Eintracht Frankfurt

Blick auf den Gegner: Der Überflieger aus Leipzig

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In Leipzig ist die Stimmung seit Wochen überragend. Dem Aufsteiger ist Vizemeisterschaft hinter dem FC Bayern München nicht mehr zu nehmen und damit die direkte Qualifikation für die Champions-League. RB Leipzig ist damit einer der besten Aufsteiger aller Zeiten, besser ist nur der 1. FC Kaiserslautern, der wurde in seiner Aufstiegssaison 1997/98 gleich Meister. Das schafft Leipzig nicht mehr. 

Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass Leipzig kein gewöhnlicher Aufsteiger ist. Der österreichische Unternehmer Dietrich Mateschitz (Red Bull)  gründete den Verein 2009, der dann auch dank des Geldes von Mateschitz innerhalb von sieben Jahren den Sprung von der Oberliga Nordost in die Bundesliga schaffte. Von Beginn an gab es bundesweit Proteste gegen RB Leipzig von Fans anderer Teams, die auch oft über das Ziel hinausgeschossen sind. Die Bullen sind zum Feindbild der meisten Fußball-Fans in Deutschland geworden.

Fußballerische Extraklasse

Fußballerisch ist das Team der Leipziger aber eine Mannschaft der Extraklasse. Jung, dynamisch, spielstark, erfolgshungrig. Dazu einen extrovertierten Trainer mit Ralph Hasenhüttl, der bei allen seinen bisherigen Stationen Erfolg hatte. Der Trainer hat seine Elf im Griff und holt das Maximum aus ihnen heraus. RB Leipzig steht dafür junge, vielversprechende Talenge zu verpflichten und sie zu Stars zu formen. Beste Beispiele dafür sind Timo Werner, Emil Forsberg und Naby Keita. Auch in der anstehenden Transferperiode wird Sportdirektor wieder für viel Geld neues Spielermaterial einkaufen gehen, damit die Mannschaft für das Abenteuer Champions-League gerüstet ist.

Auffällig beim Spielstil der Leipziger ist, dass die Mannschaft das Gaspedal über 90 Minuten durchtritt, ohne dabei nachzulassen. Bei eigenem Ballbesitz versuchen die Leipziger, fix den Angriff zu beschleunigen und mit Tempo in die Zwischenräume zu kommen. Haben die Leipziger nicht den Ball, wird die Pressingmaschine angeworfen, die einen geordneten Spielaufbau des Gegners extrem schwierig macht. Ralph Hasenhüttl hat da ein sehr gutes 4-4-2-System entwickelt, dass RB bisher so viel Erfolg gebracht hat.

Dominante Leipziger Spieler

Die dominanten Spieler im Kader der Leipziger sind Timo Werner, der bisher 21 Saisontore erzielt hat, aber nach seiner Schwalbe gegen Schalke viel Sympathie verloren hat, Naby Keita, der Mittelfeldmotor und Emil Forsberg, der Spielgestalter in der Zentrale. Auf diese drei muss die Eintracht am Samstag besonders aufpassen, sie können ein Spiel alleine entscheiden.

Die Eintracht wird wahrscheinlich mit einer defensive Ausrichtung beginnen, was gegen Leipzig auch zu empfehlen ist. Hasenhüttls Mannschaft tut sich ab und an schwer, wenn sie konstruktiv das Spiel aufbauen muss und ihnen keine allzu großen Lücken angeboten werden. Bei einem Defensivbollwerk ist Leipzig manchmal noch zu ungeduldig und zu eindimensional. Es wird in jedem Fall ein interessantes Spiel, in dem es für beide Teams in der Bundesliga um nichts mehr geht, allerdings wollen die Adler noch Selbstvertrauen für das bevorstehende Pokalfinale gegen Borussia Dortmund tanken.

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