Eintracht Frankfurt

Angriff ist die beste Verteidigung

  • vonPeppi Schmitt
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Nach zwei Wochen Urlaub geht es für die Eintracht wieder los – trotz der schwierigen Tabellenlage mit viel Zuversicht.

Genau zwei Wochen Urlaub sind vorbei, wenn sich Spieler und Trainer der Frankfurter Eintracht an diesem Sonntag zum Jahresauftakt wieder treffen. Ab 15 Uhr wird ein Laktattest durchgeführt, um die aktuellen Fitnesswerte zu ermitteln. Am Dienstag fliegen die Frankfurter dann zum vierten Mal in Folge ins Trainingslager in die Wüste. Im „Emirates-Palace“ in Abu Dhabi will Trainer Armin Veh zusammenführen, was in Zukunft zusammengehört.

26 Spieler werden die Reise an den arabischen Golf antreten, darunter die drei Neuzugänge Marco Fabián, Szabolcs Huszti und Kaan Ayhan, die am Sonntagmittag in einer offiziellen Pressekonferenz vorgestellt werden. Die Unterschrift des Schalker Abwehrspielers Ayhan war allerdings an Neujahr noch nicht endgültig bestätigt. Mit dabei sein wird nach Auskunft von Manager Bruno Hübner auch Sonny Kittel, der nach seiner Knieoperation wegen eines Knorpelschadens bei einem ersten Comebackversuch einen Rückschlag erlitten hatte, nun aber wieder angreifen will. Und auch Torhüter Emil Balayev, viele Monate wegen einer komplizierten Zahnoperation außer Gefecht, nun aber von den Ärzten wieder gesund geschrieben. Fehlen werden die verletzten Profis Johannes Flum, Luc Castaignos und Bamba Anderson.

Sportlich gehen die Frankfurter trotz der schwierigen Tabellenlage in der Fußball-Bundesliga sehr zuversichtlich ins neue Jahr. Veh will das Team beim Neuanfang zu den Wurzeln zurückführen. Die Eintracht will den Existenzkampf nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ offensiv angehen. Danach wurden auch die Neuzugänge ausgewählt. Mit Ausnahme der rechten Verteidigerposition werden alle anderen Defizite mit personellen Veränderungen angegangen. Gerade die neuen Offensivspieler Marco Fabián und Szabolcz Huszti sollen dafür sorgen, dass das Angriffsspiel wieder variabler und gefährlicher wird.

Beide sind in der Lage, das Vakuum auf der linken Seite auszufüllen. Zudem haben sie Stärken beim Ausführen von Standards – auch da hat die Eintracht Nachholbedarf. Nicht zuletzt sollen die beiden Techniker die Schwäche, sich in Dribblings durchzusetzen und damit festgefahrene Spielsituationen aufzulösen, helfen zu beheben. Der Trainer hofft, dass der Mexikaner Fabián und der Ungar Huszti genug neue Qualität in die Mannschaft bringen, um vor allem Torjäger Alex Meier zu entlasten. Zu oft waren die Frankfurter von der Form ihres Kapitäns abhängig.

Die Eintracht nimmt ins neue Jahr aber nicht nur sportliche Probleme mit. Auf der Führungsebene steht eine richtungweisende Entscheidung an. Nach dann zwölfeinhalb Jahren scheidet Heribert Bruchhagen im Sommer als Vorstandschef aus. Der Aufsichtsrat muss spätestens bis Juli einen Nachfolger finden. Wirtschaftlich stehen die Frankfurter vor der Herausforderung, den Club vor allem im ungleichen Kampf mit jenen Vereinen auf Kurs zu halten, die von großen Unternehmen, so der VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und RB Leipzig, oder Einzelpersonen, so die TSG Hoffenheim oder bald Hannover 96, finanziert werden und sich außerhalb der normalen Finanzierung bewegen. Dabei muss sich die Eintracht einen Nachfolger für Hauptsponsor Alfa Romeo suchen. Zudem sollen die sogenannten „Genussscheine“ eine zweistellige Euro-Millionen-Summe in die Kasse spülen.

Schließlich sollten die Frankfurter ihr seit Jahren schwelendes Problem mit Teilen der Fanszene endlich besser lösen. Gerade in den letzten Wochen mit dem Tiefpunkt der Vorkommnisse rund ums Derby gegen Darmstadt hat sich wieder gezeigt, dass noch immer zu viele Unbelehrbare am Werke sind. Wegen der Ausschreitungen nach dem Darmstadt-Spiel muss die Eintracht mit harten Strafen des DFB rechnen. Die können über Geldbußen bis hin zu Zuschauer-Teilausschlüssen bei anderen Begegnungen reichen. Im Gespräch ist auch, für das Rückspiel in Darmstadt Ende April keine Frankfurter Fans zuzulassen.

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