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Carlos Zambrano (rechts) im Zweikampf mit Halil Altintop.

Eintracht Frankfurt

Die Eintracht in Augsburg: Der Formcheck vor dem Spiel

Am Samstag kann die Eintracht ab 15.30 Uhr zum ersten Mal in dieser Rückrunde auswärts auf Punktejagd gehen. Nach dem vielumjubelten Heim-Auftakt gegen Wolfsburg dürften die Erwartungen bei den Fans hoch sein - zumal es mit dem FC Augsburg zum direkten Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz geht. Beide Vereine trennt in der Tabelle aktuell nur ein Tor - die Eintracht steht deshalb noch knapp hinter den Augsburgern, die am vergangenen Wochenende nur Unentschieden (0:0) in Berlin spielten. Ob das ein gutes Omen für die Eintracht ist und wie beide Mannschaften sonst drauf sind, lesen Sie hier in unserem Fakten-Check.

Von Christoph Süß

Am Samstag kann die Eintracht ab 15.30 Uhr zum ersten Mal in dieser Rückrunde auswärts auf Punktejagd gehen. Nach dem vielumjubelten Heim-Auftakt gegen Wolfsburg dürften die Erwartungen bei den Fans hoch sein - zumal es mit dem FC Augsburg zum direkten Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz geht.

Beide Vereine trennt in der Tabelle aktuell nur ein Tor - die Eintracht steht deshalb noch knapp hinter den Augsburgern, die am vergangenen Wochenende nur Unentschieden (0:0) in Berlin spielten. Ob das ein gutes Omen für die Eintracht ist und wie beide Mannschaften sonst drauf sind, lesen Sie hier in unserem Fakten-Check.

Wie ist die Form der Eintracht?

Nach den wenig erfolgversprechenden Testspielen der Eintracht am Ende der Winterpause überraschte die Mannschaft von Trainer Armin Veh Fans und Kritiker am vergangenen Sonntag mit einem hart erkämpften Sieg gegen die Wolfsburger Millionen-Truppe. Doch nicht alles, was glänzte, war Gold. So wechselte der Eintracht-Coach Stürmer Haris Seferovic wegen seiner schwachen Leistung aus. Außerdem ist die Dauer-Verletztenliste der Eintracht weiter lang und zwei Spieler wurden noch schnell zum Rückrunden-Auftakt verkauft - der Kader bleibt also dünn.

Wie ist der FC Augsburg in Form?

Der Rückrunden-Auftakt bei der Hertha in Berlin lief nicht optimal für die Augsburger. Allerdings trafen sie dort - zumindest in der ersten Halbzeit - auf eine bärenstarke Mannschaft. Und in der zweiten Hälfte drehten die Augsburger mächtig auf. Am Ende war beiden Mannschaften kein Tor vergönnt. Damit verpassten die Augsburger ihren vierten Auswärtssieg in Folge, was einen neuen Vereinsrekord in der ersten Liga bedeutet hätte. Zu Hause holte der FCA in dieser Saison aber erst magere acht Punkte. Sie stehen also stärker unter Druck als die Eintracht, die jedoch ihrerseits relativ auswärtsschwach ist.

Was gibt's Neues beim Eintracht-Personal?

Nach den Verstärkungen in der Winterpause hat die Eintracht vor dem Ende der Transferperiode (1. Februar) noch schnell ein paar Spieler verkauft: Nach Joel Gerezgiher hat der Verein diese Woche auch den Weggang von David Kinsombi bekannt gegeben. Beide stehen der Eintracht nicht mehr zur Verfügung. Dafür ist Neuzugang Marco Fabián gut drauf - seine Werte bei der Premiere im Heimspiel gegen Wolfsburg waren für 45 Spielminuten sehr ordentlich: Er bereitete eines der drei Tore von Alexander Meier vor und schoss selbst zweimal aufs gegnerische Tor. Hinzu kommen zehn gewonnene Zweikämpfe und eine Laufleistung von über sechs Kilometern. Prädikat: potenziell "wertvoll".

