Frust bei Eintracht Frankfurt - SV Darmstadt 98 vs. Eintracht Frankfurt, Stadion am Boellenfalltor
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Frust bei Eintracht Frankfurt - SV Darmstadt 98 vs. Eintracht Frankfurt, Stadion am Boellenfalltor

Eintracht-Kommentar

Adlerauge: Der alte Schlendrian

  • Dieter Sattler
    VonDieter Sattler
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Die Eintracht verliert das Hessenduell durch eine verunglückte Flanke mit 0:1. War das Team von Trainer Kovac zu phlegmatisch in Darmstadt? Ein Kommentar von Dieter Sattler.

Auch Trainer Niko Kovac hat es offenbar (noch) nicht geschafft, der Eintracht den alten Schlendrian auszutreiben. Die völlig unnötige 0:1-Niederlage in Darmstadt kam nach dem klassischen Schema zustande, mit dem die Eintracht schon Generationen von Fans in die Verzweiflung getrieben hat. "So dumm kann nur die Eintracht sein", rief ein enttäuschter Eintracht-Fan nach dem späten Siegtor für die ansonsten völlig unterlegenen Darmstädter aus.

Die Lilien, die offenbar spielerisch noch weniger zu bieten haben als im Vorjahr, agierten gegen die Eintracht ähnlich ängstlich und defensiv, wie es ansonsten nur die Gegner der Münchener Bayern tun. Die Partie hatte somit etwas von Drittligist gegen Erstligist im Pokal, zumal die Eintracht von Beginn an auch leicht arrogant auftrat, ähnlich wie beim glücklichen Pokalerfolg in Magdeburg. Die Körpersprache stimmte nicht. Das Team wirkte phlegmatisch. Dazu passte, wie aufreizend lässig Neuzugang Hrgota in der besten Eintracht-Phase kurz vor der Halbzeit die größte Frankfurter Chance vergab.

So hatte man auch in der zweiten Halbzeit, als die Eintrachtler mit schon grotesk hohen Ballbesitzwerten von um die 80 Prozent agierten, kaum je das Gefühl, dass sie unbedingt ein Tor machen wollten. Im Gegenteil häuften sich gegen Ende durch die komplizierten Klein-klein-Angriffe im Mittelfeld die leichten Ballverluste. Einer davon ging ins Auge. Der Siegtreffer der Lilien war zwar glücklich, fiel aber quasi mit Ansage, frei nach dem Motto: Wenn man arrogant ist, kommt gerne auch noch Pech dazu.

Hoffentlich kam der Warnschuss zur rechten Zeit. Sollte die Eintracht das nächste Heimspiel gegen Leverkusen verlieren, kann sie sich schon wieder allmählich nach unten orientieren. Kovac muss jetzt beweisen, dass er aus dem Eintracht-Team nicht nur wie am Ende der letzten Saison phasenweise eine Kampfeinheit formen kann, sondern dauerhaft. Der phlegmatische Auftritt in Darmstadt war ein schlimmer Rückfall in alte Zeiten.

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