"Ballannahme, Ballmitnahme, direkter Abschluss und das unter Bedrängnis . das war ein ganz, ganz tolles Tor, das nicht viele in der Bundesliga so schießen können", lobte Rudi Völler im "Doppelpass" Torschütze Alex Meier nach seinem Siegtreffer gegen Schalke.
+
"Ballannahme, Ballmitnahme, direkter Abschluss und das unter Bedrängnis . das war ein ganz, ganz tolles Tor, das nicht viele in der Bundesliga so schießen können", lobte Rudi Völler im "Doppelpass" Torschütze Alex Meier nach seinem Siegtreffer gegen Schalke.

Eintracht Frankfurt

"Außerordentlich stark": Adler feiern Auftakt-Sieg

Eintracht Frankfurt hat am ersten Bundesliga-Spieltag alle überrascht. Das völlig neu zusammengestellte Team gewann gegen Schalke 04. Der große Umbruch ist aber noch nicht vorbei.

Für seine Verhältnisse war Niko Kovac geradezu überschwänglich. Nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Schalke 04 gab der gestrenge Trainer von Eintracht Frankfurt seiner Mannschaft gleich zwei Tage frei. Das hat es unter ihm noch nie gegeben, seit der Deutsch-Kroate die Eintracht im März dieses Jahres übernahm.

Wofür soll er seine Spieler aber auch sonst belohnen, wenn nicht für diesen überraschenden und sehr leidenschaftlich herausgespielten Sieg gegen einen der großen Clubs der Fußball-Bundesliga? «Das war eine absolute Top-Mannschaftsleistung», schwärmte Kovac zurecht. «Die Jungs haben bei dieser Hitze von der ersten bis zur letzten Minute so viel Meter gemacht. Das war außerordentlich stark.»

Der erfolgreiche Start in die neue Bundesliga-Saison war eine Antithese zu allem, was vorab über dieses neuformierte Team gesagt, gedacht und geschrieben wurde. Wie soll eine Mannschaft harmonieren, in der elf Spieler aus zehn verschiedenen Nationen gemeinsam die Anfangsformation bilden? Die Antwort gab die Eintracht gegen Schalke. «Diese Mannschaft hat Charakter. Man sieht, dass es in dieser Mannschaft stimmt», sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Und obwohl sieben von acht Frankfurter Neuzugängen bis zum Samstag keine einzige Sekunde Bundesliga-Erfahrung besaß, war man den hochgerüsteten Schalkern in jeder Beziehung überlegen. «Dieses Spiel gibt uns ein gutes Gefühl», sagte der neue Sportvorstand Fredi Bobic. «Es hat gezeigt: Wir haben hier viel jugendliche Frische und auch Qualität in der Mannschaft, die sich noch entwickeln lässt. Und die Mentalität dieser Mannschaft ist top. Das brauchen wir auch, wenn wir deutlich besser besetzte Vereine wie Schalke bezwingen wollen.»

Der große Umbruch bei der Eintracht ist aber noch längst nicht vorbei. Am Samstag fehlte Stürmer Luc Castaignos im Kader, weil er mit seinem zukünftigen Verein die letzten Details eines kurz bevorstehenden Wechsels aushandelte. «Luc ist schon länger unzufrieden mit seiner sportlichen Situation bei uns. Wir haben dem Wechsel zugestimmt, die beiden Vereine sind sich ebenfalls einig», bestätigte Hübner. Wohin es Castaignos zieht, verriet er nicht. Als Favorit gilt der portugiesische Spitzenclub Sporting Lissabon.

Bis zum Ende der Wechselfrist am Mittwoch will die Eintracht noch einen weiteren Spieler für die offensiven Außenpositionen holen und sich möglicherweise noch von weiteren Reservisten trennen. Kandidaten sind Yanni Regäsel, Enis Bunjaki oder Joel Gerezgiher.

Eine Konstante gibt es in diesem bunt zusammengewürfelten Team aber noch: Alexander Meier und sein scheinbar nicht zu stillender Torhunger. Gegen Schalke schoss er schon in der 13. Minute sein mittlerweile 102. Ligator für seinen Herzensverein. Und die Eintracht war am Samstag so überlegen, dass er es sich sogar leisten konnte, Treffer 103 noch einmal zu verschieben. In der zweiten Halbzeit verschoss Meier einen Foulelfmeter (68.). «Ich bin positiv überrascht von der Mannschaft», sagte der 33-Jährige hinterher. «Den Sieg haben wir uns heute verdient.»

Für diese Mannschaft sprach auch, wie sie mit einem heiklen Thema umging. Denn Verteidiger Michael Hector flog am Samstag in seinem zweiten Spiel für die Eintracht bereits zum zweiten Mal vom Platz. Nach Gelb-Rot im Pokal in Magdeburg sah der Jamaikaner diesmal die Rote Karte wegen einer Notbremse (79.).

Vorwürfe an den 24-Jährigen gab es jedoch keine. «Wir sollten das nicht überbewerten», meine Kovac. «Michael ist ein Kerl wie ein Baum. Er wird aus dieser Situation gestählt hervorgehen.»

Das könnte Sie auch interessieren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare