Eintracht Frankfurt

Aller Ehren wert: So engagiert sind die Eintracht-Fans

Mindestens 3000 treue Anhänger begleiten Eintracht Frankfurt zu allen Spielen der Saison. So hat die Mannschaft auch außerhalb Frankfurts immer den zwölften Mann im Rücken. Doch nicht nur in der Ferne, sondern auch direkt vor Ort haben die Fans schon Einiges geleistet.

Charly Körbel, Alexander Schur, Bernd Hölzenbein, Alex Meier: große Namen der Frankfurter Fußballgeschichte. Sie alle haben einen Platz im vereinseigenen Museum, welches im Jahr 2007 nach dem Umbau des Stadions eröffnet wurde. Auch dank einer Fan-Initiative werden hier auf rund 400 Quadratmetern wichtige Meilensteine der Frankfurter Historie – die Meisterschaft 1959, der Europacupsieg 1980 oder die Torjägerkanone von Alex Meier – ausgestellt. Jährlich besuchen 32 000 Interessierte dieses Angebot. Auch an Heimspieltagen ist das Museum eine beliebte Anlaufstelle für die Fans. Mittlerweile haben sich feste Stammtische etabliert, wo über die aktuelle Lage der Eintracht diskutiert werden kann. Aufgrund des Engagements einiger Förderer ist es mittlerweile zu einem hochfrequentierten Treffpunkt der Fangemeinschaft geworden.

Großes Aufgabenspektrum

Eine andere Möglichkeit, um mit dem Verein in Kontakt zu treten, ist die Fan- und Förderabteilung (FuFa), die an Heimspieltagen vor Block 32 zu finden ist. Hier stehen neben hauptamtlichen Mitarbeitern auch ehrenamtliche Helfer und geben den Besuchern wertvolle Ratschläge. Doch dies ist nicht die einzige Aufgabe der Abteilung. So organisiert sie zweimal im Jahr ein Fußballturnier für die Eintracht-Fanclubs, produziert das Onlinemagazin „Diva vom Main“ und verwaltet die „Junior-Adler“. Für den Nachwuchs gibt es Ferienangebote sowie einige Auswärtsfahrten speziell für Kinder. Darüber hinaus stellen sie auch Angebote von Gastspielen für Erwachsene zur Verfügung. Dort reisen sie via Bus oder Bahn an. Die Planung beginnt, sobald die Terminierung der Spiele vorliegt. „Je mehr Leute mitfahren, desto größer ist der Aufwand, egal wohin die Reise geht“, sagt Thomas Nixdorf, Büroleiter der FuFa.

Ebenfalls äußern sie sich regelmäßig zu fanpolitischen Themen und beziehen Stellung dazu. Zuletzt handelte es sich hierbei um Kollektivstrafen, welche die Abteilung einheitlich ablehnt. Bei regelmäßig stattfindenden Treffen der Interessengemeinschaft „Unsere Kurve“ tauschen sich Vertreter von Traditionsvereinen beispielsweise über die geplante Veränderung der Anstoßzeiten aus. „Dies ist immer interessant, da man dort Gespräche auf Fachebene führen kann und aus den Erfahrungen der Anderen lernen kann“, sagt Nixdorf.

Gerade Termine wie diese sind zusätzlicher Ballast, den man in sein persönliches Umfeld integrieren muss. Denn viele der „Allesfahrer“ sind jedes Wochenende „on tour“, um die Adlerträger zu unterstützen. Das alles erfordert viel Verständnis von den Angehörigen – oder sie lassen sich direkt vom Fußballfieber anstecken und begleiten ihre Liebsten in die Fankurve.

Erfolgreiche Entwicklung

Daran sieht man, dass die Arbeit der Abteilung Früchte trägt. Die Mitgliederzahl des Vereins konnte in den letzten Jahren auf über 40 000 – davon alleine 25 000 in der FuFa – angehoben werden. Damit liegt die Eintracht im Ranking vor anderen Traditionsvereinen wie Hertha BSC Berlin oder Werder Bremen. Diese Veränderung efreut Nixdorf: „Unser nächstes Ziel sind jetzt die 50 000 Mitglieder. Und das dürften wir auch in den nächsten zwei bis drei Jahren erreichen. Unser Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.“ Dazu tragen neben dem ideellen Wert einer Mitgliedschaft auch Privilegien wie beispielsweise ein Vorverkaufsrecht für Heim- und Auswärtsfahrten sowie Vergünstigungen auf Fanartikel bei. Ist man einmal Teil des Ganzen, erhält man auch ein Rede- und Stimmrecht bei der Mitgliederversammlung.

Doch auch vor Ort haben die Fans schon einiges erreicht. Denn das Museum ist bei Weitem nicht das Einzige, was unter anderem engagierte Anhänger auf die Beine gestellt haben. Wenn dann auf den Tribünen eine Choreografie erscheint, ist von den wochenlangen Planungen und Vorbereitungen keine Spur mehr zu sehen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Dennoch findet Thomas Nixdorf den Begriff „Helden“ in Verbindung mit Fußballfans deplatziert. Für ihn stehen die „wahren“ Helden noch immer auf dem Platz. Er findet, dass „die Fans jedem Verein einen individuellen Fingerabdruck“ verleihen und das „Rückgrat des Clubs“ darstellen. Also ist die Frankfurter Basis gar nicht so verkehrt.

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