Eintracht Frankfurt

Adlerauge: Eintracht ideenlos und pomadig

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Ohne ihre Kreativachse Boateng und Macarell ist die Eintracht nur die Hälfte wert. Mit einem pomadigen und ideenlosen Auftritt bezog sie beim Abstiegskandidaten VfB Stuttgart eine 0:1-Niederlage.

Im Hinspiel hatte die Eintracht in Unterzahl mit einem Knaller von Haller und dem ersten Heimsieg die Weichen für eine erfolgreiche Saison gestellt. Beim Rückspiel in Stuttgart hinterließ sie einen schwachen Eindruck. Seit die SGE endlich regelmäßig zu Hause gewinnt, fängt sie plötzlich an, auswärts zu schwächeln. Dennoch sollte sie auf Europakurs bleiben.

Der Kader ist zu gut und breit aufgestellt, als das ein Einbruch wie in der vergangenen Saison drohen könnte. Aber es zeigte sich wieder einmal, dass man, wenn man nachlässig wird, in der Bundesliga nichts gewinnen kann. Denkt an das 0:3 in Augsburg, sagt Trainer Kovac bei solchen Gelegenheiten immer wieder. Ganz so schlimm, war es diesmal nicht, aber der VfB hat auch nicht die Qualität wie Augsburg, sondern spielte so wie ein Abstiegskandidat es tun muss, um gegen ein besseres Team zu gewinnen.

Die Eintracht bezahlte in Stuttgart den Preis für ihren neuen Ruf als Spitzenmannschaft. Der VfB agierte zu Hause im Stile einer Auswärtsmannschaft und überließ der Eintracht das Mittelfeld. Von Beginn an hatte die Eintracht eine Pseudo-Überlegenheit und in Hasebe, der zwar nicht schlecht agierte, eine Art Pseudo-Spielmacher. Der VfB ließ ihn im Spielzentrum gewähren, weil er wusste, dass vom Japaner trotz einiger guter Pässe keine wirklich große Gefahr ausgeht.

Die Doppelachse Boateng/Mascarell, die seit Rückrundenstart für gehobene Spielkultur sorgte, fehlte an allen Ecken und Enden. Weil sich durch die Defensivtaktik der Gastgeber für die schnellen Eintrachtler wie Wolf und Rebic wenig Räume boten, stießen die Frankfurter an ihre Grenzen. Das gilt vor allem für da Costa, dem Fehlpässe und Stockfehler en masse passierten. Aber er war es auch, der in der Anfangsphase mit einem Lattenschuss Pech hatte. Da aber bei der gesamten Mannschaft schon die Körpersprache nicht stimmte und sie leicht überheblich agierte, fiel das 0:1 nach einer Viertelstunde zwar etwas unglücklich, war aber nicht nur Pech. Es entsprang einer Fehlerkette, in die vier Spieler involviert waren.

Die Hauptschuld traf ausgerechnet Kapitän Abraham, der nach einem Ballverlust von Falette nicht konsequent genug dazwischenging. Bis zur Pause blieb die Eintracht behäbig und spielte über Gacinovic nur noch eine Chance für Rebic heraus.

Obwohl Fabian In der zweiten Halbzeit für den nach hinten rückenden Hasebe Regie führte, wurde es leider kaum besser. Bis auf zwei Chancen von Jovic und Fabian wurde die SGE nicht gefährlich, auch deshalb, weil Haller enttäuschte. Er muss sich mal wieder mehr und schneller bewegen. Der letzte Bundesliga-Treffer des Torjägers liegt schon eine Weile zurück.

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