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Bruno Hübner hat noch viel zu besprechen

Eintracht Frankfurt

Bruno Hübner und der heiße Draht: Kommt noch ein neuer Spieler in der winterlichen Transferperiode?

Während die Bundesliga-Fußballer der Frankfurter Eintracht in Florida trainieren, hängt Sportdirektor Hübner meist am Telefon. Es gibt viel zu besprechen.

Eigentlich fehlt nur noch, dass plötzlich die Füße beginnen, im Takt mitzuwippen. Dass die Beine kurz darauf folgen. Dass Bruno Hübner sich schließlich von der Bank erhebt und seinen kompletten schlaksigen Körper in tänzerische Schwingungen bringt. Wie man auf diese Idee kommen kann? Nun ja, quasi immer, wenn die Eintracht auf dem Trainingsplatz in Florida an ihrer Form arbeitet, sitzt der Sportdirektor an der Seitenlinie im Schatten der überdachten Auswechselbank, weit weg von den Fans, noch viel weiter weg von den neugierigen Reportern, und trägt Kopfhörer in seinen Ohren.

Nur ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit so, dass aus den weißen Stöpseln, die mit Hübners Handy verbunden sind, dann doch keine laute Musik dröhnt, sondern nur eine Stimme am anderen Ende der Telefonleitung erklingt.

Eintracht Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner bezieht Stellung zu der Frage, ob noch ein neuer Spieler geholt wird

Bruno Hübner hat viel zu besprechen in diesen Tagen. Wer wird noch verkauft? Kommt noch ein neuer Spieler? Werden Verträge verlängert? Fragen über Fragen, die sich während so einer winterlichen Transferperiode jedes Jahr aufdrängen und zu denen Bruno Hübner am Donnerstag Stellung bezogen hat: „Wir gehen davon aus, dass wir keinen Spieler mehr holen. Wir sind personell gut aufgestellt.“

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Eine klare Ansage, so auf den ersten Blick. Auf den zweiten gibt es aber Einschränkungen. Da ist zum einen Timothy Chandler. Der Rechtsverteidiger, der nach seinem weitgehend auskurierten Knorpelschaden im Knie mit in die USA gereist ist, trainiert weiterhin noch nicht mit der Mannschaft. Einzig beim Aufwärmprogramm ist der 28-Jährige dabei. „Wir warten bei Timmy die Entwicklung ab, aber er ist schon weiter, als wir gedacht haben“, sagt Hübner. Auch so weit, dass Chandler bald eine Alternative für den in der Hinrunde so stark beanspruchten Danny da Costa sein könnte? Falls nicht, wird die Eintracht auf der rechten Außenbahn doch noch einmal zuschlagen. 

Kommt Kevin Mbabu von den Young Boys Bern zu Eintracht Frankfurt?

Kevin Mbabu, 23-jähriger Rechtsverteidiger von Young Boys Bern, dem Ex-Club von Trainer Hütter, wurde von der „Bild“ als möglicher Neuzugang ins Spiel gebracht. „Mbabu hat eine überdurchschnittliche Qualität und mit seinen jungen Jahren schon viel Erfahrung gesammelt – unter anderem in der Champions League“, sagt Hübner: „Außerdem hat er eine besondere Beziehung zu Adi Hütter. Insofern ist es unsere Verpflichtung, diesen Spieler intensiv zu beobachten. Die finanzielle Größenordnung solch eines Transfers ist aber nicht realisierbar.“ 

Mit anderen Worten: Die Eintracht, vor allem Trainer Hütter, hätte Kevin Mbabu gerne, die zehn bis 13 Millionen Euro Ablöse sind den Hessen aber zu viel. Zumal die Frankfurter, die Mbabu ja schon im Sommer verpflichten wollten, längst nicht mehr die einzigen sind, die Interesse an dem dreifachen Schweizer Nationalspieler zeigen. Auch Schalke 04 und englische Clubs sind am 23-Jährigen dran. Ein Kauf dürfte erst dann wahrscheinlicher werden, sollte sich Kevin Mbabu im Winter doch für einen Verbleib in Bern entscheiden und im Sommer immer noch auf dem Markt sein.

Statt eines Wintereinkaufs schwebt der Eintracht vielmehr ein Leihgeschäft vor, sollte Chandler doch noch längere Anpassungszeit benötigen. „Das bietet sich an, da wären wir nicht abgeneigt. Aber wir werden natürlich nur einen Spieler holen, der uns sofort weiterhilft“, sagt Hübner.

Marco Fabian und Branimir Hrgota vor dem Absprung bei Eintracht Frankfurt

Nicht unmöglich also, dass die Eintracht noch einmal zuschlägt auf dem Transfermarkt bis zum 31. Januar, zumal nach Nicolai Müller (Hannover 96), Felix Wiedwald (MSV Duisburg), Deji Beyreuther (Chemnitzer FC) und Chico Geraldes (Sporting Lissabon) zwei weitere Akteure den Club verlassen sollen. Zum einen Stürmer Branimir Hrgota, der schon im Sommer weg sollte, sich aber weigerte, für den es nach Informationen dieser Zeitung zurzeit aber keine Angebote gibt. Zum anderen Mittelfeldmann Marco Fabian, der freimütig zugibt, kommende Woche einen Deal mit einem anderen Club perfekt machen zu wollen. Das wäre im Sinne der Eintracht. „Marco hat sich klar geäußert, dass er spielen will. Und für ihn gibt es einen Markt“, sagt Hübner. Ziemlich sicher wird Fabian bald bei einem Club in seiner mexikanischen Heimat anheuern.

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Vom Interesse von Newcastle United an Jetro Willems hat Hübner zwar gehört, ein Angebot gebe es für den Niederländer aber nicht. „Bei uns kam nie etwas an“, so der Sportdirektor. Freilich ist Willems ein Spieler, der mit seiner Situation nicht zufrieden sein kann. War er in der vergangenen Saison noch Stammkraft, kam er unter Hütter in der Hinserie nur auf zwölf Ligaeinsätze. „Wenn ein Spieler, der nicht ganz zufrieden ist, aktiv auf uns zukommt, so wie es auch bei Nicolai Müller der Fall war, dann überlegen wir“, sagt Hübner. Gemeint sind natürlich nur Ergänzungsspieler wie eben Willems oder Tawatha. Denn eines stellt Hübner unmissverständlich klar: „Wir werden uns auf keinen Fall schwächen.“ Eine Aussage, die ohne Einschränkungen gilt.

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