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Wir Eintracht-Fans wollen diesen Kommerz nicht

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Den Auftakt gegen Bayern München hätte sich Eintracht Frankfurt anders vorgestellt. Die Stimmung im Block war dennoch atemberaubend.
Den Auftakt gegen Bayern München hätte sich Eintracht Frankfurt anders vorgestellt. Die Stimmung im Block war dennoch atemberaubend.  © privat

An dieser Stelle wagt Christopher Schaus in unregelmäßigen Abständen den „Adlerblick“ – immer kritisch, immer aus der Vereinsbrille. Schaus ist Fan von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt und blickt diesmal für torgranate.de auf die 1:6-Klatsche gegen die Bayern zurück und gibt uns erste Impressionen aus Helsinki mit auf den Weg.

Die Bayern haben gegen uns grandios und gnadenlos agiert. Der frische Wind durch die Neuzugänge steht der Mannschaft gut. Wir hätten sicherlich ins Spiel finden können, wenn Tuta oder Lindstrøm nach einer Viertelstunde das 1:2 erzielen, so aber waren wir chancenlos. Gegen die Bayern kann man verlieren und wenn die Bayern so drauf sind, leider auch mal 1:6. Da lag ich mit meinem Zweckoptimismus wohl etwas daneben. Jetzt müssen wir das Bundesliga-Feld eben von hinten aufrollen.

Mit Uwe Bein (Bildmitte) hob der Fanflieger am Dienstagmorgen gen Helsinki ab. Unser Kolumnist Christopher Schaus hat es per Selfie festgehalten.
Mit Uwe Bein (Bildmitte) hob der Fanflieger am Dienstagmorgen gen Helsinki ab. Unser Kolumnist Christopher Schaus hat es per Selfie festgehalten. © Christopher Schaus

Besonders bitter war das 0:1 – und vielleicht sogar ein kleines Eigentor der Fans. Denn Kevin Trapps Sicht war durch den Rauch sicherlich etwas eingeschränkt. Dass da was von den Fans kommen würde, war klar. Denn was sich die Vollpfosten der DFL und des DFB immer wieder einfallen lassen, um einem Bundesliga-Spiel Eventcharakter zu verleihen, ist idiotisch. Wer vor dem Spiel die Nationalhymne hören will oder eine Halbzeitshow sehen möchte, der muss zum Super Bowl gehen. Ich selbst kann mit Rauchtöpfen und Leuchtraketen nichts anfangen, mit bengalischen Feuern aber schon. Vielleicht hätten ein paar mehr Bengalos und ein paar weniger Rauchtöpfe gutgetan. Dass sich die Fans, auch die der Bayern, aufgelehnt und Zeichen gesetzt haben, war aber genau richtig. Fußball muss für alle Fans sein.

Die Person mit dem Adlerblick:

Christopher Schaus (41) ist geschäftsführender Gesellschafter des Fuldaer Unternehmens WEMAG GmbH und Co. KG. Er betreibt seit 2013 den Eintracht-Fanshop in den Räumlichkeiten der WEMAG in der Heidelsteinstraße. Schaus ist zeitlebens eingefleischter Eintracht-Fan und hat die großen Triumphe der letzten Jahre hautnah miterlebt.

Gegen die Bayern hat die halbe Welt zugeschaut – und hoffentlich auch Real Madrid. Dann unterschätzen sie uns im Supercup-Finale vielleicht. Wir sind bereits in Helsinki und fiebern dem Spiel entgegen. Mir war es sehr wichtig, einen Flieger zu chartern, da mir Fans gesagt haben: „Mit Eintracht Frankfurt in einem Finale gegen Real Madrid – das ist ein Traum.“ Das wollte ich ermöglichen. Nun sind wir mit einem schnuckligen Flieger und knapp 50 Mann geflogen, genießen die Zeit in der Stadt und freuen uns auf das Spiel. Schön ist, dass Uwe Bein dabei ist, der mittlerweile des Öfteren zu uns nach Fulda in den Fanshop kommt. Ich glaube, dass wir gewinnen können, wenn uns Real unterschätzt und gleichzeitig unsere Mannschaft über ihr Optimum geht. Auf jeden Fall wird das Spiel wieder ein Höhepunkt für Eintracht Frankfurt.

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