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Er könnte der neue Anführer sein: Carlos Salcedo.

Eintracht Frankfurt

Diese sechs Spieler haben im Trainingslager besonders überzeugt

Mit 29 Spielern weilt der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt noch bis Sonntag im Trainingslager in Südtirol, zweimal am Tag bittet Trainer Adi Hütter seine Profis auf den Platz. Während viele von ihnen in der Masse untertauchen, konnten sechs andere schon sichtbare Akzente setzen.

Carlos Salcedo: Der mexikanische Nationalspieler von sticht heraus – und das nicht nur optisch durch seine blondierten Haare, den tätowierten Körper oder diverse Bling-Bling-Rucksäcke. Nein, Salcedo bringt im Vergleich zur vergangenen Saison vor allem eine deutlich höhere Präsenz auf dem Rasen mit. Aufrechter Gang, die Brust nach vorne gestreckt, eine Ausstrahlung, die ihn zu einem der Anführer machen könnte. Nicht umsonst zählte Trainer Adi Hütter den Innenverteidiger, der bei der WM in Russland auf der rechten Abwehrseite spielte, jüngst zu den Spielern, die „Führungsqualitäten und Erfahrung“ mitbringen. In den Zweikämpfen geht der 24-Jährige kompromisslos zur Sache, in Interviews dazu ziemlich selbstbewusst: „Wir wollen uns in der Spitze etablieren.“

Luka Jovic: Nachdem der junge Serbe im Pokalhalbfinale auf Schalke sensationell per Hacke den 1:0-Sieg herausschoss, ging es plötzlich abwärts – zumindest was die Einsatzzeiten betraf. Im Finale von Berlin durfte Jovic keine einzige Minute mitwirken, bei der Weltmeisterschaft in Russland lediglich eine. Ganz nachzuvollziehen ist das nicht. Denn seitdem der Angreifer vor knapp zwei Wochen wieder ins Training eingestiegen ist, präsentiert er sich in erstaunlich guter Form. Schon beim 6:2-Test gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden war er der beste Frankfurter, und auch bei den täglichen Einheiten zappeln die Bälle nur so im Netz. Im Frankfurter Kader gibt es seit dem freiwilligen Verzicht auf Alex Meier keinen Spieler mehr mit besseren Abschlussqualitäten als Jovic.

„Der liebe Gott hat mir dieses Talent und diesen Torriecher gegeben“, hatte das 20-jährige Sturmjuwel Anfang April erklärt. Die Prognose, dass Luka Jovic der kommende Star im Eintracht-Dress werden könnte, ist daher keine allzu gewagte.

Mijat Gacinovic: Der 23-Jährige, der schon seit 2015 bei der Eintracht spielt, hat einen klaren Plan für diese Saison. „Ich will ein besserer Spieler werden“, sagte er vor einigen Wochen. Bisher mit Erfolg. Gacinovic scheint einer zu sein, der perfekt in die Hütter’sche Pressingmaschinerie passt. Im zentralen, offensiven Mittelfeld kommt er laufstark daher, nervt den Gegner mit ständigem Druck, stibitzt häufig Bälle. Allerdings: Ganz neu ist es nicht, dass Gacinovic in einer Vorbereitung zu den auffälligen Spielern zählt, bisher konnte er diese Form aber fast nie in die Saison retten. Mut macht, dass vor allem die Körpersprache des Serben eine andere als noch in der Vergangenheit ist. Er kommt aus sich heraus, gibt Anweisungen und gibt auch mal den Alleinunterhalter.

Als am Dienstag das Training längst vorbei war, etliche Spieler bereits den Rückweg ins Hotel angetreten hatten, da setzte Gacinovic noch zu einem letzten Sprint an. Mit Ball am Fuß lief er los. Er lief und lief und lief quer über den Platz. Ein Pass ins Tor, die knapp 100 Fans am Spielfeldrand johlten los und sangen in wohliger Erinnerung an das Endspiel von Berlin den Frankfurter Hit dieses Sommers: „Deutscher Poookalsieger“.

Jetro Willems: Am Ende der vergangenen Rückrunde blühte der Linksverteidiger auf, war nach einer langen Anlaufphase mit schwachen Spielen im ersten Teil der Saison plötzlich unumstrittener Stammspieler. Der Niederländer, geboren in Curaçao, setzt diesen Trend auch unter dem neuen Coach Hütter fort. Willems ist topfit, marschiert die linke Seite hoch und runter, bringt gefährliche Flanken und lässt auch in der Defensive – oftmals ja seine Schwäche – kaum etwas anbrennen. Auffällig: Hütter platziert Willems im Training noch ein Stück weit offensiver als es ohnehin schon unter Vorgänger Niko Kovac der Fall war. Das könnte ihn künftig noch wertvoller machen.

Lucas Torro: Der N, der von Real zuletzt nach Osasuna verliehen war, hat von allen Neuzugängen bisher den besten Eindruck hinterlassen. Er ist definitiv ein Kandidat für die Stammformation. In Zweikämpfen kennt Torro keine Freunde, säbelt auch mal im Training ordentlich dazwischen. Darüber hinaus besitzt der 24-Jährige ein ordentliches Pass- und Kopfballspiel. Allerdings: Etwas schneller könnte er schon auf den Beinen unterwegs sein.

Danny Blum: Der 27-Jährige ist ein Geradeausspieler. Einer, der nur eine Richtung kennt: und zwar vorwärts. Und das auch noch mit Volldampf. Im Zweifel auch mit dem Kopf durch die Wand. Das macht ihn an manchen Tagen zu einem der besten Spieler auf dem Trainingsplatz, an anderen wieder zum schwächsten. In der bisherigen Vorbereitung hält sich das so ziemlich die Waage. Auffällig ist Blum aber in jedem Fall: Falls nicht durch seine Leistung, dann immerhin durch seine fast bis zur Hüfte hochgekrempelte Hose im Cristiano-Ronaldo-Style.

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