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Eintracht: Wer bleibt, wer geht?

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Von: Peppi Schmitt

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Derzeit noch von Manchester United ausgeliehen: Eintracht-Verteidiger Guillermo Varela (links).
Derzeit noch von Manchester United ausgeliehen: Eintracht-Verteidiger Guillermo Varela (links). © Marc Schüler

Alleine bei Jesus Vallejo könnte es bis August dauern, bis eine Entscheidung für 2017/18 fällt. Guillermo Varela betonte indes bereits gestern, bleiben zu wollen.

Vor einem Jahr hatte die Frankfurter Eintracht die Bundesliga erst im Nachsitzen erhalten. Die Zusammenstellung der neuen Mannschaft gestaltete sich wegen der monatelang fehlenden Planungssicherheit entsprechend schwer. Zudem hatte es ja auch in der Führungsspitze große Änderungen gegeben, unter anderen wurde Fredi Bobic für den scheidenden Heribert Bruchhagen im Vorstand als Verantwortlicher für den Sport installiert. Bobic krempelte in Rekordzeit alles um, bastelte eine Mannschaft zusammen, die vorwiegend mit Leihspielern verstärkt oder ergänzt wurde. In diesem Jahr geht es der Eintracht sportlich wie wirtschaftlich besser, die personellen Planungen konnten schon angegangen werden. Es besteht nur eine „positive Unsicherheit“, nämlich dann, wenn die Frankfurter sich für Europa qualifizieren und dementsprechend bei der Kader-Zusammenstellung anders agieren müssen. „Wir wissen, was wir machen wollen“, sagt Bobic.

Einfacher freilich wird es nicht, denn gerade die Leihgeschäfte der Vergangenheit belasten nun die Planungen für die Zukunft. Das betrifft Jesus Vallejo (20), Michael Hector (24), Guillermo Varela (24), Ante Rebic (23), Shani Tarashaj (22) und Marius Wolf (21), die allesamt nur ausgeliehen sind, deren Verträge also am 30. Juni auslaufen. Für die laufende Spielzeit hatte dieses Geschäftsmodell viele Vorteile, vor allem, weil die Eintracht nicht zu den zahlungskräftigen Vereinen der Liga zählt und mit den Leihgebühren die Kosten zunächst einmal relativ gering gehalten werden konnten. Nun aber treten die Nachteile in der Vordergrund. Denn gerade um jene „Ausgeliehenen“ herrscht nun große Unsicherheit. Den Abwehrecken Vallejo würden die Frankfurter sehr gerne behalten. „Auf ihn warten wir bis zum letzten Tag“, betont Manager Bruno Hübner. Die Entscheidung über den aktuell verletzten Vallejo trifft Real Madrid. Das kann bis August dauern.

Anders liegt der Fall bei Varela. Ein weiteres Leihgeschäft mit Manchester United ist nicht mehr möglich, weil er bei den Engländern nur noch ein Jahr unter Vertrag steht. Will die Eintracht ihn behalten, müsste United den Vertrag verlängern. Eine Millionenablöse werden die Frankfurter nicht zahlen können oder wollen. Varela aber würde trotz dieser vertraglichen Hindernisse gerne bleiben. „Ich habe große Lust zu bleiben“, sagt er, „ich fühle mich wohl in der Stadt und im Verein.“ In Frankfurt hat er sich gemeinsam mit seiner Schwester, seinem Schwager und seinem Neffen gut eingelebt. Der Klub freilich hat sich noch nicht entschieden, zu selten konnte der talentierte uruguayische Verteidiger wegen Verletzungen sein Können zeigen. Ein wenig Zeit bleibt noch für Eigenwerbung. So wird er am Samstag beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wohl wieder in der Anfangsformation stehen.

Bei Hector (FC Chelsea) und Tarashaj (FC Everton), die den Nachweis ihrer Klasse zu oft schuldig geblieben sind, sieht es eher nach Trennung aus. Offen ist, was mit Wolf passiert, der aktuell nach einer Schulter-OP ausfällt. Hannover 96 könnte den „Allrounder“ zurückholen, was bei einem Aufstieg der Niedersachsen nahe liegt.

Stürmer Ante Rebic können die Frankfurter vom AC Florenz verpflichten, das ist im Vertrag so verankert. Trainer Kovac hat mehrfach empfohlen, die angeblich rund drei Millionen Euro auszugeben. Vermutlich arbeitet die Eintracht daran, eine günstigere Lösung zu finden. Mittelfeldspieler Omar Mascarell (24) gilt als unverzichtbar. Ihn hat die Eintracht von Real Madrid „gekauft“, musste den Spaniern aber eine Rückkaufoption in Höhe von angeblich vier Millionen Euro einräumen. „In diesem Fall bin ich total tiefenentspannt“, sagt Bobic.

Da mit Heinz Lindner (26), Slobodan Medojevic (26) und Haris Seferovic (25), deren Verträge auslaufen, drei weiter Spieler sicher gehen werden, und auch die Zukunft von Keeper Lukas Hradecky (27) offen ist, deutet sich bei der Eintracht auch für diesen Sommer wieder ein größerer Umbruch im Kader an.

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