Eintracht Frankfurt

2:2 beim "Sommerkick" gegen Oberligisten - Verletzte bereiten Sorgen

  • VonPeppi Schmitt
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Jesús Vallejo soll bei der Eintracht den gesperrten Hector vertreten. Doch beim Test in Leipzig zwickte die Wade zu sehr.

Ein „Gefühl für den Wettkampfmodus“ sollte der eine oder andere Fußball-Profi der Frankfurter Eintracht bekommen, der in den letzten Wochen nicht so oft gespielt hat. Das war das erklärte sportliche Ziel für das Freundschaftsspiel beim Leipziger Oberligisten BSG Chemie (2:2).

Für Taleb Tawatha und Slobodan Medojevic, die lange und länger verletzt waren, hat das geklappt. Bei Jesús Vallejo allerdings nicht. Dabei hätte es gerade dem jungen Spanier gut getan, mal über 90 Minuten zu spielen, wird er doch bei der Fortsetzung der Bundesliga mit dem Derby beim SV Darmstadt 98 am kommenden Samstag dringend gebraucht. Michael Hector wurde nach seinem Platzverweis gegen Schalke für zwei Spiele gesperrt und wird der Eintracht am Böllenfalltor fehlen. Vallejo ist der erklärte Ersatzmann und sollte in Leipzig Spielpraxis sammeln.

Die „Ruck-Zuck-Flugreise“, morgens hin, nach dem Spiel zurück, hat er zwar mitgemacht, aber spielen konnte er nicht. „Die Wade hat gezwickt“, berichtete Trainer Niko Kovac, die Muskulatur hätte auf die „harten Trainingseinheiten“ der letzten Woche reagiert. Vallejo habe „besonders viel“ gearbeitet, „weil er selbst Defizite gespürt hat“, erklärt der Trainer. Immerhin, es sind nicht jene Probleme im Oberschenkel, die Vallejo aus Spanien mit nach Frankfurt gebracht hat und die ihn schon zu einer längeren Pause während der Vorbereitung gezwungen haben, sondern diesmal eben in der Wade. Und eine große Gefahr für das Derby sieht der Trainer nicht. „Das müsste klappen“, sagt Kovac. Und wenn nicht, so fügt er gelassen hinzu, „haben wir ja auch noch Timmy Chandler.“ Der gelernte Außenverteidiger Chandler ist längst zur Alternative in der Innenverteidigung geworden.

Das Spiel in Leipzig bezeichnete der Eintracht-Coach als „Sommerkick“. Die meiste Freude hatten sicher Tawatha (Leiste) und Medojevic (Achillessehne), die nach ihren Operationen endlich mal wieder ein paar Minuten unter Wettkampfbedingungen gegen den Ball treten durften. Gesund sind beide Spieler, aber noch lange nicht fit. „Sie sind weit weg vom Niveau, das in der Bundesliga erforderlich ist“, sagt Kovac und prognostiziert noch weitere „vier, fünf Wochen“, bevor der Verteidiger und der Mittelfeldspieler wieder zu einer echten Alternativen werden könnten. „Wir arbeiten daran, sie auf das Level der anderen zu bekommen“, sagt er.

Ähnlich viel Geduld wird auch Ante Rebic brauchen. Der kroatische Nationalspieler, der vom Pfeifferschen Drüsenfieber gestoppt wurde, hat immerhin schon wieder mit leichtem Lauftraining beginnen können. „Kerngesund“ freilich sei er noch nicht, sagt sein Trainer, „das ist alles noch sehr fragil“. Kovac will seinem Landsmann alle Zeit der Welt geben. Schließlich sei gerade mit dieser Krankheit nicht zu spaßen und der Verlauf auch nicht vorhersehbar. Bei Rebics Kollegen Mijat Gacinovic war die Heilung „zügig“ gegangen, bei anderen Spielern weniger.

Zwei Tage hat Kovac den Spielern nach der Begegnung in Leipzig frei gegeben, die dem Gastgeber neben der Einnahme durch die knapp 5000 Zuschauer auch einen Scheck über 10 000 Euro, überreicht von Eintracht-Marketing-Vorstand Axel Hellmann, eingebracht hat. Dies sei die letzte Chance für eine etwas längere Freizeit gewesen, stellt der Eintracht-Coach fest, „demnächst haben wir englische Wochen und da bleibt es meistens bei einem freien Tag“. Das Spiel müsse in Zusammenhang mit der letzten Trainingswoche eingeordnet werden. Deshalb sei er in der Gesamtbeurteilung zufrieden. „Wir haben sehr gut gearbeitet“, sagt Kovac, Spiel und Ergebnis seien deshalb „nicht ganz so wichtig“ gewesen.

Ab Mittwoch erwartet er dann auch seine Nationalspieler zurück im Training, unter anderem zum ersten Mal auch den letzten Neuzugang Shani Tarashaj. Der Schweizer Nationalspieler wurde vom FC Everton ausgeliehen und wird sich in diesen Tagen im Kreis der Schweizer Nationalmannschaft sicher oft mit seinem Kollegen Haris Seferovic über die Eintracht unterhalten. Sein neuer Vereinstrainer hatte sich beim Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic nach seinem neuen Stürmer erkundigt und dabei gute Rückmeldungen erhalten. „Ich denke, Shani wird uns helfen können“, sagt Kovac. Was Tarashaj ab Mittwoch beweisen muss.

Eintracht in Leipzig: Lindner (46. Bätge) – Regäsel (73. Varela), Zorba, Chandler, Oczipka (60. Tawatha) – Flum (73. Medojevic), Fabián, Gerezgiher (46. Egri), Huszti (60. Mascarell) – Blum, Meier (46. Hrgota). – Zuschauer: 4999 . – Tore: 0:1 Meier (31.), 1:1 Schmidt (45.), 1:2 Blum (50.), 2:2 Müller (53.).

(pes)

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