Eintracht Frankfurt

Eintracht: Eine einmalige Chance

  • VonChristian Heimrich
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Punkte in Bremen wären ein schönes Ostergeschenk für Niko Kovac.Der Eintracht-Trainer lässt unterdessen seine Zukunft weiter offen.

Läuft sich da einer für eine zweite Karriere warm? Politiker statt Fußball-Trainer – das wäre etwas für Niko Kovac, diesen Eindruck erweckt jedenfalls sein aktuelles Statement zur beruflichen Zukunft. Kovac antwortet höflich, mit seinem typischen unergründlichen Lächeln. Aber inhaltlich bleibt der Coach von Eintracht Frankfurt vage. Er sagt etwas und doch fast nichts: „Ich habe bis 2019 Vertrag und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich bis 2019 hier bleiben.“ Ein klares Dementi klingt anders.

Das will der Frankfurter Trainer vielleicht auch gar nicht abgeben. Während der letzten Wochen konnte man fast den Eindruck gewinnen, als hätte der Kroate die freie Wahl zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Noch einmal der „Politiker“ Kovac: „Wir müssen nicht über Bayern München reden. Diese Spekulationen gab es schon vor einem halben Jahr. Wir haben am Wochenende ein wichtiges Spiel.“ Thema beendet – und neue Zutaten für die Gerüchteküche.

Aber am Wochenende steht in der Tat ein wichtiges Spiel an. Es geht nach Bremen – ausgerechnet am Ostersonntag (15.30 Uhr). „Für mich nicht ganz angenehm“, sagt der gläubige und praktizierende Christ Kovac. Momentan prüft er noch alle Möglichkeiten für den Kirchgang – in Frankfurt und auch in Bremen.

Es ist das erste Spiel in der Fußball-Bundesliga nach der Länderspielpause, und es ist der Auftakt für eine turbulente Endphase in der Fußball-Bundesliga mit sieben Meisterschaftsspielen und – wenn es gut läuft – zwei Partien im DFB-Pokal. Die Reise nach Bremen ist im übrigen ein guter Beleg dafür, wie schnelllebig das Fußball-Geschäft ist. Im Mai 2016 landete die Eintracht nach einem 0:1 an der Weser am letzten Spieltag in der Relegation. Am Sonntag geht es nun darum, europäische Ambitionen zu untermauern.

„Wir sind, wo wir sind, und wir möchten gerne dort bleiben“, sagt Kovac: „Die Spieler wissen, dass sie eine einmalige Chance haben. Sie können sich hier ein Denkmal setzen. Ob es am Ende Europa League oder Champions League wird, das müssen wir sehen. Aber ich bleibe dabei: Das geht nur durch harte Arbeit und nicht durch Reden.“

Der neue Werder-Trainer Florian Kohfeldt, der die Mannschaft im November vor dem Hinspiel in Frankfurt (1:2) übernommen hat, holte in 17 Spielen 28 Punkte – eine starke Bilanz. „Er macht einen richtig klasse Job“, sagt Kovac über seinen Kollegen: „Er hat die Mannschaft auf links umgedreht. Er hat es geschafft, dass Werder Bremen wieder den Fußball spielt, der diesen Verein groß gemacht hat: sehr attraktiv, sehr dynamisch, sehr erfolgsorientiert. Das wird ein sehr schweres Spiel für uns, ein Spiel auf Augenhöhe.“

Bis auf Carlos Salcedo (Schlüsselbeinbruch) und Omar Mascarell (Fissur im Fuß) stehen alle Spieler zur Verfügung. Den Spanier Mascarell, für den Real Madrid eine Rückkaufoption hat, würde Kovac gerne weiterhin bei der Eintracht sehen: „Aber wir haben noch kein Feedback von Real.“ Und selbst wenn Mascarell ginge, müsse dem Club nicht bange sein: „Eintracht ist en vogue“, sagt Kovac: „Wir bekommen im Moment Namen angeboten, die wir vorher nur aus dem Fernsehen kannten. Es klopfen bei uns Leute an, die uns vor zwei Jahren noch umgangen haben“, freut sich der Trainer. Eigentlich Gründe genug, die Politiker-Karriere noch ein wenig aufzuschieben.

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