Was hat sich zuletzt personell in Augsburg getan?

Der FC Augsburg hat sich in der Winterpause ebenfalls personell verstärkt: Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw kam vom niederländischen Club AZ Alkmaar, soll die Defensive verstärken, kam aber gegen Berlin nicht zum Zug. Außerdem holten die Augsburger Nachwuchstalent Albian Ajeti vom FC Basel für ihren Sturm.

Augsburgs Coach Markus Weinzierl kann mit 35 Spielern auf einen etwas größeren Kader zurückgreifen als Eintracht-Trainer Armin Veh. Beispiel Mittelfeld: Der FCA hat alleine für das zentrale Mittelfeld so erfahrene Spieler wie Ex-Eintracht-Mann Halil Altintop und den deutschen Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski in seinen Reihen.

Wie lief die Hinrunde für beide Teams?

Für die Eintracht bekannt durchwachsen bis enttäuschend, die Augsburger kämpften nach ihrer bärenstarken Vorsaison mit den Mühen der Ebene. Sie liegen derzeit punktgleich mit der Eintracht (20) auf dem 13. Rang und haben genau wie diese in der laufenden Saison schon acht Mal verloren. Ansonsten stehen bei beiden Vereinen jeweils fünf Siege und fünf Unentschieden in der Bilanz nach dem 18. Spieltag.

Auf der nächsten Seite: Die Verletzten und die Bilanz gegen Augsburg

Wer wird am Samstag bei den zwei Teams ausfallen?

Die Eintracht bangt um Marc Stendera, der im Spiel gegen Wolfsburg umgeknickt ist. Der linke Knöchel tat ihm anschließend weh und brauchte diese Woche noch Schonung. Er will aber gegen Augsburg auf jeden Fall dabei sein und war beim Training am Donnerstag schon wieder dabei. In jedem Fall wird sein Trainingsrückstand bleiben.

Augsburgs Torjäger Raul Bobadilla konnte diese Woche verletzungsbedingt nicht richtig trainieren, wird am Samstag aber aller Voraussicht nach spielen können. Nicht dabei sein wird höchstwahrscheinlich Ja-Cheol Koo. Augsburgs Rekordtransfer fehlte nach seiner Verletzung aus dem Dezember schon beim Rückrundenauftakt in Berlin.

Wie ist die Eintracht-Bilanz gegen Augsburg?

Die Bilanz spricht eine klare Sprache: In den bislang sieben Spielen beider Teams hat die Eintracht nur einmal gewonnen (2012 mit 4:2) und dafür schon dreimal verloren; die anderen drei Spiele gingen unentschieden aus. Allerdings ist die Tor-Differenz aus diesen Spielen nicht ganz so schlimm für die Eintracht: Elfmal trafen die Augsburger, neunmal die Frankfurter.

Wie ging in der Hinrunde das Heimspiel gegen Augsburg aus?

1:1 - nach einem Rückstand zur Halbzeit glich die Eintracht in der zweiten Hälfte aus. Torschütze war Marco Russ. Der Brasilianer Caiuby hatte die Augsburger in Führung gebracht.

Wie ist das letzte Spiel der Eintracht in Augsburg ausgegangen?

Auch unentschieden, 2:2, nach einer 2:1-Führung der Augsburger zur Halbzeit. Die Eintracht musste also in den beiden letzten Spielen gegen die Augsburger jeweils einem Rückstand hinterherlaufen.

Wie wird die Eintracht-Defensive gegen Augsburgs Offensiv-Abteilung zurecht kommen?

Raul Bobadilla ist ein guter Stürmer. Doch in dieser Saison traf er in 15 Spielen erst drei Mal. Die meisten Tore erzielen die Augsburger ohnehin aus dem Mittelfeld. Und: Auf Abwehr-Recke Paul Verhaegh sollten die Eintracht-Manndecker besonders achten - er trug schon fünf Tore in dieser Saison bei. Die beiden Gegentore der Eintracht gegen Wolfsburg sollten eine Warnung für die sportlich Verantwortlichen sein: Nur aus einer sicheren Defensive wird der Eintracht am Samstag gegen die strauchelnden Augsburger ein halbwegs souveräner Sieg gelingen.

