Eintracht Frankfurt

Mit einem Sieg in die Länderspielpause

  • VonChristian Heimrich
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Die bittere Niederlage in Dortmund ist aufgearbeitet und abgehakt. Aber gegen Mainz werde es nicht so einfach wie im Pokal, warnt Eintracht-Trainer Niko Kovac.

Das Ziel ist vom Trainer klar definiert: „Das Spiel ist ganz wichtig für uns. Wir wollen mit einem Sieg in die Länderspielpause gehen“, sagt Niko Kovac vor dem Rhein-Main-Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen der Frankfurter Eintracht und dem FSV Mainz 05 am heutigen Samstag (15.30 Uhr) kurz und knapp.

Auf den ersten Blick erscheint das Erreichen dieses Ziels auch gar nicht so schwer. Es ist gerade 38 Tage her, dass sich die Mainzer beim Pokal-Viertelfinale in Frankfurt (0:3) veritabel blamiert haben. Und in der Liga kämpft der Nachbar vom Rhein auf dem Relegationsplatz ums Überleben, die Eintracht hingegen als Fünfter um einen Platz auf der europäischen Bühne. Aber Kovac wird dafür bezahlt, angesichts scheinbar einfacher Diagnosen auf Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen. „Das wird diesmal nicht so leicht wie im Pokal“, sagt der Frankfurter Coach: „Das war es auch damals nicht. Das Ergebnis spiegelte es aber nicht wieder.“ Seit damals sei eine Veränderung im Spiel der 05er zu erkennen: „Das Defensivverhalten der ganzen Mannschaft ist besser geworden. Sie werden kompakt stehen und versuchen, über das schnelle Umschalten zum Erfolg zu kommen.“ Das hat der Eintracht schon gegen andere Gegner nicht geschmeckt.

Aber vielleicht war ja die knappe Niederlage auf den letzten Drücker in Dortmund hilfreich. Solche Nackenschläge haben im Verlauf dieser Saison bei der Eintracht immer eine positive Reaktion hervorgerufen. „Wir mussten dort ein richtig hartes Brett hinnehmen. Aber wir haben es aufgearbeitet, die Mannschaft hat das zur Seite gelegt“, sagt Niko Kovac.

Die Einstellung dürfte also stimmen. Spannender wird wohl die Aufstellung sein. Der Frankfurter Trainer hatte zuletzt eine glückliche Hand was die Startelf und die Einwechslungen angeht. Die Entscheidungsprozesse bleiben der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. „Das kann man nicht so einfach erklären. Am Ende ist es auch Bauchgefühl“, sagt Kovac.

In bestimmten Fällen geht es aber auch um konsequentes, für den betreffenden Spieler schmerzliches Handeln. Marco Fabián zum Beispiel ist derzeit für den Trainer kein Thema. „Bei den anderen sehe ich mehr“, sagte Kovac gestern mit ziemlich kühlem Unterton. Mit einem Satz war das Thema Fabián beendet. Das sollte dem mexikanischen Mittelfeldspieler zu Denken geben.

Der 28 Jahre alte Nationalspieler hatte erst am 4. Februar nach einer mehrmonatigen Verletzungspause sein Comeback für die Eintracht gefeiert. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an der Fußball-WM, bei der die Mexikaner am 17. Juni in ihrem ersten Spiel auf Weltmeister Deutschland treffen. In den vergangenen Wochen wurde Fabián in der Bundesliga jedoch nur zweimal eingewechselt. Dennoch ist er von Nationaltrainer Osorio in den Kader für die beiden anstehenden Länderspiele gegen Island und Kroatien berufen worden.

Im Vergleich zu Fabián nimmt Kovac den zuletzt erfolglosen Stürmer Sébastien Haller weiter ausdrücklich in Schutz. „Er hat für uns schon viele Tore geschossen und viele Tore aufgelegt“, sagte der Trainer. „Dass er mal eine Phase hat, in der es für ihn nicht so gut läuft, ist ganz normal. Der Seb kommt da wieder raus, das wissen wir. Wir brauchen bei ihm kein Wort mit ’K' zu benutzen.“ Er meinte Krise.

Als Alternative steht Luka Jovic bereit. „Er ist der Stürmer mit den meisten Toren in den wenigsten Minuten“, lobt Kovac seinen „Joker“ und Torschützen von Dortmund.

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