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Die Zukunft von Eintracht-Leihspieler Knauff – Adler oder Biene?

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Von: Daniel Schmitt

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Auch auf links schnell gut: Ansgar Knauff. Foto Imago Images.
Auch auf links schnell gut: Ansgar Knauff. Foto Imago Images. © IMAGO/Hartenfelser

Bei Eintracht Frankfurt beweist Ansgar Knauff trotz durchschnittlicher Hinrunde auch auf links seine Qualitäten – doch was passiert im Sommer?

Frankfurt – Die gute Nachricht aus Sicht des Eintracht-Fußballers Ansgar Knauff vorweg: Seine Anfang Dezember während einer Trainingseinheit im Oberschenkel erlittene Blessur stellte sich tatsächlich nur als eine leichte Muskelverstimmung heraus. Ein paar Tage Ruhe gönnte sich der 20-Jährige zwar, das war nötig und sinnvoll, steht das nächste Pflichtspiel doch erst in einem knappen Monat an, dann aber konnte er zuletzt schon wieder mit dem Lauftraining beginnen. Der Frankfurter Reisegruppe nach Dubai ins Trainingslager, das ist gewiss, wird Knauff im Januar als fittes Mitglied angehören.

Er wird dann anknüpfen wollen mit seinen Leistungen an das erste Halbjahr 2022, in dem er, im Januar vom BVB auf Leihbasis verpflichtet, stante pede den Aufstieg vom Dortmunder Drittligaspieler zum europäischen Shootingstar packte. Ansgar Knauff, ein durchaus entscheidendes Teilchen des Frankfurter Europa-League-Triumphs. Dann aber, im zweiten Halbjahr 2022, lief es für den sympathischen wie geerdeten Flügelspieler ein wenig unrunder, die aktuelle Saison hatte er sich – zumindest bezogen aufs persönliche Tun - sicher etwas anders vorgestellt.

Ansgar Knauff bei Eintracht Frankfurt – auch auf links überzeugend

Knauff kam schon mühsam rein in die Runde, schwächelte im Defensivverhalten, patzte gegen die Bayern und in Berlin. Und war erstmal raus aus der Stammformation, sein Trainer Oliver Glasner verordnete dem Team mehr Sicherheitsdenken und obendrauf die Viererkette – ein Fehler, wie sich, wenig überraschend, herausstellen sollte. Knauff verlor seinen Posten als rechter Schienenspieler, den es schlicht im System nicht mehr gab. Kurzeinsätze gegen Köln, Bremen, Leipzig, Lissabon waren sicher nicht das, was sich der U21-Nationalspieler erhoffte.

Zumal ausgerechnet dann, als Glasner die Viererabwehr wieder einmottete und Makoto Hasebe als Libero ausgrub, wodurch auch Knauff wieder vermehrt ins Team rückte, alsbald sein Oberschenkel streikte. Muskelverletzung, Zwangspause in einer anstrengenden Phase, in der eigentlich jeder Spieler gebraucht worden wäre bei den Hessen. Nicht umsonst kam ja ein für diese Rolle im Grunde nicht geeigneter Mann wie Kristijan Jakic plötzlich als rechter Schienenspieler zum Einsatz, zumindest so lange, bis Glasner den Mut aufbrachte und den jungen Franzosen Eric Dina Ebimbe auf rechts stellte. Eine gute Entscheidung.

Als Ansgar Knauff schließlich seinen Körper wieder in Schuss bekommen hatte, war sein angestammter Platz vergeben - doch was soll’s? Gerade zum Jahresausklang wurde der Tempomacher noch wichtig für die Eintracht. In Augsburg kam er gerade wiedergenesen zur zweiten Hälfte ins Spiel und schoss den Siegtreffer. Er erzielte diesen als linker Mittelfeldmann, auf der eigentlich falschen Seite also, die künftig genau die richtige sein könnte. Die Flügelzange Ebimbe/Knauff jedenfalls bringt eine manierliche (Offensiv-)power mit. Gegen Hoffenheim überzeugte der Rechtsfuß auf links, ebenso in der Champions League bei Sporting Lissabon, als er den Achtelfinal-bringenden Siegtreffer von Randal Kolo Muani vorbereitete.

Ansgar Knauff und Eintracht Frankfurt - Club bemüht sich um seinen Verbleib

Und wie geht es über den Sommer hinaus weiter mit Ansgar Knauff? BVB-Trainer Edin Terzic hat bereits angekündigt, den jungen Profi gerne wieder in seinem Team zu wissen, schließlich hat er dort für die kommende Saison einen Vertrag. Doch will Knauff überhaupt zurück? Und sieht er echte Stammplatzchancen bei der Borussia? Die Eintracht, zwar am kürzeren Hebel, bemüht sich selbstverständlich um die Dienste des Flügelspielers, der sich wohlfühlt in Frankfurt und gut hineinpasst bei der Eintracht.

Was zur Frage führt; lieber Adler oder Biene? Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche jedenfalls befindet sich im Austausch mit der Spielerseite und den Dortmunder Verantwortlichen. Acht Millionen Euro als Ablöse stehen im Raum. Das letzte Wort ist nicht gesprochen. Ausgang offen. (Daniel Schmitt)

Nicht nur bei Ansgar Knauff bewies Eintracht Frankfurt ein glückliches Händchen. Laut einem Ranking des Kicker schlugen die Neuverpflichtungen der SGE im Ligavergleich besonders gut ein.

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