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Schon wieder große Sprünge im Eintracht-Training: Ante Rebic (Mitte).

Eintracht Frankfurt

Eine Frage vor dem Hessenderby noch offen

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Die Frankfurter Eintracht hat sich wieder abgeschottet. Ein grundlegend verändertes Team wird Trainer Kovac beim Spiel in Darmstadt aber nicht aufbieten.

Am Donnerstag hat die Frankfurter Eintracht hinter verschlossenen Türen trainiert. Und auch am heutigen Freitag wird das so sein. Das ist inzwischen auch in Frankfurt Normalität, um sich vor der angeblichen oder tatsächlichen „Betriebsspionage“ durch den jeweils nächsten Gegner zu schützen.

Diesmal würde es Trainer und Spieler des SV Darmstadt 98 sicher brennend interessieren, in welcher Formation die Frankfurter in das Derby am Samstag gehen. Dabei wird es kaum Überraschungen geben, denn die personellen Alternativen bei der Eintracht sind ja dünn gesät. Zudem wird Trainer Niko Kovac nach der überzeugenden Leistung beim 1:0-Heimerfolg gegen Schalke 04 so ganz freiwillig nicht viele Änderungen vornehmen. Und ob es dem Gegner tatsächlich etwas bringt, zu wissen, ob nun Jesus Vallejo Innenverteidiger spielt oder doch Timothy Chandler? Dazu übrigens hielt sich Kovac nach der Übungseinheit am Donnerstag in einem kurzen Statement noch bedeckt.

Vallejo immerhin konnte zum ersten Mal in dieser Woche wieder das volle Programm mitmachen. „Er hat den Test bestanden“, sagte der Trainer. Ob er ihn aufstellen wird, ließ Kovac aber offen. Die mangelnde Spielpraxis des Spaniers, der seit Januar keinen Einsatz mehr über 90 Minuten hatte, spiele in seinen Überlegungen durchaus „eine Rolle“, gab er zu, „außerdem ist Timmy ja auch universell einsetzbar“. Einiges spricht also dafür, dass der Eintracht-Coach in Darmstadt eher Timothy Chandler als Vallejo vertrauen wird.

Viel interessanter könnte die Frankfurter Auswahl für die angreifende Abteilung werden. Denn da bieten sich nun einige Möglichkeiten mehr an, nachdem Haris Seferovic in der Schweizer Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg gegen Portugal Selbstvertrauen sammeln konnte und sich in guter Form vorgestellt hat. Freilich war der Stürmer am Donnerstag gar nicht mit auf dem Platz, sondern hat wie der gesperrte Michael Hector und die leicht angeschlagenen Johannes Flum, Yanni Regäsel und Joel Gerezgiher nur individuell trainiert. „Haris ist gut drauf“, attestiert Kovac seinem Stürmer, „wir schonen ihn nach dem Länderspiel nur ein bisschen.“ Schonung also fürs Spiel bei den „Lilien“? Da auch Ante Rebic nach überraschend schnell überstandenem Pfeifferschen Drüsenfieber zumindest für einen Kurzeinsatz zur Verfügung steht, bieten sich dem Eintracht-Coach neue Perspektiven. „Ich vertraue da den Ärzten und meinem Reha-Trainer“, kommentiert Kovac die „Blitzheilung“ bei seinem Landsmann Rebic, „dreißig Minuten hat er sicher drin.“

Die Lösung mit Szabolcs Huszti auf der rechten Seite im Mittelfeld war gegen Schalke aus der Not heraus geboren und sollte in diesem speziellen Fall auch dazu dienen, Platz für die offensiven Vorstöße von Guillermo Varela zu schaffen. Was nicht wirklich geklappt hat. Zudem wird gerade der rechte Verteidiger der Eintracht im Duell mit dem pfeilschnellen Marcel Heller wohl eher in der Defensive gefordert sein. Ein weiterer Angreifer über rechts liegt also nah, um dort nicht komplett den Darmstädtern das Feld zu überlassen. Das wäre dann die Chance für Seferovic. Der könnte über links angreifen, Mijat Gacinovic über rechts, Alex Meier leicht zurückgezogen und Branimir Hrgota über die Mitte. Und Rebic am Ende noch nachrücken.

Was durchaus vonnöten sein könnte, denn der Frankfurter Trainer erwartet einen Abnutzungskampf. „Darmstadt wird alles reinwerfen“, glaubt Kovac, „aber wenn wir körperlich dagegenhalten, bin ich zuversichtlich, dass wir etwas mitnehmen.“ Spielerisch nämlich sieht er seine Mannschaft im Vorteil. Und auch die Ausgangsposition sei diesmal besser als beim letzten Aufeinandertreffen Ende April. Damals musste die Eintracht unbedingt gewinnen, um den Abstieg doch noch vermeiden zu können. Was ja auch geklappt hat. „Diesmal müssen wir nicht unbedingt gewinnen“, sagt Kovac, „aber wir wollen unbedingt gewinnen.“

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