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Eintracht ist bereit für die große Meier-Feier

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Von: Peppi Schmitt

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Da konnte er noch spielen: Alex Meier jubelt Ende Februar  über ein Tor gegen den HSV.
Da konnte er noch spielen: Alex Meier jubelt Ende Februar über ein Tor gegen den HSV. © Christian Klein

Alex Meier steht vor seiner Krönung. Gut möglich, dass er am Samstag als Torschützenkönig gefeiert wird.

Es ist alles angerichtet für die große Feier von Alex Meier. Bis auf ein paar Restkarten ist die Arena im Frankfurter Stadtwald für das letzte Spiel der Eintracht in dieser Bundesliga-Saison gegen Bayer Leverkusen ausverkauft. Gut 51 000 Zuschauer werden am Samstag vor allem einem Spieler zujubeln, der definitiv nicht spielen kann. Alexander Meier, 32 Jahre alt, steht kurz vor seinem größten persönlichen Triumph, vor dem Gewinn der Torjägerkanone. Mit 19 Treffern führt der Frankfurter die Liste an, gefolgt vom ebenfalls verletzten Münchner Arjen Robben (17), dessen Kollegen Robert Lewandowski (16), dem Wolfsburger Bas Dost (16) und dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (15).

Die Fachzeitschrift „Kicker“, die den jeweiligen Sieger mit der Torjägerkanone auszeichnet, hat schon mal bekannt gegeben, dass in vier Stadien „Kanonen“ bereit gehalten werden. Das Original freilich in Frankfurt, denn es müssten schon außerordentliche Dinge passieren, sprich vier Tore von Lewandowski oder Dost oder gar fünf von Aubameyang in einem Spiel, um Meier noch vom Thron zu stoßen. „Wenn Alex gewinnt, dann hat er es verdient und wir freuen uns mit ihm“, sagt Trainer Thomas Schaaf. Meier hat seine 19 Tore in nur 26 Spielen erzielt. Zuletzt gespielt hat er am 4. April, damals gegen Hannover 96. Danach musste er am rechten Knie operiert werden, die Patellasehne hatte immer wieder unerträgliche Schmerzen bereitet. Längst geht es Meier wieder besser, aber an Spielen ist natürlich nicht zu denken. Am Samstag wird er zum ersten Mal seit seiner Operation wieder im Stadion sein. Und darf sich auf Jubelstürme gefasst machen. „Natürlich wäre der Gewinn der Torjägerkanonen etwas Besonderes“, sagt er, „aber ich kann noch immer nicht so recht dran glauben.“ Meier rechnet seit vielen Monaten mit einem Profi des FC Bayern als besten Torschützen. Und von dort ihm wohl auch die größte Gefahr. Lewandowski sind im Heimspiel gegen Mainz durchaus ein paar Treffer zuzutrauen.

Alex Meier wäre erst der dritte Frankfurter, der in der langen Bundesliga-Geschichte den Titel gewinnen würde. Vor ihm waren das 1990 Jörn Andersen (18 Tore in 27 Spielen) und 1993 und 1994 Anthony Yeboah (20/27 – 18/28). Erzielt hat er seine Treffer mit dem starken rechten Fuß (13), dem etwas schwächeren linken (2), mit dem Kopf (2) und drei Elfmetern. „Meier ist ein Phänomen“, hat ihn gerade erst DFB-Präsident Wolfgang Niersbach geadelt.

Ganz besonders stolz sein wird auch der Frankfurter Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der auch in schwierigen Phasen in den vergangenen zehn Jahren zu Meier gestanden hat. „Herrn Bruchhagen habe ich viel zu verdanken“, sagt der Torjäger, der im Grunde ein offensiver Mittelfeldspieler ist, in dieser Saison aber von Trainer Schaaf ganz nach vorne gestellt wurde.

Alexander Meier war in Frankfurt nicht immer unumstritten, kurioserweise hat sich sein Image ausgerechnet nach dem Abstieg 2011 rapide verbessert. Denn Meier ist nach dem Sturz in die Zweitklassigkeit in Frankfurt geblieben und ist mit der Eintracht den mühsamen Weg zurück in die Beletage gegangen. Wenn jetzt die Aufstellungen vorgelesen werden in der Arena, wird er von den Fans mit dem Ehrennamen „Fußballgott“ begleitet. Große Ehre für einen Spieler, der seit zehn Jahren der treffsicherste im Adler-Trikot ist. In 295 Spielen für die Eintracht in den beiden Ligen hat er 101 Tore geschossen. Nun steht er vor seiner persönlichen Krönung.

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Alexander Meier steht vor seiner Krönung. Gut möglich, dass der Torgarant der Frankfurter Eintracht am Samstag als...

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