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Eintracht Frankfurt

Adlerauge: Eintracht versagt bei Reifeprüfung

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Man kann leider die Uhr danach stellen: Wenn die Eintracht nach oben klettern könnte, versagen ihr die Nerven. Bei der hochverdienten 0:3-Niederlage in Augsburg zeigte die Eintracht eine klägliche Leistung.

. Bei einem Sieg wäre sie Zweiter gewesen. Aber dass der SGE die Nerven flattern, wenn sie nach oben durchstarten könnte, konnte bislang selbst Trainer-Zampano Niko Kovac nicht abstellen. Durch das desolate 0:3 verharrt sie auf dem sechsten Platz. Hatte die SGE in den meisten letzten Spielen stark  begonnen, so stand sie diesmal schon in den ersten 45 Minuten komplett neben den Schuhen. Bis auf drei verheißungsvolle Szenen des im Gegensatz  zu Sturmpartner Haller stets umtriebigen Rebic-Ersatzes Jovic lief nach vorne wenig.

Da die bislang in der Rückrunde so überzeugende Mittelfeldachse Boateng und Mascarell das Spiel nicht so gut ordnete wie zuletzt und Wolf nach seinen Tempoläufen zu oft schlecht abspielte, gab es zuviele  Ballverluste. Hinten war die SGE offen wie ein  Scheunentor. Fast bei jedem langen Pass wurde die Abwehr überlaufen. Deshalb war das 1:0 der Augsburger die logische  Folge. Der Schiedsrichter, der bei Kleinigkeiten im Zweifel für Augsburg entschied,  hatte zuvor ein Foul von Mascarell gesehen, das man nicht hätte pfeifen  müssen. Aber die schläfrige und schlampige Eintracht hätte sich nicht  beklagen können, wenn sie mit einem höheren Rückstand in die Pause gegangen wäre.

Der kam dann in der zweiten Halbzeit. Denn die Eintracht machte  so schlecht weiter, wie sie begonnen hatte. Die Augsburger, die schon das Hinspiel in Frankfurt gewonnen hatten, waren einfach wacher, zweikampfstärker und griffiger und wurden zudem vom Schiri  weiter unterstützt. So pfiff er ein Foul an Haller an der Strafraumgrenze nicht, dafür aber ein Handspiel von Jovic, das keines war. Aber das war nicht der Grund für die Niederlage. Die muss sich die SGE selbst zuschreiben. Von der ersten Minute an hatte sich bei den Gästen Laschheit und das Fehlpass-Virus immer weiter ausgebreitet. Etwas Pech hatte Jovic noch mit seinem zweiten Pfostentreffer. Das Erfreulichste am desolaten Eintrachtspiel war die Rückkehr des lange verletzten Fabian in der zweiten Halbzeit.

Trotz der schwachen Leistung, die an alte schlechte Zeiten erinnerte, muss den Eintracht-Fans nicht bange sein. Das Team hatte zwar zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison mehr Punkte auf dem Konto als jetzt und kam fast noch in Kontakt zur Abstiegszone, aber ein Einbruch scheint  diesmal nicht zu drohen. Der Kader ist breiter und stabiler aufgestellt. Es wäre aber schade, wenn die Eintracht ihre gute Ausgangsposition, im nächsten Jahr europäisch zu spielen, erneut verdaddeln würde. Immerhin hat das Team die Chance auf Wiedergutmachtung im Pokalheimspiel am Mittwoch gegen Mainz und dann am Samstag gegen Bundesliga-Schlusslicht Köln. Dann muss die Eintracht aber konzentrierter zur Sache gehen als in Augsburg.

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