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Eintracht Frankfurt

Branimir Hrgota: "Bundesliga so lange es geht"

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Leicht hat es der 25 Jahre alte Angreifer bei der Eintracht derzeit nicht. Ganze 130 Minuten stand er in der laufenden Bundesliga-Saison auf dem Platz. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und aufzugeben ist sowieso kein Thema für den dreimaligen schwedischen Nationalspieler.

Hallo Branimir, wie haben Sie das Spiel in Wolfsburg erlebt?

Ich finde, wir haben sehr, sehr gut gespielt, gerade in der ersten Halbzeit. Und als es vielleicht hätte kritisch werden können, hat Wolfsburg den Platzverweis kassiert und dann haben wir das dritte Tor gemacht. Insgesamt war schon das Gefühl da, dass wir das Spiel in der Hand haben.

Was war so anders als gegen Freiburg?

Dass wir diesmal 2:0 geführt haben. Ansonsten war das Spiel gegen Freiburg auch gut, nur dass wir in der zweiten Halbzeit etwas nachgelassen haben. Freiburg hatte nicht so viele Chancen, hat aber nach der Pause schnell dieses Tor gemacht und dann kamen wir nicht mehr so gut rein.

Kann man gegen eine Mannschaft wie Mönchengladbach nicht einfach so tun als hätte man ein Auswärtsspiel?

(lacht) Ja, momentan spielen wir sehr gut auswärts und zu Hause sind die Ergebnisse nicht so gut. Warum das so ist? Schwer zu sagen. Glauben Sie mir: Wir wollen auch zu Hause punkten und gewinnen, auch für die Fans. Eigentlich müsste es einem leichter fallen, wenn man auswärts gewonnen hat, gut dasteht und dann im eigenen Stadion spielt... und es war ja auch nicht so, dass Wolfsburg zu Hause so viel anders aufgetreten wäre als Freiburg auswärts, die haben auch etwas abwartend gespielt und kompakt gestanden. Wie gesagt: Der Unterschied war wohl, dass uns diesmal auch das 2:0 gelungen ist. Das hat das Spiel natürlich verändert.

Gegen Wolfsburg hat Ihre Mannschaft noch eine Schippe Überzeugung draufgelegt in Sachen Anlaufen und Balleroberung. Und vor allem hat sie mit den Ballgewinnen etwas anfangen können. Muss man dieses aufwendige Spiel einfach von Anfang bis Ende durchziehen? Kann man das überhaupt?

Jedenfalls versuchen wir immer, hoch zu bleiben, die Angreifer, das Mittelfeld und auch die Außenverteidiger helfen mit und kommen mit nach vorne. Wir sind schon immer nah am gegnerischen Tor, wenn das geht. Ich glaube auch nicht, dass wir den Mut verlieren oder die Luft nicht reicht, aber manchmal macht es der Gegner auch einfach gut – da machst Du Druck wie verrückt und die befreien sich trotzdem.

Davon abgesehen, dass es in Heimspielen nicht besonders läuft, spielt die Eintracht eine sehr erfolgreiche Saison. Sogar die Champions League scheint auf einmal greifbar nah. Hat das mit einem Umbruch in der Bundesliga zu tun? Oder was ist da los?

Ich denke, es hat auch mit unserer Entwicklung zu tun. Ist es nicht so, dass wir letzte Saison noch mehr Punkte gehabt haben zu diesem Zeitpunkt? Dann haben wir ein paar Spiele unglücklich verloren und auch ein bisschen nachgelassen, aber wir haben schon angedeutet, wohin es gehen könnte. Wichtig ist, dass wir diesmal weiter machen, dass wir weiter punkten, und dann haben wir viel Spaß und die Fans auch.

Kommen wir zu Ihrer persönlichen Situation: Insgesamt haben Sie in dieser Saison 130 Bundesligaminuten vorzuweisen. Das ist nicht viel...

