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Armin Veh

Veh mit Bauchschmerzen

Derby-Zeit: Vier Mal Sehnsucht nach Siegen

Frankfurt - Derby-Zeit in der Bundesliga: Wenn am Sonntag der FSV Mainz 05 auf Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg auf den VfB Stuttgart trifft, geht es für alle vier Klubs um Frustbewältigung.

Armin Veh hat Bauchschmerzen, wenn er an das nächste Spiel denkt. Im übertragenen Sinne. Die Krise seiner Mannschaft geht am Trainer von Eintracht Frankfurt nicht spurlos vorüber. Und jetzt drohen mit Blick auf das brisante Rhein-Main-Derby am Sonntag beim ebenfalls schwächelnden FSV Mainz 05 (15.30 Uhr/Sky) auch noch Rückenbeschwerden.

„Wir haben einen Sack auf dem Buckel. Das kann man nicht weglächeln. Die Situation ist nicht einfach“, sagte Veh und fordert nach sechs Bundesligaspielen ohne Sieg die Wende: „Es wird sauschwer. Aber wir brauchen ein Erfolgserlebnis.“

Es ist der Kernsatz, den am Sonntag neben der Eintracht und den Mainzern auch zwei andere Klubs beherzigen wollen. Im baden-württembergischen Duell empfängt der SC Freiburg den VfB Stuttgart (17.30 Uhr/Sky). Ein Quartett also bemüht sich zum Ausklang des zwölften Spieltages um Frustbewältigung.

Ganz oben auf der Leidensliste stehen derzeit allerdings die Frankfurter. Der Tabellen-15., der in der vergangenen Saison als Aufsteiger ins internationale Gschäft eingezogen war, kassierte am Donnerstagabend in der Europa League bei Maccabi Tel Aviv (2:4) einen weiteren schmerzhaften Rückschlag.

Auch einen Tag später hatte Veh die Pleite nicht verdaut. „Wir sind mit einer gewissen Überheblichkeit ins Spiel gegangen. Das geht natürlich gar nicht“, sagte der 52-Jährige. Kein Wunder, dass er seine Mannschaft mit Blick auf das brisante Derby in die Pflicht nahm. „Regeln“, sagte Veh, „muss man das auf dem Platz. Wir müssen uns durch sehr viel Disziplin und Laufbereitschaft Selbstvertrauen holen.“

Auch Finanzvorstand Axel Hellmann spricht von einem „enorm wichtigen Spiel“ für die Hessen, die um den Einsatz der Abwehrspieler Sebastian Jung (Wadenverletzung) und Bamba Anderson (Grippe) bangen. Sollte der Brasilianer ausfallen, würde die Eintracht ohne ihre Stamm-Innenverteidigung dastehen, da Carlos Zambrano eine Gelb-Sperre absitzt.

Doch auch die Mainzer, die aus den letzten acht Partien nur vier Zähler holten, sind personell arg dezimiert. Hoffnungsträger ist deshalb ausgerechnet der 20-jährige Loris Karius. Der Nachwuchskeeper wird am Sonntag zu seinem zweiten Bundesliga-Einsatz kommen, da der verletzte Stammtorwart Heinz Müller sowie dessen gesperrter Ersatz Christian Wetklo nicht auflaufen können.

Und Trainer Thomas Tuchel stellt dem zeitweise zur Nummer vier degradierten Karius sogar eine längere Verweildauer im FSV-Gehäuse in Aussicht. „Er kann seine Chance ergreifen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er dann mehrere Spiele macht“, sagte Tuchel über den Youngster, der 2011 von Manchester City nach Mainz gewechselt war.