Welcher Eintrachtler hat eine Vergangenheit bei den Augsburgern?

Trainer Armin Veh - und was für eine: Er wurde in Augsburg geboren, hat dort mehrfach gespielt sowie als Manager und auch als Trainer gearbeitet. Letzteres ist aber schon relativ lange her. Damals war Augsburg noch Bayernligist.

Veh verhalf dem FCA 1994 zum Aufstieg in die Regionalliga - kurz darauf trennten sich die Wege, bevor Armin Veh 2003 wieder Coach von Augsburg wurde. Damals gab es noch keine dritte Liga und der direkte Aufstieg aus der Regionalliga in die Zweite Bundesliga misslang nur knapp. Kurz darauf verließ Veh die Augsburger endgültig.

Für wen bei der Eintracht ist das Spiel sonst noch etwas Besonderes?

Makoto Hasebe steht vor seinem 200. Spiel in der Bundesliga, Alex Meier gar vor seinem 250.

Wird Alex Meier die Eintracht wieder zum Sieg schießen?

 

Das wünschen sich wahrscheinlich alle Fans der Eintracht. Fakt ist aber, dass Alexander Meier auswärts Ladehemmung hat. Neun seiner zehn Saisontore erzielte der Stürmer in der heimischen Commerzbank-Arena - auswärts traf er bislang lediglich in Dortmund.

Auf der nächsten Seite: Bilanz der beiden Trainer und Angstgegner Altintop

Wie ist die Bilanz der Trainer im direkten Duell?

Nicht so positiv für die Eintracht: Sechs Spiele insgesamt. Ein Sieg von Veh, zwei Remis, drei Siege von Weinzierl.

Wer trifft bei der Eintracht besonders gerne gegen Augsburg?

 

Natürlich Alex Meier. Der erzielte drei Treffer gegen die Fuggerstädter. Kein anderer Spieler im aktuellen Kader der Eintracht traf so oft gegen Augsburg.

Welcher Augsburger wird bei der Eintracht nicht so gerne gesehen?

Falls Ex-Adler Halil Altintop bei den Augsburgern aufläuft, wäre das ein schlechtes Omen für die Eintracht: In 14 Bundesliga-Duellen setzte es für den Türken nur eine einzige Niederlage gegen die Eintracht. Sie ist für ihn offenbar eine Art Lieblingsgegner.

Wie sieht die Bilanz der Eintracht-Profis gegen den FC Augsburg aus?

Fast durchweg negativ. Einzig die Bilanz von Stefan Reinartz macht Hoffnung. Der defensive Mittelfeldspieler gewann fünf von sieben Begegnungen gegen Augsburg, alle Siege allerdings mit seinem Ex-Verein Bayer Leverkusen. Außerdem kann er am Samstag aufgrund seiner Verletzung nicht dabei sein.

Wie wird Armin Veh seine Mannschaft gegen die Augsburger aufstellen?

Abgesehen von Verletzten wird Veh vermutlich nach der Devise "Never change a winning team" verfahren - wobei er diese Woche klar machte, dass vor allem für Haris Seferovic die Stunde der Wahrheit geschlagen hat - sprich: Für Seferovic könnte zunächst der zuletzt wieder grundsolide Stefan Aigner neben dem gesetzen Alex Meier stürmen. Die beiden sind derzeit ein geniales Duo - Aigner legt auf, Meier trifft - wenn Aigner nicht gleich selbst erfolgreich abschließt. Hinten sind die Alternativen rar. Wenn Marc Stendera fit ist, wird er mit Mittelfeld von Beginn an spielen. Der Rest ist vermutlich Standard.

 

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