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Nur kurz gefrustet: Eintracht Frankfurts Filip Kostic.

Eintracht Frankfurt

Diese Niederlage wird die Eintracht ganz sicher nicht aus der Bahn werfen

Gegen Wolfsburg war die Eintracht nicht „griffig“ genug. Das Selbstvertrauen hat unter dem Dämpfer aber nicht gelitten.

Am Tag nach der ersten Niederlage seit mehr als neun Wochen war Danny da Costa wieder dort, wo er und seine siegreichen Kollegen zuletzt von Zehntausenden begeisterter Fans gefeiert worden war. Der Dauerspieler bei Eintracht Frankfurt war am Montagabend, 24 Stunden nach dem 1:2 gegen den VfL Wolfsburg, prominenter Gast bei der Verleihung des traditionsreichen „Schlappekicker-Preises“ der „Frankfurter Rundschau“ im Römer.

Nur auf den Balkon ging es dieses Mal nicht, anders als noch im Mai dieses Jahres nach dem Pokaltriumph. Da Costa ist ja mittlerweile so etwas wie der Außenminister der Frankfurter Fußballer, durchaus gehaltvoll, unterhaltsam und pfiffig am Mikrofon, aber auch er konnte dieses Spiel trotz aller Eloquenz im Nachhinein nicht mehr gewinnen.

Irgendwann, so die vorherrschende Meinung in der Kabine, reiße halt jede Serie einmal, auch eine, die Eintracht Frankfurt durch elf Begegnungen ohne Niederlage bei 31 von 33 möglichen Punkten getragen hatte. Schade sei allenfalls, dass es in einem Heimspiel passiert war und dass die Hessen den Sprung auf Platz zwei verpasst haben, dorthin, wo sie zuletzt im Oktober 2012 standen. Es war Schlussmann Kevin Trapp, der die Richtung vorgab: „Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen.“

Einzelkritik: So haben sich die Adler gegen Wolfsburg geschlagen

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Makoto Hasebe: Steht praktisch immer in dieser Kategorie. Erneut unglaublich abgeklärt, er überlegt, er antizipiert. Und ist immer noch unglaublich schnell zu Fuß. Er hält alles zusammen. © 
Filip Kostic: In der Anfangsphase bis tief in die zweite Halbzeit Aktivposten. Über seine Seite ging fast alles, bereitete viele gute Gelegenheiten vor, enorm fleißig und dynamisch. Sein Pech: Seine Flanken fanden viel zu selten keinen Abnehmer. © 
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Kevin Trapp: Lange Zeit unterbeschäftigt. Musste nur Fußarbeit verrichten, das tat er mit viel Gefühl und sehr präzise. Beim 0:1 ohne Chance, wenn auch der Ball knapp an seinem Fuß vorbeistrich. © 
Evan Ndicka: Hatte anfangs seine Mühe, biss sich aber ins Spiel hinein. Immer wieder verblüffend: seine Kaltschnäuzigkeit. Schlug aber zu viele Bälle lang. © 
Ante Rebic: Anfangs enorm spritzig, spielfreudig. Er war es, der die ersten gefährlichen Situationen beschwor. Viel unterwegs. Verzettelte sich dann mehr und mehr. Sein überhasteter Fehlpass im Mittelfeld führte zum 0:1. Konnte sich nie richtig durchsetzen. © 
Jonathan de Guzman: Licht und Schatten, eigentlich mehr Schatten. Konnte das Spiel nicht so prägen wie zuletzt. Seine Standards kamen auch nicht so gut. Hatte Pech mit einem abgefälschten Schuss an den Außenpfosten (14.). © 
Gelson Fernandes: Fleißiges Lieschen, rannte und rannte, machte viele Meter für die Mannschaft. Das macht er gut. Kam aber auch nicht so ins Spiel. Sah früh schon eine Gelbe Karte, ließ sich provozieren. © 
Danny da Costa: Wurde gut geblockt auf seiner Seite. Stand klar im Schatten von Kostic. Konnte sich kaum durchsetzen, musste auch defensiv mehr machen. © 
Jetro Willems: Sollte noch mal frischen Wind bringen. Das tat er auch, streute ein paar schöne Zuspiele ein. © 
Luka Jovic: Fand lange Zeit keine rechte Bindung zum Spiel, er wirkte fast ein wenig pomadig. Seine Chancen vermochte er nicht zu nutzen. Und doch machte er noch sein Tor (88.). © 
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Marco Russ: Lange Zeit solide und unauffällig. Beim 0:1 unterlief ihm ein folgenschwerer Stellungsfehler. In der zweiten Hälfte oft überlaufen, kam oft zu spät. © 
Sebastien Haller: Ihm gelang anfangs nicht viel. Er verstolperte leichte Bälle, ihm unterliefen lange nicht gesehene technische Fehler. Konnte auch vorne weniger Bälle festmachen als gewohnt. © 
Mijat Gacinovic: Kam 25 Minuten vor dem Ende, da stand es 0:1.Sein Fehlpass leitete das 0:2 ein. © 