Die meistgehassten Fußball-Teams aller Zeiten

Die meistgehassten Fußball-Teams aller Zeiten

Die britische Webseite goal.com hat die zehn meistgehassten Fußballteams aller Zeiten gekürt. Auf Platz 10: Das Real Madrid aus der Ära von Präsident Ramon Calderon (im Bild rechts mit Rafael van der Vaart und Real-Legende Alfredo di Stefano). Begründung: Der Präsident belog die Real-Mitglieder jahrelang mit leeren Verprechungen, was die Verpflichtung neuer Stars betraf. In der CL-Saison 2008/2010 tönten die Königlichen vor dem Duell gegen Liverpool, man würde die Reds abschießen. Endergebnisse der Spiele: 1:0 und 4:0 für Liverpool. © dpa
Platz 9: Arsenal London in der Zeit zwischen 1986 und 1995. Begründung: Unter Trainer George Graham spielten die Gunners den langweiligsten Fußball überhaupt. © dpa
Platz 8: Die italienische Nationalmannschaft - immer. Begründung: Italiens destruktive Spielweise, der Hang zu Schwalben im Strafraum sowie die Tatsache, dass viele italienische Fußballer einfach gut aussehen macht die "Squadra Azzurra" zu den meistgehassten Mannschaften. © dpa
Platz 7: Manchester United seit 1993. Begründung: Zum einen ist ManU der erfolgreichste Club auf der Insel, zum anderen hatten die "Red Devils" in den vergangenen Jahren viel Glück. Man denke da nur an das Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern. © Getty
Platz 6: Juventus Turin - immer. Begründung: Juve gehört zu den erfolgreichsten Vereinen Italiens und hatte es in den vergangenen Jahren dennoch nötig, Spiele manipulieren zu lassen. Das war alles andere als gut fürs Image ... © Getty
Platz 5: Griechenland bei der EM 2004. Begründung: Die Mannschaft von Otto Rehhagel ermauerte sich den EM-Titel mit unansehnlichem Defensivfußball. Vielen Fußballfans missfiel das gründlich. © dpa
Platz 4: Leeds United Ende der 60er Jahre. Begründung: Wegen seiner schmutzigen Spielweise hatte United den Spitznamen "Dirty Leeds". Der Verein war bisher weder besonders nachhaltig erfolgreich noch beliebt. © dpa
Platz 3: Estudiantes de la Plata (Argentinien) Ende der 60er Jahre. Begründung: Die Mannschaft lebte extremst von ihrer physischen Spielweise. Rote Karten waren für die Argentinier keine Seltenheit, und doch war die Mannschaft überaus erfolgreich. Das Weltpokal-Rückspiel gegen den AC Mailand im Jahr 1969 gilt als eines der brutalsten Spiele der Geschichte - wegen Estudiantes. Damals ließ der argentinische Staatspräsident die gesamte Mannschaft nach Spielende unter Arrest stellen. Zwei Spieler mussten sogar ins Gefängnis. © dpa
Platz 2: Der FC Bayern der 70er Jahre. Begründung: Der Bayern-Dusel hatte in den 70er Jahren, als die Bayern drei Mal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewannen, seinen Ursprung. Außerdem bildeten die Bayern damals den Gegenpart zu den beliebten "Fohlen" von Borussia Mönchengladbach. Zudem sollen die Spieler gegenüber gegnerischen Fans oftmals ausfallend und aggressiv gewesen sein. © dpa
Platz 1: Argentinien bei der WM 1990. Die "Albiceleste", die damals im Finale der deutschen Nationalmannschaft mit 0:1 unterlag, sei die moderne Definition von Anti-Fußball gewesen, so goal.com. © dpa

Verzichten muss der Mainzer Coach auf Nationalspieler Nicolai Müller (Sprunggelenk). Trotzdem geht Tuchel mit großer Zuversicht ins Derby, zu dem 3444 Eintracht-Fans anreisen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen werden. Mir wäre ein Start-Ziel-Sieg am liebsten“, sagte der 40-Jährige.

Eine Woche nach ihrem ersten Ligaerfolg wollen auch die im Abstiegsstrudel steckenden Freiburger gegen Stuttgart nachlegen. „Ich verspreche jedenfalls, dass wir kämpfen werden wie die Löwen“, sagte SC-Trainer Christian Streich, dessen Team durch das torlose Unentschieden in der Europa League am Donnerstag bei GD Estoril weiter auf der Stelle tritt.

Der VfB indes möchte sich nach der Klatsche in Dortmund (1:6) rehabilitieren. Sportdirektor Fredi Bobic erwartet jedenfalls eine positive Reaktion. „Freiburg hat zwar nicht ganz die Qualität des BVB, ist aber trotzdem gefährlich. Aber wir fahren dorthin, um etwas zu holen“.

sid

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