler Ebene und insbesondere in den USA weiter schärfen.

„Die Internationalisierung ist für uns als Club maßgeblich. Und Indeed scheint der ideale Partner zu sein, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte Hellmann. Aus seiner Sicht ist es aber für beide Seiten eine Win-Win-Situation: „Die Bundesliga ist eine sehr attraktive Marke. Viele Unternehmen wollen sie als Plattform nutzen. Und Eintracht Frankfurt eine der attraktivsten Marken und Plattformen in der Bundesliga.“

Das Engagement von Indeed erstreckt sich nicht nur auf die Profi-Mannschaft, alle im Fußball vertretenen U-Mannschaften des Nachwuchsleistungszentrums sowie die Frauen- und Mädchenteams, sondern umfasst auch alle anderen Sportarten und Abteilungen des Vereins.

Die Partnerschaft richtet sich aber auch an die über 46 000 Eintracht-Mitglieder. Das Unternehmen will sich und sein Produkt demnächst in der Arena im Stadtwald mit einer Job-Börse vorstellen.

Bereits gestern vorgestellt wurde auch das neue Heimtrikot der Frankfurter Eintracht, zum vierten Mal designt vom Sportartikel-Multi Nike. Weiß dominiert, mit dünnen schwarzen Nadelstreifen.

Erstmals öffentlich tragen werden die Profis das neue Trikot beim Trainingsauftakt am 1. Juli in Dreieich. Dann werden sie auch in den Fan-Shops zu kaufen sein.

Die Trikots gibt es neben der Männer und Kinder-Version erstmals auch als Damen-Version mit tailliertem Schnitt und einem tieferen Rundhals-Ausschnitt. Sie kosten je nach Variante zwischen 49,95 und 129,95 Euro.

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