Eintracht Frankfurt

David Abraham ist der stabilste Teil der Eintracht-Achse

Nur ein einziger Feldspieler der Frankfurter Eintracht hat in dieser Spielzeit bislang alle 14 Liga-Begegnungen von der ersten bis zur letzten Minute bestritten.

Nur ein einziger Feldspieler der Frankfurter Eintracht hat in dieser Spielzeit bislang alle 14 Liga-Begegnungen von der ersten bis zur letzten Minute bestritten. David Abraham ist nicht nur als Vertreter des verletzten Alexander Meier der Kapitän, sondern auch der Dauerbrenner des Fußball-Bundesligisten. Und er ist ein Teil der wichtigen Achse erfahrener Spieler, die, so der TV-Experte und ehemalige Nationalspieler Didi Hamann, „jede Mannschaft braucht, um erfolgreich zu sein“. Die Eintracht hat sie. Vom Torhüter Lukas Hradecky über den Abwehrspieler Abraham und den Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng bis hin zum Angreifer Sébastien Haller, der zwar in diesen Tagen und Wochen ein wenig schwächelt, aber dennoch zur Balance in der Mannschaft viel beiträgt.

Der Argentinier Abraham, im Sommer 2015 von 1899 Hoffenheim für läppische 1,5 Millionen Euro verpflichtet, ist der stabilste Spieler der Eintracht. Er reiht eine starke Leistung an die andere, besticht durch Schnelligkeit und Zweikampfstärke. Beim jüngsten 2:1 in Berlin hatte er 84 Ballkontakte, brachte 82 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann und gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe. Und spielte dabei nicht ein einziges Mal foul. Gerade dieser Wert ist für einen Verteidiger außergewöhnlich. Zumal Abraham in der vergangenen Saison über Wochen hinweg, genau genommen nach einem Ellbogenschlag gegen Hoffenheims Sandro Wagner, als böser Bube galt.

Das ist längst vergessen. Abraham ist nicht mehr nur im normalen Leben der Typ „braver Schwiegersohn“, er ist auch auf dem Platz ruhiger geworden, überlegter. Gibt es Probleme auf dem Platz wie jetzt in Berlin in den ersten 20 Minuten, holt Kovac Abraham schon mal zur Seitenlinie und gibt ihm Anweisungen für die ganze Mannschaft. Abraham ist so etwas wie die rechte Hand des Trainers.

Für den frappierenden Unterschied zwischen Frankfurter Heimschwäche und Auswärtsstärke kann er quasi als Personifizierung gelten. In fremden Stadien kommt es besonders auf das Bekämpfen des Gegners an, auf die Organisation der Defensive, auf das gegenseitige Helfen in schwierigen Momenten. All dies gehört zu den Kernkompetenzen von Abraham. Zu Hause sollte neben diesen Tugenden auch noch Passgenauigkeit, Spieleröffnung und Offensivstärke bei eigenen Standards hinzukommen. Genau da ist bei Abraham noch viel Luft nach oben. Die Pässe sind nicht immer präzise, der Spielaufbau beschränkt sich häufig auf weite Diagonalbälle, und Torgefahr strahlt er keine aus.

In insgesamt 121 Bundesligaspielen hat er gerade drei Tore geschossen, für die Eintracht gar erst eines – am 20. September 2016 beim 2:0 in Ingolstadt. In dieser Saison ist ihm noch kein Treffer gelungen. Mit diesem Manko steht er unter Frankfurts Verteidigern freilich nicht alleine. pes

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