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Alle fünfe: Ob Luka Jovic auch heute Abend beim Rückspiel in Düsseldorf wieder so treffsicher ist?

Eintracht Frankfurt

Pflicht zwischen zwei Höhepunkten: Drei Tage vor Rückspiel in Mailand geht's für die Adler nach Düsseldorf

Adi Hütter freut sich auf die Begegnung mit Friedhelm Funkel. Das Spiel bei der „neuen“ Fortuna wird ein hartes Stück Arbeit.

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter wird am heutigen Abend in Düsseldorf den Kollegen Friedhelm Funkel ganz besonders herzlich begrüßen. Er mag ihn nämlich, selbst „wenn ich ihn nicht so gut kenne“. Aber Hütter hegt „großen Respekt“ für Funkels Arbeit, der Erfolg der Düsseldorfer Aufsteiger „ist ihm zu gönnen“. Dazu hat Adi Hütter nicht vergessen, welche Lanze der dienstälteste Bundesligatrainer einst auch für den österreichischen Novizen gebrochen hat.

In der Vorrunde hatte sich Funkel grundsätzlich über die allgemein grassierende Trainerschelte so geäußert: „Der Umgang mit Trainern ist mittlerweile unsäglich. In Frankfurt haben die ersten ja auch schon nach wenigen Spielen nach einer Ablösung meines Kollegen geschrien. Das ist lächerlich.“ Diese Replik hat Hütter imponiert, er hat das nicht vergessen. „Ich freue mich auf das Treffen mit Friedhelm Funkel.“ Immerhin kann er seinen Vorvorvorvorvorgänger noch im Innenraum begrüßen, am Donnerstag in Mailand ist ihm das Betreten des Spielfeldes ja verboten.

Fortuna Düsseldorf? Da war doch was! Das 7:1 aus dem Hinspiel Mitte Oktober hat jeder noch in Erinnerung. Vor allem die fünf Tore von Luka Jovic, der erste Eintracht-Spieler in der Geschichte des Clubs, dem dieses Kunststück gelungen ist, werden für ewig bleiben. Aber natürlich hat die Fortuna von damals mit der aktuellen Fortuna nichts, aber auch gar nichts gemeinsam.

Wie ein mieser Scherz

„Meine Mannschaft ist nicht mehr die Mannschaft aus dem Hinspiel“, sagt Funkel. Der Aufsteiger hat in der Rückrunde genauso viele Punkte geholt wie die Eintracht, nämlich 13, er steht vor dem 25. Spieltag auf Platz fünf der Rückrundentabelle, die Eintracht auf vier. Und dass ein Fortuna-Präsident ernsthaft die Absicht gehabt hatte, Friedhelm Funkel in der Winterpause vor die Tür zu setzen, wirkt angesichts der Düsseldorfer Ausbeute mittlerweile als mieser Scherz.

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Die Rheinländer stehen so gut da wie seit Jahrzehnten nicht, mit dem Abstieg haben sie definitiv nichts zu tun, insofern wird dieses „Sandwichspiel“ zwischen zwei Höhepunkten in der Europa League für die Hessen sicherlich kein Zuckerschlecken. „Das wird ein sehr interessantes Spiel. Wir werden den Kampf annehmen müssen“, sagt Hütter. Er sagt aber auch: „Wenn wir weiter oben bleiben wollen, müssen wir gewinnen.“ Denn das wollen die Frankfurter auf jeden Fall: Auch im nächsten Jahr europäisch unterwegs sein. Dieser Tage hat Hütter gesagt, was er unter Erfolg versteht: Zwei Dinge hat er sehr konkret genannt, nämlich das Weiterkommen in der Europa League und ein Platz unter den ersten Sechs.

Fan-Boykott wegen Termin

Deutlicher kann man seine Ambitionen nicht formulieren. Dazu verlangt er von seiner Mannschaft, in jedem Spiel „eine Topleistung“ abzuliefern. Und: „Wir haben hohe Ziele in der Meisterschaft.“ Die Eintracht ist in diesem Jahr noch ungeschlagen, seit zehn Spielen (vier Siege, sechs Unentschieden). Die Partie am heutigen Montagabend (20.30 Uhr), die die Frankfurter Fans in der ersten Halbzeit wegen der Termin-Ansetzung boykottieren wollen, ist natürlich nicht einfach nur eine schnöde Bundesligapartie: Es ist die Partie vor dem alles entscheidenden Rückspiel gegen Inter Mailand, diesem „Showdown“ in San Siro, wie Vorstand Axel Hellmann es formuliert hat. Was also ist wichtiger? Die Bundesliga? Oder die Europa League? „Das nächste Spiel ist immer das allerwichtigste“, sagte Hütter am Freitag diplomatisch, erst wenn die Begegnung in Düsseldorf abgepfiffen sei, kümmere er sich um Mailand, „schnellstmöglichst“ dann aber.

Und der Fußballlehrer steckt ein bisschen in der Zwickmühle: Wie sehr soll er rotieren? Wie dringend braucht der eine oder andere Spieler eine Ruhepause? Adi Hütter lässt sich diesbezüglich nicht in die Karten schauen. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass Makoto Hasebe nicht spielen wird, zum einen wegen seiner gebrochenen Nase, zum anderen will der Fußballlehrer nicht noch einmal das Risiko einer Verletzung eingehen. Es ärgert ihn noch heute, dass der überragende Japaner im Dezember im unbedeutenden Spiel gegen Lazio Rom mitgetan und sich prompt einen Muskelfaserriss zugezogen hatte.

Martin Hinteregger kann seinen Part mühelos übernehmen, für rechts stünden Almamy Touré, der seine Oberschenkelblessur auskuriert haben sollte, oder zur Not auch Marco Russ zur Verfügung. Denkbar ist zudem, dass auch Filip Kostic mal pausiert, Jetro Willems oder Taleb Tawatha stünden parat, Willems könnte auf rechts sogar Danny da Costa ersetzen, auch Sébastien Haller könnte für eine Partie dem Edeljoker Goncalo Paciencia den Vortritt lassen. Mittelfeldrenner Gelson Fernandes wird spielen, er ist ja in Mailand gesperrt.

Die Krux ist nur: Allzu gewagt sollte Hütter sein Team nicht durcheinanderwirbeln, eine Niederlage gegen heimstarke, selbstbewusste Düsseldorfer würde auf die Stimmung drücken.

von Thomas Kilchenstein

Gelungene Generalprobe von Inter Mailand

Gelungene Generalprobe für die europäische Aufgabe: Inter Mailand hat seine Liga-Partie vor dem Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale am Donnerstag gegen Eintracht Frankfurt souverän gewonnen. Gegen SPAL Ferrara kam der italienische Spitzenclub gestern zu einem fest eingeplanten 2:0-Heimsieg. Matteo Politano (67. Minute) und Roberto Gagliardini (77.) erzielten im Giuseppe-Meazza-Stadion die Tore für den Tabellenvierten der Serie A.

Die Frankfurter Eintracht bekommt derweil für das Achtelfinal-Rückspiel in Mailand eine noch größere Bühne. Das Spiel wird am kommenden Donnerstag nämlich beim Privatsender RTL übertragen. Ursprünglich sah der Plan vor, die Partie wieder auf dem hauseigenen Spartensender Nitro zu zeigen. Der Streamingdienst DAZN zeigt das Spiel ebenfalls. Das Hinspiel am vergangenen Donnerstag, das in Frankfurt 0:0 endete, hatte bei Nitro für eine beachtliche Einschaltquote von bis zu 1,90 Millionen Zuschauern gesorgt.

(sid)

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