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Ein Tor bringt Familie Hübner nicht auseinander

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BenjaminHübner
BenjaminHübner © Uwe Anspach (dpa)

Der Familienfrieden war dann doch nicht in Gefahr – obwohl sich der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner wegen seines Sohnes natürlich den einen oder anderen Spruch anhören musste.

Der Familienfrieden war dann doch nicht in Gefahr – obwohl sich der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner wegen seines Sohnes natürlich den einen oder anderen Spruch anhören musste. „Den entlassen wir“, witzelte beispielsweise Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic über seinen Kollegen. Der bitteren Schlusspointe des Gastspiels im Kraichgau schließlich wohnte für die hessische Reisegruppe noch eine besondere Pikanterie inne – war es doch Hübners Sohn Benjamin, der in Diensten des Gegners den entscheidenden Kopfball zum späten 1:0-Sieg für 1899 Hoffenheim ins Eintracht-Tor wuchtete.

Von seinen jubelnden Mitspielern wurde Hübner fast erdrückt, auf eine Umarmung seines Vaters in der Öffentlichkeit wartete er nach seinem zweiten Saisontor vergeblich. Erst im Kabinengang legte dieser seine Zurückhaltung ab. „Er hat mir zum Tor gratuliert“, berichtete Benjamin und lachte: „Das bringt uns nicht auseinander. Er ist ja immer noch mein Vater.“ Als solcher kann Bruno Hübner eigentlich sehr stolz sein, trotz der bitteren Schlusspointe.

Nach Startschwierigkeiten bei der TSG zu Beginn der Saison ist Benjamin in der Dreier-Abwehrkette gesetzt. „Die Eintracht hat unglaublich gekämpft, es war sehr schwer für uns“, berichtete er. Am Ende war es der 27-Jährige selbst, der den Unterschied machte. „Wenn er Fahrt aufnimmt und sich hochschraubt, wird es schwer“, sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac. Marco Russ verlor das entscheidende Kopfballduell, wurde aber von Kovac in Schutz genommen. „Vom Fleck kann Marco da gar nicht so hochkommen. Er hat vorher zu viel Abstand gelassen, aber das war sicher der Müdigkeit geschuldet.“

Der gebürtige Wiesbadener Benjamin Hübner wiederum, der über den SV Wehen, den VfR Aalen und den FC Ingolstadt im Sommer für 800 000 Euro Ablöse nach Hoffenheim kam, war auch bei der Eintracht wiederholt gehandelt worden. Der Familienrat aber entschied sich dagegen, nicht zuletzt um keine Probleme mit einem Vater-Sohn-Verhältnis innerhalb des Kaders zu bekommen. Nun wird Benjamin Hübner demnächst mit Hoffenheim im Europacup auflaufen. Väterliche Glückwünsche zu Toren nimmt er auch da sicher gerne an – und vielleicht schaffen es Papa Bruno und Co. ja auch noch nach Europa.

(mka,dpa)

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