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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol

Eintracht Frankfurt

Alle Freiheiten für Hütters Büffelherde

Von seinem Strafraum aus hatte Kevin Trapp einen guten Blick auf das Geschehen auf der anderen Seite des Spielfeldes, und er wirkte durchaus beeindruckt – dafür sprach jedenfalls der tierische Vergleich, den er dafür wählte.

Von seinem Strafraum aus hatte Kevin Trapp einen guten Blick auf das Geschehen auf der anderen Seite des Spielfeldes, und er wirkte durchaus beeindruckt – dafür sprach jedenfalls der tierische Vergleich, den er dafür wählte. „Das war wie eine Büffelherde“, sagte der Torhüter der Eintracht.  „Wenn die da vorne loslegen, brennt’s immer.“ Die da vorne, das waren mal wieder die drei angreifenden Kollegen von Trapp – Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic. Erstmals in dieser Saison wurden sie am Freitagabend von Trainer Adi Hütter gemeinsam in der Startformation aufgeboten, zum Leidwesen der Stuttgarter Hintermannschaft.

In hohem Tempo, mit kantigem Körpereinsatz, auch mit spielerischer Finesse attackierten die Frankfurter Büffel den Tabellenletzten. Sie liefen die VfB-Abwehr weit in der gegnerischen Hälfte an, waren die ersten Verteidiger ihrer Mannschaft und darüber hinaus natürlich die Torschützen. Das 1:0 machte Haller per Abstauber, nachdem zuvor Rebic gepasst und Jovic geschossen hatte. Das 2:0 köpfte Rebic, nachdem zuvor Haller eine Großchancen versiebt und Jovic geflankt hatte. „Unsere drei Stürmer sind der Wahnsinn. Sie kann momentan keiner aufhalten“, sagte Marc Stendera.

Wer die Zahlen betrachtet, der kann der Einschätzung des Mittelfeldspielers kaum widersprechen. 18 von 23 Eintracht-Toren in dieser Bundesligasaison erzielte das Trio. In Stuttgart setzten Haller, Rebic und Jovic 14 der 17 Frankfurter Torschüsse ab und bereiteten sich die meisten davon auch noch gegenseitig vor. Und das, obwohl die Aufstellung vor der Begegnung als Wagnis bezeichnet werden durfte. Schließlich hatten der Franzose, der Kroate und der Serbe in dieser Spielzeit noch nie von Beginn an gemeinsam auf dem Rasen gestanden. Eingespielt konnten sie in dieser taktischen Formation also gar nicht richtig sein.

Vor allem hätte sich wohl nicht jeder Trainer getraut, auswärts drei Stürmer aufzubieten. Adi Hütter bewies Mumm. Und wurde belohnt. Er gewährte seinen Büffeln Auslauf und stattete sie mit Freiheiten aus. Haller und Jovic hieß die nominelle Doppelspitze, Rebic sollte ein bisschen dahinter agieren – in der Theorie jedenfalls. In der Praxis spielten alle überall. Mal ließ sich Haller fallen, um Bälle zu verlängern, dann tauchte Jovic rechts auf, dann Rebic in der Spitze. Mit dieser Variabilität waren die Frankfurter Stürmer nicht zu stoppen.

Zumal jeden Einzelnen andere Qualitäten auszeichnen. Da ist Haller, der Prellbock, der Kopfballstürmer, der Zuarbeiter, der Torjäger. In Stuttgart erzielte er nicht nur seinen siebten Saisontreffer in der Liga, er spulte auch die zweitmeisten Kilometer seiner Mannschaft ab (11,09). Da ist Jovic, das Versprechen für die Zukunft, der Abschlussspieler, der diesmal trotz sieben Schüssen nicht traf und dennoch ein Sonderlob vom Trainer erhielt. „Er hat ständig gerackert, so stelle ich mir das vor“, sagte Hütter. Und da ist natürlich Rebic, das Powerpaket, der Kopf-durch-die-Wand-Spieler. Kurzum: Ein Angriffstrio mit sich derzeit nahezu perfekt ergänzenden Qualitäten. Hütter analysiert das vergleichsweise nüchtern: „Ich hatte unter der Woche die Idee, dass das gegen Stuttgart mit allen dreien zusammen ganz gut passen könnte. Und es war eine richtige Entscheidung.“ Kann man so sagen.

(dani)

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