Diese Niederlage, die erste seit dem 26. September gegen Borussia Mönchengladbach (1:3), wird Eintracht Frankfurt ganz sicher nicht aus der Bahn werfen. Denn es war ja nicht so, dass die Hessen eingebrochen wären oder gegen einen turmhoch überlegenen Gegner verloren hätten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, ein Duell zweier gleichstarker Teams und beileibe „kein Spiel, in dem wir klar schlechter waren“, wie Trainer Adi Hütter hinterher analysierte. Ein Unentschieden hätte im Grunde genau dem Leistungsstand entsprochen, aber vermutlich war letztlich die fehlende Frische und die mangelnde Spritzigkeit, auch mental, ausschlaggebend. Insgesamt, brachte Hütter die Frankfurter Malaise an diesem Abend auf den Punkt, waren „wir nicht so griffig“.

Tatsächlich waren es keine großen Unzulänglichkeiten, die sich ins Frankfurter Spiel eingeschlichen hatten und womöglich eine grundsätzliche Umorientierung erfordert hätten. Eher Kleinigkeiten, ein Prise Sorglosigkeit vielleicht. „Ich weiß gar nicht, ob wir so viel falsch gemacht haben“, sagte Trapp. Es ging um Nuancen, um zu leichte Ballverluste, gerade vor den beiden Toren, und um Unaufmerksamkeiten. Das Passspiel war dieses Mal eher „schlampig“ (Hütter), auch die Ballsicherheit habe gefehlt. Der Spielaufbau war nicht sehr zielorientiert, die drei torgefährlichen Stürmer wurden zu selten mit guten Bällen gefüttert. Den Zuspielen aus dem Zentrum fehlte die Präzision. Dazu gewannen die Frankfurter deutlich weniger zweite Bälle, sie hatten also immer wieder Schwierigkeiten, die Partie unter Kontrolle zu bekommen.

Dass der VfL Wolfsburg das Sturm-Triumvirat mit knallharter Defensivarbeit ausgebremst hat, kam erschwerend dazu. Schließlich ließen sich die Niedersachsen, anders als viele Gegner in den zurückliegenden Wochen, nicht auf ein folgenschweres Klein-Klein vor dem eigenen Strafraum ein, sondern schlugen die Bälle lang nach vorne. Damit gaben sie den gewohnt aggressiven Frankfurter Angreifern kaum eine Möglichkeit zu attackieren und Fehler heraufzubeschwören.

Es gibt jetzt natürlich überhaupt keinen Grund, das bisher so bemerkenswert funktionierende Offensivspiel der Eintracht grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen. Warum auch? Nach wie vor ist das spektakuläre Angriffsspiel die neue Stärke der Frankfurter, sie haben die zweitmeisten Tore erzielt in der Bundesliga. Und es hat auch nicht den Anschein, als wolle Hütter von seiner nach vorne gerichteten Denkweise abrücken – am Sonntag wechselte er nach einer guten Stunde extrem mutig, brachte zwei offensive Mittelfeldspieler und nahm einen defensiven vom Feld.

Auch das Selbstvertrauen, ohnehin nach den vielen Siegen ausgeprägt, hat nicht gelitten unter diesem ersten Dämpfer. „Wir haben in dieser Saison eine große Chance“, sagte Jetro Willems, der nach seiner Einwechselung erneut als Mittelfeldspieler zum Einsatz kam und gute Ansätze zeigte. „Es ist noch nicht vorbei.“ Und in Frankfurt genießen sie auch mal wieder eine „lange Woche“ ohne Spiele am Werktag. Bis zur Partie am kommenden Samstag (18.30 Uhr) bei Hertha BSC bleibt genügend Zeit zur Regeneration. Und dann will Eintracht Frankfurt wieder angreifen. Sie können ja kaum anders.

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