Eintracht Frankfurt

Eintracht erhält Stadion-Zuschlag

  • VonKlaus Veit
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Der Aufsichtsrat des Sportparks Frankfurt hat am Montag die Entscheidung über die künftige Nutzung des Stadiongeländes gefällt. Wie Sportdezernent Markus Frank anschließend im Römer mitteilte,

Der Aufsichtsrat des Sportparks Frankfurt hat am Montag die Entscheidung über die künftige Nutzung des Stadiongeländes gefällt. Wie Sportdezernent Markus Frank anschließend im Römer mitteilte, hat man sich für die Bedürfnisse von Eintracht Frankfurt entschieden. Dies bedeutet, dass die alte Tennisanlage abgerissen wird, der Fußball-Bundesligist dort sein „Profi-Camp“ errichten darf und Andreas Waske, der dort seine Tennis-Akademie erbauen wollte, im Offenbacher Stadtteil Rosenhöhe bleiben muss. Frank verwies aber darauf, dass sich die Stadt auch für die Interessen des Tennissports stark gemacht habe. So werde man mit der Eintracht darüber verhandeln, wie viele der am Stadion entfallenden Tennisplätze diese neu errichten muss, vermutlich auf ihrem Vereinsgelände am Riederwald. Auch wolle die Stadt in Zukunft den Tennissport in anderen Stadtteilen fördern.

Eintracht Frankfurt will auf dem Stadiongelände eine neue Geschäftsstelle errichten, da die bisherige aus allen Nähten platzt. Außerdem sollen die Bedingungen für die Profis verbessert werden, beispielsweise durch neue Reha- und Kraft-Räume. Mittelfristig soll auch zumindest die U 19 vom Riederwald in den Stadtwald umziehen. Die Baukosten werden voraussichtlich rund 30 Millionen Euro betragen.

Insgesamt sieben Varianten hatten die Stadtplaner in den vergangenen Monaten untersucht, vier davon aber rasch verworfen, weil hier ein neuer Bebauungsplan und damit eine jahrelange Planung notwendig geworden wäre. Sowohl die Eintracht als auch Waske hatten aber eine rasche Umsetzung gefordert.

Von den drei übrig gebliebenen ist die nun ausgewählte einerseits die für die Stadt kostengünstigste, andererseits kommt sie den Wünschen der Eintracht am meisten entgegen. Bei den anderen Varianten hätte entweder die Wintersporthalle abgerissen werden müssen, die kleine Kampfbahn hätte samt Rasenheizung entfernt werden müssen. Oder man hätte den Parkplatz P9 verlegen müssen, wo die Gästefans parken. Dies scheiterte an den Bedingungen der Polizei und wäre auch ohne Baumfällungen nicht realisierbar gewesen.

Rasch sollen nun die Verhandlungen zwischen Stadt und Eintracht beginnen. Unter anderem muss auch die Erbpacht bestimmt werden, die von der Eintracht bezahlt werden muss. Hierzu will die Stadt ein Nutzungsgutachten einholen. Danach müssen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen. Mit einer Ablehnung ist jedoch kaum zu rechnen, da alle Regierungsparteien bereits integriert waren.

Marketing-Vorstand Axel Hellmann begrüßte im Namen der Eintracht die Entscheidung der Stadt. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Entscheidung. Sie ist zukunftsweisend nicht nur für die gesamte Eintracht-Familie, sondern auch für die gesamte Region. Die geplanten Baumaßnahmen machen uns wettbewerbsfähig und ermöglichen es uns, dauerhaft in der Fußball-Bundesliga eine gute Position einzunehmen.“

Zu den städtischen Forderungen an die Eintracht meinte Hellmann: „Natürlich stellen wir uns diesen Verpflichtungen, wir sind unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst.“ Dass die Eintracht nicht nur Fußball denke, zeige sich schon daran, „dass in dem Verein 52 Sportarten in 17 Abteilungen angeboten werden und das alles von der Fußball AG finanziell unterstützt“ werde.

Man werde jetzt rasch handeln. Zunächst werde eine Projektgruppe gebildet, die Wünsche und Notwendigkeiten des sportlichen Bereichs, aber auch von Marketing, Kommunikation und anderen Bereichen sollen hier zusammengetragen werden. Das Ziel sei es, so Hellmann, dass man noch Ende 2017 mit dem Bau beginnen kann; im Herbst 2019 sollen dann die neue Geschäftsstelle und der umgestaltete Spielerbereich eingeweiht werden.

Nicht nur für die Tennisanlage wurde so ein neuer Nutzer gefunden, auch für das seit Jahren leerstehende Hotel neben dem Eingang des Stadionbades. Hier, so Frank, will ein Investor ein spezielles Hotel für Flugpersonal errichten, das auf Abruf arbeitet und notfalls in wenigen Minuten am Flughafen sein muss.

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