Nein, das ist nicht viel. Aber ich kämpfe und versuche mein Bestes zu geben. Ich fand auch das Spiel gegen Freiburg nicht so schlecht, da habe ich mich auch voll reingehauen. Jetzt kämpfe ich weiter im Training und dann werden wir sehen, wie viele Minuten ich noch bekomme.

Schon im Trainingslager haben Sie alles versucht, um sich zu empfehlen...

Ich nehme alles als Motivation, auch ein Trainingslager. Was bringt es auch, wenn ich nachlasse? Dann bin ich gar nicht mehr dabei. Man muss Gas geben, das tue ich: Ich gebe alles, was geht. Ich glaube schon, dass ich noch Chancen bekomme, wenn ich so weitermache. Man muss die Chancen dann eben nutzen.

Gibt es keine Überlegungen, es anderswo zu versuchen? Es heißt ja, Sie wollten sich noch fürs schwedische WM-Team empfehlen?

Ja klar, jeder Spieler hat den Traum, einmal bei der WM zu spielen. Ich bin noch jung und habe noch Zeit, aber ich würde natürlich gerne jetzt dabei sein. Da ist es wichtig, dass ich hier spiele und das will ich versuchen – dann sehen wir, was passiert. Ob da andere Vereine in Frage kommen oder nicht: Ich habe hier einen Vertrag und der Trainer hat gesagt er will mich behalten. Das heißt für mich, ich muss weiter Gas geben. Und vielleicht heißt das ja auch, dass ich mehr Chancen bekomme. Aber der Fußball ist, wie er ist, nämlich auch ein Geschäft. Man weiß nie. Vielleicht sagt der Trainer auch irgendwann: Du kannst gehen. Ich hoffe aber natürlich, dass er bei seiner Einschätzung bleibt, dass ich hier gebraucht werde.

Sie sind 25 Jahre alt, haben also als Fußballer noch einiges an Zukunft vor sich. Werden Sie in Zukunft nach rein sportlichen Gesichtspunkten entscheiden was Sie tun oder gibt es vielleicht ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Verein in dem Sie gerne spielen würden?

Also wenn es um Fußball geht, dann bleibe ich gerne in der Bundesliga so lange es geht. Ich mag die Fußballkultur hier mit den Fans und allem Drumherum. Die Stadien sind fast immer voll, das gefällt mir sehr. Und ich fühle mich auch sonst sehr wohl in Deutschland. Das normale Leben ist fast das gleiche wie in Schweden. Wenn ich mein ganzes Fußballerleben lang in der Bundesliga spielen könnte, würde ich das gerne machen.

Kommen wir zum nächsten Gegner, den Sie ja ganz gut kennen. Sagen Sie doch ein paar Worte zu Borussia Mönchengladbach. Was macht diesen Verein aus und was können Sie zur Mannschaft sagen?

Man kann wirklich sehen, dass die Mannschaft zusammengewachsen ist und gut zusammen spielt. Einige Spieler sind ja schon länger da, das sieht man auch auf dem Platz. Die verstehen sich gut und haben auch einen guten Zusammenhalt, Hazard, Stindl, Raffael... Wichtig ist, dass wir sie stören, denn sie wollen gerne Ballbesitz haben und den müssen wir ihnen nehmen. Dann haben wir eine sehr gute Chance.

So ein Sieg wie in Wolfsburg ist natürlich gut für die Mannschaft, andererseits heißt das für die, die nicht gespielt haben, dass es schwierig wird, ins Team zu kommen. Was macht das mit der Stimmung?

Die Stimmung bei uns ist unverändert gut. Die Erfolge helfen auch den anderen Spielern und zeigen ihnen, dass sie sich reinhauen müssen – jeder will ja in die Mannschaft. Und nichts ist unmöglich. Dass wir gewonnen haben, heißt ja nicht, dass alles bleibt, wie es ist. Der Trainer hat schon früher die Mannschaft verändert und alles ist möglich.

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