+
Mit viel Gefühl erzielt hier Ante Rebic die Führung für die Frankfurter Eintracht.

Eintracht Frankfurt

Die Eintracht ist in dieser Woche beeindruckend effektiv

Mit dem dritten Sieg in Folge krönte der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt eine perfekte Woche. Allerdings waren die Hessen beim 2:1 gegen Hoffenheim auch mit Fortuna im Bunde.

Und dann schnellte in der fünften Minute der Nachspielzeit blitzschnell die Faust des Kevin Trapp nach oben und drückte auch den letzten Kopfball über die Latte. Kurz darauf war die Partie im Kraichgau, längst schon eine reine Abwehrschlacht, beendet, hatte auch die TSG Hoffenheim niedergerungen, mit 2:1 (1:0), und damit eine „tolle Woche“ gekrönt, wie Trainer Adi Hütter hinterher hochzufrieden feststellen konnte. „Der Sieg in Hoffenheim war das Sahnehäubchen.“

Drei Siege binnen einer Woche bei 10:3 Toren, zwei in der Bundesliga, einer in der Europa League, haben die Hessen in eine sehr komfortable Lage versetzt: Zehn Punkte, Platz sieben, lediglich drei Punkte hinter den Bayern, dazu zuletzt zwei beeindruckende Auftritte auf dem internationalen Parkett – das ist ganz sicher mehr als erwartet werden durfte. Eintracht Frankfurt, so viel steht fest, hat nach dem Stolperstart die Kurve bekommen. Und mit einem Sieg in die Länderspielpause zu gehen, ist ebenfalls nicht das Schlechteste. „Jetzt ist es angenehm, durchzuatmen“, sagte Hütter und gab seinen geschlauchten Profis bis Mittwochnachmittag frei.

Beim Sieg in Hoffenheim waren die Frankfurter natürlich auch mit Fortuna im Bunde. „Wir hatten das Spielglück auf unserer Seite“, räumte Stopper Marco Russ ein, zweimal hatten die Kraichgauer in der ersten Halbzeit die Latte getroffen und sich anschließen den Luxus erlaubt, sehr schludrig mit ihren Chancen umzugehen. „Das ist dann auch eine Frage der Qualität“, nörgelte ein schlecht gelaunter TSG-Trainer Julian Nagelsmann, der erstmals drei Niederlagen hintereinander verkraften musste.

Während die Gastgeber ihre Möglichkeiten liegen ließen, entwickelten die Hessen ihrerseits eine beeindruckende Effektivität vor dem Tor. Das ist momentan das größte Pfund, mit dem die Frankfurter wuchern können: Sie verfügen über eine brandgefährliche Angriffsreihe. Ante Rebic erzielte praktisch mit dem ersten Schuss aufs Hoffenheimer Tor die Frankfurter Führung, 40 Minuten waren da schon absolviert. Es war ein Treffer, der „den Spielverlauf auf den Kopf“ gestellt hatte, wie selbst Hütter einräumte. Bis dahin waren die Hoffenheimer das dominantere Team. Doch Luka Jovic hatte den Kroaten auf die Reise geschickt und der hatte die Kugel sehr fein über den viel zu früh aus seinem Tor geeilten Schlussmann Oliver Baumann ins Netz gelupft. Praktisch mit der ersten Aktion nach Wiederanpfiff war die Eintracht sogar 2:0 in Führung gegangen. Mijat Gacinovic, der für den überforderten Allan Souza gekommen war, hatte den erneut bärenstarken Filip Kostic auf links eingesetzt, dessen Flanke lenkte Baumann unglücklich in die Mitte, wo Jovic eiskalt verwandelte. „Das 2:0 hat uns am Ende den Arsch gerettet“, sagte Russ drastisch. Denn danach stand die Eintracht fast nur noch mit dem Rücken zur Wand, vor allem, weil nach einer guten Stunde Rebic mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Knapp 30 Minuten verteidigten zehn Frankfurter vielbeinig den Vorsprung mit aller Macht.

Und erneut, wie schon gegen Lazio Rom am Donnerstag, rafften sich die Hessen zu einer imposanten Mannschaftsleistung auf. Jeder kämpfte für den anderen, warf sich in die Schüsse, köpfte Flanken aus dem Strafraum, verriegelte das eigene Tor: „Das war nur noch unbändiger Wille“, sagte Russ. Und „guter Teamgeist“, wie Dauerläufer Gelson Fernandes befand. „Es war auch ein Sieg für Lucas“, erinnerte der Schweizer nach der Partie an das Schicksal des Teamkollegen Lucas Torro, dessen Bruder in der vergangenen Woche überraschend verstorben war. „Wir hoffen, dass er bald wieder in unsere Familie zurückkehrt, damit wir ihn in dieser schwierigen Situation unterstützen können“. Die mitgereisten Frankfurter Fans hielten ein Plakat mit der Zeile „Lucas estamos con tigo“ (Lucas, wir sind bei dir“) hoch.

Und das Frankfurter Abwehrbollwerk hielt, trotz Dauerbeschuss. Trapp, der sich kurz vor dem Ende leicht verletzte, war da oft Turm in der Schlacht, er agierte sehr sicher und ließ sich nur durch einen Schuss des eingewechselten Reiss Nelson (82.) bezwingen. „Er hat den Sieg festgehalten“, lobte Hütter seinen Schlussmann, er habe „eine tolle Präsenz“ und „als er gebraucht wurde, war er da.“

Es war erneut Makoto Hasebe, der in der Dreierkette einen abgeklärten, hochseriösen Part spielte. Ohnehin verfügt die Frankfurter Hintermannschaft, auch ohne David Abraham, über eine Menge Erfahrung. Marco Russ hat 301 Bundesligaspiele auf dem Buckel, Trapp ist Nationaltorwart, da verteidigt gebündelte Routine, die auch eine Hoffenheimer Drangperiode inklusive fünf Minuten Nachspielzeit überstehen kann. Und der 19 Jahre alte Evan Ndicka spielt in diesem Kreis schon wie ein Alter. Aber froh um ein paar Tage Pause ist auch er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare